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Grüne Tonne für Eilenburg: Ab 2017 können Muldestädter Bio-Abfall separat sammeln

Abfallentsorgung Grüne Tonne für Eilenburg: Ab 2017 können Muldestädter Bio-Abfall separat sammeln

Nachgefragt wurde sie schon oft – ab 2017 wird sie in Eilenburg eingeführt: die Bio-Tonne. Zuvor muss aber der Landkreis noch einem Antrag zur Änderung in der Abfallentsorgung zustimmen, wonach die Stadt, die seit 1993 Hausmüll sammelt und befördert, weitere Aufgaben übernimmt.

Die Kompostierung von Bioabfällen in Lissa wäre für die Eilenburger um einiges teurer.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Eilenburg. Die Stadt Eilenburg bekommt ab 2017 eine Bio-Abfallsammlung. Die Muldestadt wird nach einem Stadtrats-Beschluss beim Landkreis zudem beantragen, von diesem weitere Aufgaben in der Abfallwirtschaft, insbesondere der Kompostierung von Garten- und Parkabfällen zu übernehmen. Weiter möglich ist das Bringen von Grünschitt-Abfällen zu Remondis. Künftig wäre dies aber kostenfrei. Mit der Verwertung aller weiterer Bio- sowie sperriger Abfälle aus Haushalten stehen weitere Bereiche zur Debatte.

Stadt will Eigenkompostierung

Seit 1993 sammelt die Große Kreisstadt häusliche Abfälle selbst ein und befördert sie. Laut einer Anordnung der Landesdirektion muss Eilenburg die Bioabfall- als Teil der Restabfallentsorgung aber neu organisieren. Der Landkreis hat den Bioabfall bisher an einigen Standorten im Bringesystem organisiert. In Eilenburg läuft es ähnlich, allerdings funktioniert die Entsorgung des Grünschnitts ohne Zutun der Stadt. Die Remondis Eilenburg GmbH nimmt gegen Entgelt biologische Abfälle am Wertstoffhof an und bringt sie zur Kompostieranlage nach Liemehna. Landesdirektion und Landkreis sagen nun aber: Die Entsorgung des Grünschnitts muss hoheitlich erfolgen. Das würde bedeuten, dass die Annahme bei Remondis weiter möglich ist, der Kreis aber nicht die Anlage in Liemehna, sondern die kreiseigene in Lissa zuweisen würde. „Transport- und Verwertungskosten wären dreimal so teuer“, sagt Jörg Böhme, Leiter der Abfallwirtschaft in Eilenburg. Was also tun? Eilenburg beruft sich auf das sächsische Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz, wonach die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger Gemeinden bestimmte Aufgaben des Sammelns, Beförderns und Kompostierens übertragen können. Es gibt eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, wonach diese Übertragung nicht verwehrt werden kann, sagt André Becht, im Rathaus für Rechtsfragen zuständig. „Vom Eilenburger Stadtrat haben wir jetzt grünes Licht bekommen, das heißt, wir können den Antrag offiziell stellen“, so Böhme. Unterm Strich würden die Kosten zwar trotzdem steigen, bei weitem aber nicht in dem Maße, wenn die Verwertung in kreislicher Verantwortung laufen würde.

Die Stadt favorisiert in erster Linie die Eigenkompostierung. Darüber hinaus wird die kostenlose Bringemöglichkeit zum Remondis-Hof oder das kostenpflichtige Stellen eines Containers für Gartenabfälle am Grundstück über die Stadt geregelt. Möglich wäre bei Bedarf aber auch das Bereitstellen einer Tonne für Bioabfall. Vorteile gäbe es auch für die Entsorgung sperriger Abfälle. Diese werden bereits jetzt nach Inhaltsstoffen getrennt erfasst. Mit der eigenverantwortlichen Verwertung könnten weitere Einsparungen erzielt werden. Das würde sich kostensenkend auswirken.

Gebühren wie beim Restmüll

Ob sich die Einführung der Biotonne als sinnvoll erweist oder nicht, werde sich zeigen, so Becht. Im Rathaus hätte es schon einige Anfragen gegeben, Interesse sei bei den Eilenburgern offenbar auch vorhanden. „Es kann sein, dass dies der Renner wird, aber auch, dass nur wenige Tonnen im Umlauf sind.“ Die Gebühren orientieren sich an der Höhe der Restmüllentsorgung, werden voraussichtlich als Pauschal-Beitrag erhoben. Mit der Gleichgestaltung des Preises soll verhindert werden, dass vermehrt Hausmüll in der Biotonne landet. Die Abfuhr erfolge wöchentlich oder alle 14 Tage, je nach Bedarf könne die Tonne herausgestellt werden. Eine Registrierung wie beim Hausmüll erfolgt zunächst nicht.

Zeitnah wird es in Eilenburg auch eine Änderung der Abfallsatzung sowie der Abfall-Gebührensatzung geben, kündigte Jörg Böhme an. Gebührenerhöhungen, so zeichnet es sich aber jetzt schon ab, wird es nicht geben.

Von Kathrin Kabelitz

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