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Grünes Licht: Leipziger Unternehmen kauft Eilenburger Hochhaus

Grünes Licht: Leipziger Unternehmen kauft Eilenburger Hochhaus

So richtig überrascht die Meldung nun sicher niemanden mehr - doch sie liegt nach schier endlosem Hin und Her endlich vor: Das Hochhaus im Eilenburger Osten ist verkauft.

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Die Zeichen stehen auf Grün: Das Hochhaus in Eilenburg-Ost wurde verkauft.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Die Mieter haben in diesen Tagen Schreiben erhalten. In diesen werden sie darüber informiert, dass die Amalie Weißenfelser GmbH das Objekt von der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (EWV) erworben hat. Angaben zur Höhe des Kaufpreises gibt es nicht. Der neue Eigentümer will das Objekt grundlegend sanieren und künftig servicebetreutes Wohnen anbieten.

Geschäftsführerin Birgit Bendix-Bade kann die Akte Hochhaus damit zuklappen. "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge", wie sie sagt. Über mehrere Jahre hatte die Zukunft des Muster- und Experimentalbaus aus den 1960er-Jahren Entscheider-Gremien und Mieter beschäftigt. Immer wieder stand die Frage: Abriss oder Verkauf? - Ein Schwebezustand, der ob des anstehenden enormen Investitionsstaus, den die EWV nicht stemmen konnte, auch für Unruhe unter denen sorgte, die dort noch wohnen. Zuletzt waren es um die 50 Mietparteien, über 144 Wohnungen verfügt das Gebäude. Viele Mieter hatten immer wieder betont, dass sie zu ihrem Haus stehen und dort bleiben wollen, weil sie sich in der Nachbarschaft wohlfühlen, den verlässlichen Hausmeister, die unmittelbare Nähe zu Arztpraxis, Physiotherapie, Apotheke, Sparkasse und Einkaufsmarkt, das Vorhandensein eines Fahrstuhles sowie die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer schätzen.

Verkaufs-Verhandlungen gab es einige in dieser Zeit. Teilweise schwierige, ein zählbares Ergebnis aber war nie zu verzeichnen. Vor zwei Jahren platzte ein Projekt in letzter Minute. "Die Banken mussten letztlich auch zu den Konzepten der potenziellen Käufer stehen", so Bendix-Bade, die nicht müde wurde, zu betonen, dass die EWV zum einen daran interessiert war, dass die Gespräche mit seriösen und ernstzunehmenden Interessenten geführt wurden, zum anderen aber auch das Haus weiterhin als Wohnort genutzt wird.

Seit dem Sommer liefen die Verhandlungen mit dem jetzige Käufer auf Hochtouren. Die letzte Hürde, die Finanzierungsbestätigung der Bank, ist mittlerweile genommen. Noch prangen die drei Buchstaben des größten Vermieters der Stadt am Elfgeschosser. Die offizielle Übergabe an den neuen Eigentümer aber ist erfolgt, in den nächsten 14 Tagen will die Amalie Weißenfelser GmbH im Haus ein Büro einrichten. "Dort sollen Mitarbeiter sitzen, die den Mietern Auskunft geben können", sagt Verwalter Andreas Spitzke. Und damit über ein Konzept, von dem auch Bendix-Bade überzeugt ist. Es stelle eine Aufwertung der Wohnlandschaft in Eilenburg dar.

Die Amalie Weißenfelser GmbH hat bereits eine Grundsanierung angekündigt. "Dies ist aber ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum hinziehen wird", so Spitzke. Das künftige Konzept ist darauf ausgerichtet, dass wohnen bleiben kann, wer will. Detaillierte Absprachen hinsichtlich der geplanten Arbeiten seien aber mit den Mietern sicherlich erforderlich, so Spitzke weiter. Was sich genau hinter dem Begriff servicebetreutes Wohnen verbirgt, soll seitens des Unternehmens in Kürze erläutert werden. In Leipzig gibt es ein solches Projekt bereits in der Schongauer Straße. Die Wohnanlage liegt im Herzen von Leipzig-Paunsdorf. Sie ist in erster Linie darauf ausgerichtet, die Individualität und Autonomie aller Mieter zu sichern. Auch eine Notrufanlage und Notruftaster in jeder Wohnung gehören kostenfrei dazu. Seniorenbetreuer und Ergotherapeuten gestalten mit interessierten Bewohnern ein abwechslungsreiches Tagesprogramm. Dieser Standard kann nach Bedarf durch das Hinzuziehen ambulanter Partnerpflegedienste vor Ort erweitert werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2015
Kathrin Kabrlitz

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