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Eilenburg Grunaer Kirche soll ihren Altar zurückbekommen
Region Eilenburg Grunaer Kirche soll ihren Altar zurückbekommen
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06:03 30.04.2018
Grunas Hobbyhistoriker Rico Nauditt vor der Dorfkirche, die nach über 65 Jahren endlich wieder eine Turmuhr erhalten soll. Quelle: Steffen Brost
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Gruna

Die Grunaer Kirche steht sicher. Das war nicht immer so. Denn die Mulde, die das Gotteshaus beim Hochwasser 2013 bis zu einem Meter unter Wasser setzte, veränderte auch den Baugrund. So sehr, dass sich über die ganze Wanddicke reichende Risse vor allem an den Fenstern zeigten.

Sicherheit zuerst

Das ist dank einer Viertelmillion Euro Hochwassermittel fast Geschichte. Ein 13 Meter langer, horizontal eingebrachter Gewindeanker stabilisiert seit 2016 das Gotteshaus, dessen Mauerwerk zudem trocken gelegt wurde. Lediglich diverse Arbeiten an der Fassade und im Fußboden stehen nun noch aus.

Doch das Gotteshaus, das sich heute noch weitgehend wie nach einem vom Barock beeinflussten Umbau um 1700 präsentiert und als Radfahrerkirche dient, soll noch mehr vom alten Glanz zurückerhalten. Dank Leader und Engagement im Dorf könnte das möglich werden.

Gemeindekirchenrat möchte Flügelaltar zurück

Obwohl die 35 Kirchenmitglieder längst zum Gottesdienst nach Laußig fahren, möchten der Gemeindekirchenrat des Kirchspiels Laußig und die Pfarrerin Edelgard Richter den ausgelagerten Flügelaltar aus Pristäblich zurückholen. „Das wäre ohne erneutes Hochwasser schon 2013 passiert, soll nun aber nachgeholt werden“, hebt sie hervor. Erst im März hätte es dazu erneut eine Beratung gegeben. Denn ganz so einfach ist es nicht. Nach wie vor fehlt der schon zu DDR-Zeiten verschwundene Altartisch, der also neu gebaut werden muss. Gleichzeitig möchte die Pfarrerin aber auch gern noch den Kanzelkorb sowie den Orgelschrank restaurieren lassen, selbst wenn es schon lange keine Orgel mehr gibt. 40 000 Euro Leader-Mittel, von denen auch noch notwendige Arbeiten an der Elektrik und an der Treppe zum Kirchturm mit bezahlt werden können, hat Gruna in Aussicht.

Wissen, was die Stunde schlägt

Werden nun auch alle weiteren planerischen und bürokratischen Leader-Hürden genommen, könnte dank dieses europäischen Förderprogramms gleich noch ein weiteres Projekt Wirklichkeit werden. Denn die Treppe zum Kirchturm wiederum ist Voraussetzung für das vom Grunaer Rico Nauditt initiierte Projekt neue Kirchturmuhr. Wie berichtet, hat der ehrenamtliche Ortschronist 2017 eine Spendenaktion für eine Kirchturmuhr gestartet, die die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Uhr ersetzen soll. Die 15 000 Euro, die der neue Zeitmesser kostet, sind inzwischen gesammelt. Rico Nauditt: „Dafür haben die Grunaer, aber auch Auswärtige wie beispielsweise der 25- köpfige USA-Pastoren-Chor gespendet.“ Bei letzterem handelt es sich um Nachkommen ausgewanderter sächsischer Lutheraner, die im Juni vorigen Jahres bei einer zehntägigen Deutschlandtournee auch in Gruna Station gemacht haben.

Rico Nauditt freut sich jedenfalls schon darauf, dass die Uhr mit 1,15 Meter großen Ziffernblättern dann nach allen vier Seiten die Zeit verkünden wird. 12 Uhr und 18 Uhr wäre zudem ein automatisches Läuten denkbar. Edelgard Richter und Rico Nauditt hoffen gemeinsam, dass die Projekte schnell umgesetzt werden können und die Grunaer noch in diesem Jahr mit Blick zum Kirchturm erfahren, was die Stunde schlägt.

Von Ilka Fischer

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