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Eilenburg Gucksäulen, Lauschberg, Kräutergarten: Das und mehr bietet Eilenburgs Burgberg
Region Eilenburg Gucksäulen, Lauschberg, Kräutergarten: Das und mehr bietet Eilenburgs Burgberg
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00:25 08.05.2018
Gar nicht so einfach den Knopf zu finden der dem Inneren des Lauschberges Leben einhaucht. Ist er gedrückt kann man das Treiben der Heinzelmännchen belauschen.
Eilenburg

Jetzt, in der schönen Jahreszeit, zieht es die Eilenburger vermehrt auf den Burgberg. Was sie hierbei entdecken können, was sich in den vergangenen Wochen getan hat und noch tun wird, dazu gibt es hier einen Überblick.

Mauerturm hat wieder einen Zugang

Amtshaus mit Mauerturm: Das Ensemble prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild. Umso ärgerlicher, dass das 1994 vom Feuer gezeichnete Amtshaus bisher immer noch nur ein Notdach hat. Es steht zudem nach wie vor leer. Inzwischen sucht die Stadt für das Gebäude einen Käufer, der ein tragfähiges Konzept entwickelt. Dabei lässt die Stadt vieles zu, schließt Wohnnutzung aber weitgehend aus. „Bisher“, so Petra Zimmermann., Leiterin des Baubereichs im Rathaus, „hat es allerdings noch keine ernsthafte Interessensbekundung gegeben.“

Der an das Gebäude angrenzende Mauerturm war einst nur über das ehemalige Amtshaus zugänglich. Da es gesperrt ist, ermöglicht eine provisorische äußere Holztreppe den Zugang zum Mauerturm, den der Burgverein zu besonderen Anlässen samt kleiner Ausstellungen öffnet. Die erste Holztreppe musste nach 15 Jahren gesperrt werden. Seit Ostern gibt es aber eine neue. Der Mauerturm ist damit künftig wieder, wie auch der Sorbenturm, temporär nutzbar.

Nicht immer erklärt sich Kunst von selbst

Lauschberg: Dabei handelt es sich um eine Kunstinstallation des Chemnitzer Künstlers Michael Stapf. In einer Einwohnerversammlung wurde unter anderem von Rainer Flöter, der häufig auf dem Burgberg ist, kritisiert, dass er immer wieder erlebe, wie Gäste hilflos vor der metallischen Kuppel mit den sieben Hörrohren stehen. Petra Zimmermann: „Der Künstler ging einst davon aus, dass sich das Kunstwerk selbst erklärt.“ Drückt man bei diesem auf den roten Knuppel erzählen Kinder die Heinzelmännchensage. Prinzipiell könnte sich die Stadt schon vorstellen, dass es einen entsprechenden Hinweis darauf gibt. Doch das wo und wie sei völlig offen. Denn eine Tafel sei auch keine Lösung. Doch vielleicht, so überlegt sie, könne man zumindest einen QR-Code anbringen? Aber konkret sei eben noch nichts.

Kräutergarten: Er ist seit Sommer 2017 über eine Treppe zugänglich und wurde als „Garten der Vielfalt“ angelegt. Die Pflege erfolgt über die Gartengestaltung Dittrich in Thallwitz. Nach den Eisheiligen werden die Mitarbeiter dieser Firma übrigens die einjährigen Kräuter nachpflanzen.

Erbsenschütte muss warten

Erbsenschütte: Dabei handelt es sich um ein weiteres Kunstprojekt von Michael Stapf. Konkret geht es um eine leicht bewegliche Platte, die direkt vor dem Kräutergarten Platz finden soll. In Anlehnung an eine Fassung der Heinzelmännchensage, in der die böse Gräfin Erbsen schüttete, soll dieses Geräusch beim Betreten der Platte simuliert werden. „Das 25 000-Euro-Projekt haben wir aber erst einmal zurück gestellt“, so Petra Zimmermann. Denn es wird aus dem gleichen Europäischen Förderfonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wie der Umbau des Multifunktionalgebäudes auf dem Berg. „Das hat Vorrang. Erst wenn wir wissen, ob das Geld dort reicht, gibt es die Erbsenschütte.“

Historischer Stadtrundgang erweitert

Camera Historica: Die Gucksäulen, die schon bisher an elf Standorten im Stadtgebiet einen Blick in Eilenburgs Historie ermöglichen, haben Zuwachs erhalten. Auf dem Burgberg selbst kamen zwei weitere Stelen hinzu, an der nahen Marienkirche eine weitere. Petra Zimmermann: „Die Befüllung hat sich krankheitsbedingt verzögert, ist nun aber erfolgt.“

Beschilderung: Noch in diesem Jahr wird der Besucher auf dem Burgberg auch ansonsten besser informiert. Das bereits existente 3-D-Modell der Schlossanlage im Zentrum des Platzes soll vor dem Burgtor mit einer Übersichtstafel ergänzt werden. Außerdem wird der Besucher beim Blick vom Sorbenturm und der Aussichtsplattform an der Heinzelberge, dass er beim Blick ins Land beispielsweise die Hohburger Berge vor Augen hat.

Burgverein saniert Torhaus

Torhaus: Das wohl mehr als 500 Jahre alte Haus wird bis zum Ende des Jahres vom Burgverein saniert. Mit einer 90-prozentigen Förderung von Bund und Land wird der Burgverein bis zum Ende des Jahres die knapp 300 000 Euro teure Sanierung abschließen. Wie Burgfreund Hans Poltersdorf, der für den Burgverein die Arbeiten koordiniert, informierte, haben die Burgfreunde im und am Haus bereits die Baufreiheit geschaffen.

Von Ilka Fischer

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