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Eilenburg Guido Kanitz ist der Neue im Jugendhaus VI in Eilenburg
Region Eilenburg Guido Kanitz ist der Neue im Jugendhaus VI in Eilenburg
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19:12 26.09.2018
Guido Kanitz ist neuer Leiter von Haus VI in Eilenburg. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Mitte der 1990er-Jahre war er Mitbegründer vom Jugendhaus VI in Eilenburg. Dann folgten Jahre in Berlin und zuletzt zehn Jahre in Bayern, privat im Erzgebirge. Den Kontakt hat er nie abreißen lassen. Nun ist Guido Kanitz beruflich zurück in seiner Heimatstadt. Der 42-jährige Sozial- und Erlebnispädagoge, der als Fotograf in München gearbeitet und später als Seiteneinsteiger die soziale Schiene gewählt hat, ist neuer Jugendhaus-Leiter. Ron Bräunig, bisher allein für das gesamte Haus zuständig, hat er an seiner Seite. Die Vielfältigkeit der Arbeiten und unterschiedlichen Interessen der ansässigen Vereine seien für einen allein kaum zu schaffen. Die Stadt habe eine zusätzliche Stelle zu der von Guido Kanitz, der beim Träger DRK angestellt ist, geschaffen. Gemeinsam und „auf einer Augenhöhe, mit seinen Erfahrungen und meinen neuen Impulsen“ geht es darum, dem Haus in der Dr.-Belian-Straße zu einem neuen, letztlich besseren Ruf zu verhelfen und Grundlagen zu schaffen, dass der bis 2021 laufende Nutzungsvertrag über diese Zeit hinaus Bestand hat.

Öffentliche Meinung zum Haus VI war nicht die beste

Guido Kanitz weiß, dass die öffentliche Meinung zum Jugendhaus in den letzten Jahren nicht die beste war. Zeckennest, Kifferhöhle – festgesetzt hatten sich so einige Begriffe. Zu Unrecht, wie er meint, denn das Haus sei für vielerlei Interessen Heimstatt. Der Judo- und der Boxverein haben hier ihren Sitz, Musik-, Möbelwerkstatt, Tafel, Modellbauer, der Verein Rot-Schwarz sowie dessen Nachwuchs, die Integrationskoordinatorin. Und – keinesfalls zu vergessen – der Jugendclub Falle EB. Der neuerdings House6 Cloud heißt, ein Begriff, den Leiter und Jugendliche zusammen kreierten.

Vielfalt von Haus VI soll sich auch im Konzept widerspiegeln

Ein neuer Name also für ein besseres Image? Ganz so einfach, das weiß auch Guido Kanitz, ist es nicht. Doch genau diese Vielfalt ist es, die konzeptionell die Richtung vorgibt. „Mein Ziel ist es, dass alle, die da sind, besser zusammenarbeiten und kommunizieren.“ Jeder Verein suche Nachwuchs. Offene Türen sollen Interessierte anlocken, die mal hier und da reinschauen, Hemmungen abbauen, transparenter wirken. Dazu gehört offensive Öffentlichkeitsarbeit. Auf Facebook ist die Gruppe House6 cloud zu finden, weitere soziale Netzwerke sollen folgen, der Internet-Auftritt wird überarbeitet. Geplant ist ein offener Elternabend, um den Müttern und Vätern zu zeigen: Das sind wir, das machen wir.

Skaterbahn vor dem Jugendhaus kommt bestens an

Zudem soll es wieder regelmäßig Konzerte geben, nicht nur Hardcore und Punk. „Das obliegt dem Verein Rot/Schwarz“, sagt Kanitz. Das wird auch so selbst-organisiert bleiben, er wolle lediglich unterstützend wirken, mit denen zusammenarbeiten, die motiviert sind, neue Angebote schaffen. Seine Schwerpunkte setzt Guido Kanitz auf Jugendclubarbeit und Skaterbahn, die es seit einigen Wochen gibt. Rund 30 bis 40 Kinder und Jugendliche sind jeden Nachmittag da, vollführen Tabletopair, Nohander oder Kicksflips. Der Jugendhaus-Chef, selbst Vater eines Sohnes – im Oktober kommt Nachwuchs Nummer zwei – beobachtet das mit Freude – und Sorge. Angesichts der rasanten Fahrten und tollkühnen Sprünge, bei denen die Kids meist ohne Sicherung unterwegs sind. Kanitz holte einen Experten ins Haus, der erzählte, was sinnvoll und notwendig ist. Der erste Termin wurde bestens angenommen, am 1. Oktober gibt es um 16 Uhr den nächsten Workshop. Auch in puncto Jugendclub soll sich einiges tun. Guido Kanitz und sein Team wollen Kindern, Jugendlichen und auch Eltern zeigen: „Ein Jugendclub ist nicht nur ein Ort, an dem es kostenlos Internet, sondern auch Angebote gibt.“ Das müsse sicher nicht jeden Tag sein, mal wöchentlich oder einmal im Monat, aber so, dass jeder, der möchte, dabei sein kann. Auch in den Oktoberferien, für die gemeinsame Aktionen mit dem Ost-Jugendclub JuST geplant sind.

Guido Kanitz kann als Erlebnispädagoge neue Impulse setzen

Ideen jedenfalls gibt es viele, Guido Kanitz kann als gelernter Erlebnispädagoge neue Akzente setzen, Bogenschießen wär solch ein Angebot oder Klettern. Oder Haus-Übergreifendes, ähnlich dem Foto-Kurs, der zusammen mit der Lebenshilfe bereits läuft. Doch den Kindern nur fertige Projekte vorsetzen, darum soll es nicht gehen. Eher darum, mit ihnen zusammen Ideen zu finden. Natürlich wisse er auch, dass vieles am Geld hängt. Fördermöglichkeiten werden da natürlich gern genommen, auch bei der neuen Angestupst-Aktion von Sparkasse und LVZ hat sich das Jugendhaus beworben, „für Projekte, die langfristig fortgesetzt werden können.“

Von Kathrin Kabelitz

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