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Eilenburg Gut Pehritzsch soll zumReit- und Therapiezentrum werden
Region Eilenburg Gut Pehritzsch soll zumReit- und Therapiezentrum werden
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14:11 19.05.2015
Familiensache: Mike Jetting (links) hat sich der Reittherapie verschrieben, gemeinsam mit Sohn Lutz und seiner Familie will er das Gut Pehritzsch dafür herrichten. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

So gab es immer wieder Kritik an den Eigentümern. Die Hauptstraße 20 war in der Gemeinderatssitzung oft Thema: Dachziegel fallen von einem Gebäude, das gleich neben dem Fußweg steht. Der ist deshalb seit Jahren gesperrt.

Die bisherigen Eigentümer konnten die Sanierung offenbar einfach nicht stemmen, ihre Träume von der Pferdezucht zerstoben. Die Liegenschaftsverwaltung der Kloster Bergeschen Stiftung, die das Land nach Erbbaurecht verpachtet, hatte sich um einen neuen Eigentümer bemüht. Nun gab es einen Wechsel. Seit 1. Februar kann Mike Jetting das Ensemble sein eigen nennen. Inzwischen gibt es auch erste optische Veränderungen: Der Hof ist vom Schlamm beräumt, der auf den Pflastersteinen abgelagert war. Die Gemäuer, die Dächer, die hölzernen Türen zeugen indessen von alten Zeiten und signalisieren weiterhin: Hier ist noch jede Menge Arbeit nötig. "Naja, das soll ja auch eine Aufgabe für drei Generationen sein", sagt Jetting. Er will ein Reit- und Therapiezentrum mit Pferdepension einrichten. Bisher ist er Unterpächter auf dem Reiterhof Sehlis. Aber dort wird es zu eng. "Ich suche seit sieben Jahren einen Hof." Denn zwar stehen einige leer. Doch das Land ringsum fehlt. Schließlich habe er den Tipp von einem Landwirt bekommen. Der Kontakt zur Stiftung sei schnell hergestellt worden und schließlich stand er im Herbst zum ersten Mal auf dem Hof. "Die Koppeln und die schöne Einbettung in die Landschaft haben mich sofort fasziniert. Die Größe ist fantastisch."

Er weiß seine Söhne Lutz und Andreas, gelernte Zimmerer und Gärtner, an seiner Seite. Großvater Gerhard Jetting ist Bauingenieur. Mike Jetting gelernter Polier. Er führte jahrelang ein Baugeschäft, bis gesundheitliche Gründe eine berufliche Umorientierung erforderten. Mittlerweile ist er als Fachkraft für tiergestützte Therapie schon seit 2006 mit seiner Reitschule selbstständig, die er "Ad libitum" (lateinisch: nach Gutdünken, nach Belieben) genannt hat. Er behandelt unter anderem Schützlinge des Verbunds Kommunale Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenwohngruppen in Borsdorf und Panitzsch. Auch eine Praxis für Logopädie, Sprachheilkunde, ist in das Projekt eingebunden.

25 Pferde sollen von Sehlis umziehen. "Am Ende könnten es hier einmal 50 werden", umreißt der 47-Jährige das Ziel. Die Entfernung zum derzeitigen Standort sieht er nicht als Problem: "Die meisten meiner Patienten kommen ohnehin mit dem Auto."

Das umstrittene Gebäude am Fußweg soll so schnell wie möglich abgerissen werden. Die Genehmigung war der Vorbesitzerin bereits erteilt worden. Nun soll ein Fördermittelantrag über die Integrierte Ländliche Entwicklung gestellt werden. Jetting hofft auf eine Entscheidung bis Herbst, so dass die Steine des Anstoßes bis Jahresende aus dem Weg geräumt sein könnten. Der Denkmalschutz wünsche, dass die Front wieder geschlossen wird. Die Idee ist, Reihenhäuser zu errichten, auch ein benachbartes Gebäude soll fürs Wohnen umgebaut werden. Jetting kann sich vorstellen, dass Pferdebesitzer dann gleich mit ihren Vierbeinern nach Pehritzsch ziehen. Aktuell arbeite eine Architektin am Gesamtkonzept für die Anlagen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2015
Heike Liesaus

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