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Guter Mix, aber auch etliche Schwachstellen in Eilenburgs Handel

Guter Mix, aber auch etliche Schwachstellen in Eilenburgs Handel

Es ging um "Strategien für schwierige Standorte". Und Eilenburg ist zumindest kein einfacher. Wie lassen sich Käufer in die Geschäfte der Innenstadt locken? Diese Frage stand über dem Vortrag, zu dem die Industrie- und Handelskammer Gewerbetreibende aus der Region ins Eilenburger Bürgerhaus eingeladen hatte.

Eilenburg. Ist das mit Karten möglich, auf denen die Geschäfte verzeichnet sind? Können es etwa Wegweiser, auf denen die Schrift aufgrund der vielen aufzuführenden Ziele von Vorüberfahrenden nicht zu entziffern ist? Birgit Schönborn-Schwade und Marc Schwade von der Consilium-Gesellschaft verwarfen Ideen, die in vielen Kommunen in vergangenen Jahrzehnten verfolgt wurden. Selbst bunte Stadt- und Straßenfeste mit Imbiss-Buden und Hüpfburgen zögen die potenziellen Kunden eher an Läden vorbei als hinein. "Was bleibt? Unzufriedenheit", folgerte Schönborn-Schwade. Doch die Berliner hatten auch einen Ausblick mitgebracht: Sie verfolgen die Strategie, herauszufinden, welche gemeinsame Zielgruppe die Händler in der Stadt haben, womit gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden kann. Und dann müsse immer mal etwas passieren. Nichts Großes, Teures, aber das Angekündigte müsse gemeinsam erfüllt werden. Es könnte auch Workshops für Schaufensterdeko und Lichtkonzepte geben.

Was könne die Stadt tun, um mehr Leben in ihre Mauern zu bringen? Die verkehrstechnische Anbindung sichern, Beschilderung anbringen, die auf Parkplätze hinweist. Gerade in Eilenburg bleibe der Fremde, wenn er erst durch die Leipziger Straße mit ihren vielen Kurzeitparkplätzen durch ist, in dieser Hinsicht orientierungslos. Die Stadt könne auch die Sondernutzungs-Gebühren abschaffen, um den Händlern ohne Probleme ermöglichen, Waren vorm Geschäft zu präsentieren. Denn die Entscheidung der Vorübergehenden, ob sie aufgrund der entdeckten Angebote ein Geschäft betreten, falle in zwei Sekunden. Zu wenig für den Blick ins Schaufenster. Doch hier habe Eilenburg sogar schon vorgelegt, erklärte Heiko Leihe, Leiter des Bereichs Wirtschaftsförderung. Ein Meter vorm Geschäft kann frei genutzt werden. Nur 1,50 Meter Fußweg-Breite muss frei bleiben. Leihe erinnerte auch an den neu gegründeten Tourismus- und Gewerbeverein, der noch mehr Touristiker als Händler zählt.

Die Stadt könne eine Marketing-Startphase bezahlen oder an Öffentlichkeitsarbeit mitwirken, so Schwade. Auf keinen Fall aber könne sie Kaufmann sein. Das Geschäftsmodell sei das entscheidende. Generell sei Eilenburg jedoch hinsichtlich des Branchen-Mix gut aufgestellt: Alles da: Textilien, Schuhe, Schmuck, Bäcker, Fleischer.

Sorgen machen aber gerade Geschäfte, deren Betreiber aus Altersgründen aufgeben werden, so Ulrich Opitz vom Schuhhaus Kother. Für Geschäfte mit höherem Umsatz gebe es bei den Banken keine Finanzierung mehr. "Eigentlich stehen wir doch gar nicht so schlecht da. Uns geht's noch gut, dafür, dass wir den Großraum Leipzig vor der Tür haben", schaute dagegen Timo Theile positiv auf die Lage. "Bei mir hat das Treffen den Gedanken vertieft, dass wir die Gemeinschaft nach außen mehr darstellen müssen, sagte er hinterher. Silke Buhle, die ebenfalls eine Boutique betreibt: "Die Meinung, dass die Stadt stirbt, teile ich nicht." Sie nehme aus diesem Treffen mit, dass Gemeinschaft wichtig ist. Der Eintritt in den Tourismus- und Gewerbeverein sei sogar schon in Arbeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.03.2015
Heike Liesaus

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