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Eilenburg Häusliche Gewalt: 150 Straftaten in Eilenburg, Bad Düben und Delitzsch
Region Eilenburg Häusliche Gewalt: 150 Straftaten in Eilenburg, Bad Düben und Delitzsch
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07:00 24.03.2017
Die kleine Broschüre „Hilfe bei häuslicher Gewalt“ klärt auf, gibt Hoffnung und enthält Telefonnummern von Ansprechpartnern. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Häusliche Gewalt sollte tabu sein, aber kein Tabu-Thema. Denn es gibt sie. Und damit geholfen werden kann, ist wichtig, dass sich die Helfer kennen. In Eilenburg tagte deshalb jetzt das Netzwerk gegen häusliche Gewalt Nordsachsen. In Eilenburg zum Beispiel wurden im vergangenen Jahr 49 Straftaten dieser Art registriert, in Delitzsch 69, in Bad Düben 28, Taucha 33, Torgau 94 und Oschatz 69. Es gibt Fortschritte: Mittlerweile komme es öfter dazu, dass die Polizei die Koordinierungs- und Interventionsstelle informiert, wenn Betroffene Hilfe brauchen. Oder dass die Beamten selbst eine sogenannte Wegweisung im Sinne des Verweisens des oder der Gewalttätigen aus der gemeinsamen Wohnung vornehmen, berichtete Kerstin Kupfer vom Verein Wegweiser, der die Koordinierungsstelle betreibt.

Großer Bedarf in der Region

Nach wie vor ein Manko: Es gibt nur eine Schutzwohnung im Landkreis Nordsachsen, die von ehrenamtlichen Helferinnen betreut wird. „Das kann auf die Dauer kein Standard sein“, betonte Kupfer. Dass der Bedarf da ist, zeige sich darin, dass im Landkreis Leipziger Land, wo eine solche Wohnung in Borna vorgehalten wird, im vorigen Jahr letztlich 18 Frauen, die dort eine Bleibe suchten, abgewiesen werden mussten. Und es sei ja nicht so, dass das Angebot einen Bedarf erzeuge. Es mache ihn erst sichtbar. Damit das Problem für die Öffentlichkeit und Solidarität für die Betroffenen sichtbar wird, lief in Eilenburg im vorigen November die Lichteraktion vor dem Rathaus mit Andacht in der Kirche und Diskussion in der Arche im Gemeindehaus. „Doch wir wollen auch die Aktion ’Mut schöpfen’, die wir ebenfalls organisieren wollten, nicht aus den Augen verlieren“, versprach Carola Koch, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. Beim Gesundheitstag, der sowohl in Eilenburg als auch in Oschatz stattfand, hatte sie einen „stillen Tisch“ aufgebaut, von dem jeder Infomaterial wie die Broschüre „Hilfe bei häuslicher Gewalt“ mitnehmen konnte.

Hilfs-Angebote für Frauen und Männer

Dank der Aktivitäten suchen mehr Frauen Unterstützung. „Auch wenn die Situation in den Familien sicher nicht unbedingt schlimmer geworden ist“, schätzte Kerstin Kupfer. Und es seien nicht allein Frauen davon betroffen. Deshalb gibt es jetzt in Leipzig eine Männerschutzwohnung, die im Fall des Falles auch für Nordsachsen nutzbar wäre. Neue öffentliche Aktionen werden im November in der Woche zwischen dem Internationalen Männertag, am 19. November, und dem Tag gegen häusliche Gewalt, am 25. November, geplant. „Voraussichtlich können wir auch nochmals die Aktion ’Gewalt kommt nicht in die Tüte’ mit der Bäckerinnung organisieren“, erklärte Frank Scheinert, Bildungsreferent der Landesfachstelle Männerarbeit.

Die Broschüre gegen Häusliche Gewalt gibt es in öffentlichen Einrichtungen. 24-Stunden-Notrufnummer 0177 3039219. Notruf Männerhaus 0341 22397410.

Von Heike Liesaus

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