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Eilenburg Halbzeitbilanz in Bad Düben: 5000 Leute sind schon Heide-Bahn gefahren
Region Eilenburg Halbzeitbilanz in Bad Düben: 5000 Leute sind schon Heide-Bahn gefahren
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00:19 26.07.2017
Lokführer Michael Jungfer (links) und der DB-Kundenbetreuter für den Nahverkehr Thomas Helbig beim kurzen Zwischenstopp am Bahnhof Bad Düben. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Ein langer Hupton, dann überquert Michael Jungfer an diesem Tag zum zweiten Mal den unbeschrankten Bahnübergang in Bad Düben und bringt seinen knallroten Triebwagen nur 300 Meter weiter am Bahnhof der Kurstadt zum Stehen. Drei Personen steigen aus. Sie kommen aus Bad Schmiedeberg. „Wir sind Kurgäste in Bad Schmiedeberg und wollen die Burg besuchen. Der Zug ist die einzige Verbindung“, sagte Elfriede Helfricht aus Zwickau.

Von Eilenburg nach Wittenberg

Seit 14. April und noch bis 31. Oktober pendelt die Heidebahn zwischen Lutherstadt Wittenberg und Eilenburg. Rund anderthalb Stunden dauert die Fahrt bei bis zu 60 Stundenkilometern und kostet maximal 10,80 Euro zwischen Wittenberg und Eilenburg. Nach drei Monaten kann Michael Jungfer, Vorsitzender des Fördervereins Berlin-Anhaltinische Eisenbahn, eine positive Bilanz der Zugeinsätze durch die Dübener Heide vermelden. „Unser erklärtes Ziel war die Strecke nicht sterben zu lassen. Nach längerem Stillstand und mit Unterstützung der Aufgabeträger Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) und Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) konnten wir die Strecke zwischen Wittenberg über Bad Düben bis Eilenburg im April wieder aufnehmen. Am Wochenende und an den Feiertagen verkehren die Triebwagen bis zu vier Mal in jede Richtung“, so Jungfer.

Erste zahlenmäßige Erhebungen belegen, dass zur Halbzeit etwa 5000 Fahrgäste den Zug benutzt haben. Vor allem an Feiertagen wie Pfingsten oder das Lutherfest in Wittenberg steigen die Zahlen der Fahrgäste sprunghaft an. Doch auch an den normalen Wochenenden sitzen viele Gäste im Zug und fahren zwischen den Kurstädten sowie Wittenberg und Eilenburg hin und her. „Der Fahrplan ist so gestaltet, dass Leerfahrten vermieden werden. Überall hat man dann Anschluss. Sei es in Wittenberg in Richtung Berlin oder in Eilenburg nach Leipzig“, so Jungfer weiter. Ende des Jahres soll dann eine Auswertung der Fahrgastzahlen erfolgen. Erst danach wird entschieden, wie es mit der Verbindung weitergeht. „Es ist alles möglich. Von erneute Stilllegung bis zur Fortführung oder gar Erweiterung von Zügen. Wir haben von den Mitfahrern eine durchweg positive Bilanz. Viele wollen mal wieder Zug fahren und das mit einem Ausflug in die Region verbinden“, erzählte Jungfer.

Großes Interesse am Bahnverkehr

Das kann auch DB-Kundenbetreuer Thomas Helbig bestätigen. Er ist der Mann hinten im Zug, verkauft Fahrkarten, gibt Auskünfte und steht den Reisenden mit Rat und Tat zur Seite. „Die Nachfrage ist gut. Viele fragen nach mehr Verbindungen. Auch über die Woche hinweg“, weiß Helbig.

Jungfers Förderverein will jedenfalls alles in seiner Macht stehende versuchen, der Heidebahn eine Zukunft zu geben. Der Verein lässt Flyer drucken und hilft bei der Besetzung der Züge. Den Zugverkehr erbringt DB Regio AG mit seiner Marke Elbe-Saale-Bahn als Betreiber des Verkehres. Der Förderverein Berlin-Anhaltinische Eisenbahn aus Wittenberg unterstützt das Projekt. Michael Jungfer erstellte 2014, nachdem die Bahnstrecke Bad Schmiedeberg-Wittenberg eingestellt wurde, eine Konzept. Doch die Zahlen der Mitfahrer reichten für einen täglichen Betrieb nicht aus. Ab 2016 wurde zunähst ein Wochenendverkehr zwischen Lutherstadt Wittenberg und Bad Schmiedeberg an den Start gebracht. Danach gab es den Wunsch, diesen über die Landesgrenze bis nach Eilenburg auszudehnen.

Haltepunkte sind auf sächsischer Seite die ehemaligen Bahnhöfe Bad Düben und Laußig sowie Eilenburg-Ost und Eilenburg, wo S-Bahn-Anschluss nach Leipzig besteht. In Sachsen-Anhalt sind es unter anderem Bad Schmiedeberg und Söllichau.

Eine Untersuchung ergab, das täglich mindestens 1000 Fahrgäste notwendig seien, damit Bad Düben auch wieder in der Woche ans Bahnnetz kommt. Von maximal 600 gehen die Experten derzeit aber aus. Noch zu wenig für einen Regelbetrieb. Für Jungfer sei es auch eine Frage des politischen Willens an der Strecke. „Allerdings muss auch eine Finanzierung dahinter stehen. Sonst macht das keinen Sinn“, weiß der Vorsitzende.

Von Steffen Brost

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