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Eilenburg Heinzelberge: Endspurt auf dem Eilenburger Burgberg
Region Eilenburg Heinzelberge: Endspurt auf dem Eilenburger Burgberg
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06:00 10.05.2016
ie Stufen zur Terrasse zeichnen sich ab. Der Schotter wird aufgetragen. Die ersten Pflastersteine auf dem Platz vor der Heinzelberge werden verlegt.. Quelle: Fotos: Heike Liesaus
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Eilenburg

Es war ein Umbau mit Hürden, aber nun steht er unmittelbar vor der Vollendung: Das alte Gefängnis soll endgültig die „Heinzelberge“ werden und künftig Gästen ein komfortables Quartier bieten. Die Abläufe waren jedoch stark durcheinander gewirbelt worden: Der Bau war im September schon einmal fast fertig, als ein Rohrbruch erheblichen Wasserschaden anrichtete. Im Erdgeschoss mussten unter anderem der Estrich im Foyer und Flur, fast das gesamte Parkett, ein Teil des Innenputzes und selbst Badfliesen in drei Zimmern wieder abgerissen werden.

Nach ersten Trocknungsmaßnahmen gab es Ende November ein Treffen mit allen Firmen im Rathaus. Sie waren bereit, diesem Objekt, das das Bild der Stadt Eilenburg prägt, Priorität einzuräumen. „Und es hat super geklappt, trotz der allgemein guten Auftragslage“, lobt Karsten Steinbach, stellvertretender Fachbereichsleiter des Bereiches Bau in der Stadtverwaltung. „Stillstand auf der Baustelle gab es nur, wenn die nötigen Trocknungszeiten anstanden.“

Ab Dienstag, den 10.05.2016 werden nun die Zimmer möbliert. Die Küche ist bereits installiert. In einigen Tagen sind die Abnahme durch das Bauordnungsamt und danach die Übergabe an die Betreiberin geplant. Aber am 1. Juni ist noch eine offizielle Schlüsselübergabe mit dem Oberbürgermeister angesagt. An diesem Tag sollen Teile des sanierten Hauses von 15 bis 17 Uhr für alle Interessenten zu besichtigen sein.

Vom Dachgeschoss aus bietet sich der schönste Blick über Eilenburg. Dort sind vier relativ gleichwertige, komfortable Doppelzimmer sowie ein Einzelzimmer entstanden. Im Erdgeschoss gibt es ein behindertengerechtes Zimmer und den Frühstücksraum. Außerdem ist dort das Büro des Burgvereins untergebracht.

Auch die Außenanlagen kommen gut voran, berichtet Karsten Steinbach. Die Fundamente für die Pergola sind eingemessen und fertig. Derzeit montieren die Mitarbeiter der Firma Metallbau Wolf die Stützen. Diese Konstruktion soll die Umrisse des Eilenburger Schlosses nachvollziehen, das einst auf dem Berg stand. Die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen hatten deshalb großen Einfluss auf die Gestaltung des Vorplatzes. „Die Außenkanten der historischen Mauerkronen werden von der Pergola aufgenommen“, erklärt Steinbach. Das Schloss wurde im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden zerstört. Lange stand es als Ruine über der Stadt. Johann Wolfgang Goethe, der von Leipzig aus in Eilenburg eine Geliebte besuchte, erlebte diesen Zustand noch, so ist es bei den sonntäglichen Burgbergführungen zu erfahren. Goethe schrieb unter dem Eindruck des Ruinen-Anblicks noch Jahre danach die Ballade vom „Hochzeitsfest auf der Eilenburg“, die das „kleine Volk“ der Heinzelmännchen hielt. Mit der Kunst-Spiel-Erlebnis-Installation „Lauschberg“ sollen die Geräusche der Sagengestalten auch auf dem neuen Vorplatz hörbar werden. Ob die Teile bereits bis zum 1. Juni geliefert und montiert werden können, steht aber noch nicht fest.

Baustart für die Heinzelberge war im Herbst 2014. Bereits 2008/09 hatte die Stadt die Außenhülle des historischen, stadtbildbestimmenden Gebäudes gesichert. Als in 2014 das Nutzungskonzept stand und Fördermittel zugesagt waren, konnte der Umbau endlich starten. Daran, dass diejenigen, die einst in diesem Gebäude nächtigten, nicht freiwillig dort waren, erinnerte schon lange nichts mehr. Es war schon bis zum Anfang der 1990er Jahre als Wohnung genutzt worden, stand dann leer.

Die Schottertragschichten im Umfeld der Herberge sind nun fast vollendet. Die Hauptstufen und ersten Pflastersteine des erhöhten Bereiches vor dem Haus liegen auch schon. Zur Gestaltung des Hauptplatzes wird historisches Pflaster verwendet, erläutert der stellvertretende Bauchbereichsleiter: „So wird die Optik der Fläche nicht zu homogen und eher dem historischen Charakter des Umfeldes angepasst.“

Von Heike Liesaus

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