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Heinzelmännchen-Projekt beim Burgverein in der Diskussion

Heinzelmännchen-Projekt beim Burgverein in der Diskussion

Die Heinzelmännchen in Eilenburg und der Burgverein. - Darum sollte es beim Stammtisch in der Gaststätte Strandhotel gehen. Heiko Leihe, im Rathaus verantwortlich für Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit, war als Referent eingeladen.

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Bei der Diskussion mit Heiko Leihe gucken Burgvereinsmitglieder und Gäste manchmal auch skeptisch: Sollten mehr Tagestouristen für Eilenburg begeistert werden? Oder ist nicht besser, zuerst etwas für die Eilenburger selbst zu tun?

Quelle: Heike Liesaus

Schließlich soll die Heinzelmännchen-Sage der Stadt zu einem gewissen Alleinstellungsmerkmal verhelfen, gibt es das Projekt, das beim sächsischen Städtewettbewerb einen zweiten Platz belegte. Aber lassen sich so oder anders überhaupt Gäste in die Stadt zu locken und hat Eilenburg nicht erst einmal mit sich selbst zu tun? - So wurde beim Stammtisch auch über den Tourismus in der Stadt im Allgemeinen diskutiert.

Die Heinzelmännchen-Idee - gut und schön, aber sie reiche doch wohl nicht, um Besucher nach Eilenburg zu ziehen. Er sei froh gewesen, dass sich der Burgverein für das Areal engagiert, beschrieb Besucher Rainer Flöter seine Eindrücke. Aber früher sei der Blick Richtung Burg von der Stadt aus ein beliebtes Fotomotiv gewesen, damals als das Amtshaus noch unbeschädigt war und als der zweite Turm noch stand. Das ist längst nicht mehr so. Auch der Rundweg sehe nicht schön aus und sei bestimmt nicht mehr sicher. Die Gestaltung sei ins Stocken geraten. Ein anderer Anziehungspunkt im Osten der Stadt sei die Kiesgrube, sprach Flöter eine anderes Problemfeld an. Dort habe er sich schon vor 30 Jahren geärgert, dass es keine Schatten spendenden Bäume am Freibad gibt. Und sie wachsen dort immer noch nicht. Viele Eilenburger fahren auch deshalb lieber nach Böhlitz. Doch schließlich könnten Heinzelmännchen-Touren auch in diese Richtung führen. - Die Kiesgrube sei verpachtet, das Problem müsse also eher mit den Betreibern besprochen werden, stellte Steffi Schober fest, die nicht allein Burgvereinsvorsitzende, sondern auch Stadträtin der CDU-Fraktion ist. Zum Burgareal aber konnte sie sagen: "Wir stehen unmittelbar vor dem Durchbruch." Das alte Gefängnis soll zur Herberge ausgebaut werden und der Burgverein dort eine Möglichkeit der Präsenz bekommen. Andererseits könne trotzdem nicht davon die Rede sein, dass alles ins Stocken gekommen ist: Der Burgverein betreut den Mauerturm, den Sorbenturm, stellt das Reginenfest und die Walpurgisnacht auf die Beine, verwies sie auf die Aktivitäten der 1994 gegründeten Gruppe. Und ohne deren Druck, gab Heiko Leihe Unterstützung, wäre der jetzige Stand möglicherweise noch nicht erreicht.

Auch am Rundweg wurde zuerst mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und später über Projekte des Internationalen Workcamps gearbeitet. Wegen des Hangrutsches waren die Arbeiten zum Erliegen gekommen. Im Moment aber sei der Weg durchgängig begehbar, es solle aber noch etwas an einer rutschigen Stelle gemacht werden, berichtete Leihe. Allerdings werden Betreten-auf eigene-Gefahr-Schilder aufgestellt. Das sei aber an ähnlichen Wegen anderswo auch so.

Vermisst wurde indessen noch die offizielle Zusammenarbeit mit dem Burgverein in Sachen Heinzelmännchen. In der Arbeitsgruppe, die derzeit Projekte entwickelt, ist er nicht dabei, wenn auch zwei Mitglieder über andere Vereine darin mitwirken. Nun soll es aber, spätestens im April, eine öffentliche Veranstaltung geben, wo die bisher entwickelten Ideen vorgestellt und sich Interessenten, die mitmachen wollen, melden können. Immerhin ist der Verein schon heinzelmännisch aktiv gewesen. Schon lange vor dem Wettbewerbs-Projekt gab es Vorträge über die Sage im Schlosskeller oder thematische Führungen mit Kindergarten-Gruppen.

"Da wird an 20 bis 30 Stellen in Sachen Tourismus und Wirtschaft etwas gemacht und es wird versäumt, alles zusammenzuführen", sagte ein Besucher. Dieser Eindruck entstehe vielleicht auch deshalb, weil auch Projekte in der Diskussion sind, die dann nicht zustande kommen, vermutete Leihe. Immerhin gebe es nun mit dem neuen Tourismus- und Gewerbeverein eine gewisse Aufbruchstimmung, dazu tragen auch S-Punkt und S-Bahn-Anschluss des Bahnhofes bei, zudem würde Eilenburg ab 1. Mai eine Touristinfo bekommen, die Beschilderungen für Lutherweg und Eilenburger Schleife seien in Arbeit und mit der Integration in den Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland gebe es eine professionelle Betreuung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.02.2014
Heike Liesaus

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