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Eilenburg Heinzelmänner, Afrika-Kunst und Napoleon-Befehl am Museums-Tag im Eilenburger Museum
Region Eilenburg Heinzelmänner, Afrika-Kunst und Napoleon-Befehl am Museums-Tag im Eilenburger Museum
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14:16 19.05.2015
Spuren der Eilenburger Heinzel- männchen im Museum - das ist auch das Buch mit Zeichnungen von Horst Schönfelder. Quelle: Heike Liesaus

Außerdem soll eine 2500 Jahre alte Hohenprießnitzerin einen Namen bekommen. Sonntag wird dann von 10 bis 12 Uhr zum Tausch eingeladen.

Zum Auftakt der Museumsnacht liest Gunter Preuß ab 19 Uhr aus seiner Geschichte "Die Falle". Das beim Lychatz-Verlag erschienene Buch ist mit Bildern illustriert, die derzeit auch in der Sonderausstellung "Kiwanuka und Kamau" mit afrikanischer Kunst zu sehen sind. Es geht um Ada und Bo, die ihren Stamm vor dem Verdursten retten und versuchen wollen, das Geheimnis der Paviane zu ergründen. Das Buch ist für alle im Alter ab zehn Jahre geschrieben und auch für Erwachsene hörens- und lesenswert.

Auf die Suche nach Spuren der Heinzelmännchen geht es dann ab 20.30 Uhr mit Museumschef Andreas Flegel durch die Ausstellung. Dort wolle er "Wahres und Sagenhaftes" über die kleinen Wesen erzählen, macht er auf diesen besonderen Rundgang neugierig. Flegel verspricht zudem, die Frage zu klären, warum die Heinzelmännchen ausgerechnet in der Muldestadt ihre Heimat gefunden hatten.

Die wichtigste Rolle in der Sage hatte neben den Heinzelmännchen das Grafengeschlecht zu Eulenburg, von dem auch heute noch Nachkommen leben. Vor einigen Jahren hatten sie einen Film über ihre Familie produzieren lassen. Dieser wird in der Museumsnacht zum zweiten Mal überhaupt in der Öffentlichkeit gezeigt. Dieser erste Teil, der die Eilenburger Geschichte umfasst, - denn um 1400 verließen die Grafen die Stadt - läuft im "kleinsten Kino Eilenburgs".

Weil auch Johann Wolfgang von Goethe mit der Heinzelmännchen-Sage zu tun hat - er schrieb das "Hochzeitslied" über das Treiben des kleinen Volkes - heißt es zur Museumsnacht im historischen Klassenzimmer "Schreiben wie Goethe". Dort kann ganz einfach mal die altdeutsche Schrift mit Feder und Tinte geübt werden.

Erstmals präsentiert wird eine 2500 Jahre alte Hohenprießnitzerin, die für die Ausstellung zum "Leben" erweckt wurde. "Für sie wird auch noch ein Name gesucht", so Andreas Flegel. Wer eine gute Idee hat, kann diese bei der Museumsnacht weitergeben.

Schätze aus der Sammlung, die sonst nicht in der Ausstellung präsent sind, werden ebenfalls zu sehen sein: das vermutlich letzte schriftliche Zeugnis von Johann Sebastian Bach, die Eilenburger Lutherbriefe und Teile des Hohenprießnitzer Silberschatzes. Auch die restaurierte Lutherbibel wird erstmals wieder öffentlich vorgestellt.

Ein Befehl des Kaisers Napoleon ist für diesen einen Abend im Museum im "Roten Hirsch", wo er vermutlich geschrieben wurde, während er auf der Burg Düben verfasst wurde. Der Eigentümer des seltenen Dokuments ist zu Gast und beantwortet gern Fragen.

Puppenstube und Aschenbecher sind dagegen Neuzugänge. Die Küche im Miniaturformat mit winzigem Tisch Stühlen, Herd und Geschirrschrank übergab die Krostitzerin Barbara Melior dem Museum. Die Stücke seien 1946 von einem einheimischen Tischler angefertigt worden. Den Aschenbecher, der für den am Markt ansässigen Glasermeister Wilhelm Lampe wirbt und der aus den 1920er/30er-Jahren stammen dürfte, habe ein anonymer Spender gebracht. "Er erscheint regelmäßig und gibt Objekte ab", freut sich Andreas Flegel. Im Museum gibt es schon eine kleine Sammlung von Eilenburg-Souvenirs. "Aber ein Stück dieser Art ist für mich neu."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.05.2014
lis

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