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Hochwasserschutz: Kossen macht schon mal das Tor dicht

Hochwasserschutz: Kossen macht schon mal das Tor dicht

"Wettlauf gewonnen, der Kossener Hochwasserschutz steht." - Das war bereits im vorigen Jahr um diese Zeit zu vermelden. Dieser Tage herrschte aber erneut Betrieb am neu gebauten Flügeldeich.

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Das Stemmtor in der Deichscharte, die zur Durchfahrt von Kossen in die Muldeaue dient, hat die Dichtheits-Prüfungen bestanden.

Quelle: Heike Liesaus

Kossen. Drei Mal sollen die Fachleute bereits eine Dichtigkeitsprüfung am Tor in der Deichscharte durchgeführt haben. "Und jedes Mal fuhren sie dann wieder schnell in alle Richtungen los", erzählt eine Kossenerin von ihren Beobachtungen. Offenbar sei das Tor, das die Durchfahrt im Flutfall verschließt, nicht dicht. Über solche Beobachtungen und Vermutungen war zuvor auch in der Jesewitzer Gemeinderatssitzung berichtet worden.

"Eine grenzenlose Geld-Verschwendung", stellte die Anliegerin vor Ort fest. Und wieder mal sei letztendlich der Seeadler schuld. Dessen Schutzzeiten für Paarung und Nachwuchsaufzucht hatten wie berichtet schon den Fortschritt des Deichbaus behindert. Und wegen des Vogels sei die teure Deichscharte mit dem Tor eingebaut worden. Normalerweise hätte es eine Überfahrt getan. Aber gegen diese Variante habe die Naturschutzbehörde ihr Veto eingelegt. Autoscheinwerfer von Schäfern und Anglern, die manchmal auch in der Dunkelheit auf den sonst gesperrten Weg in die Aue fahren, könnten den geschützten Vogel stören. "Dabei ist der uns immer näher gerückt, früher hat er weiter draußen gebrütet."

Urban Trültzsch, Ortschaftsrat und als Anlieger in Kossen selbst bereits mehrfach vom Oberflächen- und Flutwasser geschädigt, wollte den Ball dagegen eher flach halten: Er sei überzeugt, dass das technische Problem mit der Tor- dichtung letztendlich in den Griff zu bekommen ist. Und im Fall eines Hochwasserfalles sei der Schutz für Kossen sicher gegeben, denn an dieser Stelle eindringendes Wasser könnte mit einer Pumpe wieder zurückbefördert werden.

Das wiederum soll gar nicht nötig sein, ergab die Nachfrage bei der Landestalsperrenverwaltung: "Am Stemm- tor der Deichscharte Kossen wurden in letzter Zeit planmäßige Funktionsproben mit Dichtigkeitsprüfungen durchgeführt. Das ist ein ganz normaler Vorgang beim Bau solcher Anlagen", erklärte Katrin Schöne, Pressesprecherin der Behörde. "Mehrere Prüfungen sind vorgeschrieben. Dabei erfolgte gleichzeitig die Feinjustierung der Dichtungen und der Klemmleisten sowie die Unterweisung des zuständigen Personals in den Bedienmechanismus des Tores. Die Ergebnisse zeigten, dass das Tor dicht und so der Hochwasserschutz gegeben ist."

Auch für etwaige Ausfälle des Tores seien Vorkehrungen getroffen. "Als Ersatz werden zusätzliche Verschlusselemente, sogenannte Dammbalken aus Aluminium, vor Ort bereitgehalten. Auch das ist eine standardmäßige Sicherheitsmaßnahme", erläutert Schöne weiter. Sie kann die Wogen ebenfalls in Sachen Kosten glätten: "Es sind kaum Kostenunterschiede zwischen dem Einbau eines Hochwasserschutztores und einer Deichrampe vorhanden. Auch bei einer Deichrampe müssen zusätzliche technische Anlagen gebaut werden wie beispielsweise die Deichüberfahrt selbst und die Straßenbefestigung."

Das gesamte Bauwerk sei nun fertiggestellt und voll funktionstüchtig. Die offizielle Abnahme soll dieser Tage erfolgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.11.2014
Heike Liesaus

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