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Eilenburg Hoffest lockt Tausende nach Wöllmen
Region Eilenburg Hoffest lockt Tausende nach Wöllmen
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08:00 12.09.2011
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. Tausende lockte das bunte Treiben auf den Apfelhof, wo sich über 50 Stände mit regionalen Produkten und altem Handwerk präsentierten.

Es ist Sonnabend, kurz nach 10 Uhr und ein Durchkommen scheint auf den ersten Blick kaum noch möglich zu sein. Auto an Auto schlängelt sich an den Apfelplantagen vorbei in Richtung Wöllmen. Auf dem Obsthof Dottermusch herrscht bereits rege Betriebsamkeit. Die ersten Besucher schlürfen an ihrer Kartoffelsuppe samt Bockwursteinlage, am Apfelstand wird erst rege verkostet und dann gekauft. Zehn Sorten präsentiert Henri Naumann an diesem Tag. Die Rubinette sei besonders gefragt, erzählt der junge Mann. Fruchtig, aber leicht säuerlich schmeckt dieser Apfel. Wer es besonders süß und saftig mag, dem empfiehlt er den Shampion. Und so wird geguckt und gekauft, reihen sich Stand an Stand. Gartenfreunde kommen auf ihre Kosten, Liebhaber der Schmiedekunst beim Hohenprießnitzer Kunstschmied Roger Widdermann, es dürfen Papier geschöpft, Keramik gekauft und Pantoffel ausprobiert werden. Bernd Höhne aus Pristäblich klärt über seine Wachtelhühner auf und will sie an Hobby-Züchter bringen, während die Tischlerei Siegmund Schneider Laußig Raritäten im Bereich Holzmobiliar präsentiert. Süffige Brennereispezialitäten hat Gert Scheithauer aus Bad Düben im Angebot und Kürbisse, so weit das Auge reicht, der Landschaftspflegeverband.

Wöllmen. Das Hoffest in Wöllmen war am Sonnabend und Sonntag der Besuchermagnet schlechthin in der Eilenburger Region. Tausende lockte das bunte Treiben auf den Apfelhof, wo sich über 50 Stände mit regionalen Produkten und altem Handwerk präsentierten.

Dort hat es auch die Familie Bornstein aus Mölbitz hin verschlagen. Mutter Katrin und Vater Mike bemalen mit ihren Töchtern Rebecca und Lisa-Marie die kleinen Früchte. „Hier ist viel los, es gibt interessante Sachen zu sehen", sagt Katrin Bornstein. Ein ideales Fest für einen gemeinsamen Familienausflug.

Beim süßen Süppchen aus der Holunderfrucht, verfeinert mit Pflaumen und Croutons zeigt sich Obstbauer Dieter Dottermusch zufrieden „Unsere Leute, die die Selbstpflücke betreuen, kommen gar nicht hinterher. Dort stehen die Leute Schlange", habe er soeben erfahren. Und tatsächlich sind die Plantagen ein paar Hundert Meter weit vom Obsthof entfernt ebenso gut besucht, wie das Fest als solches. Die Leute, viele aus Leipzig angereist, schleppen Körbe und Beutel mit Äpfeln.

Andere wiederum schlendern in aller Gemütlichkeit an den russischen Gänsen und Enten mit Häubchen auf dem Kopf vorbei in Richtung Wiese, wo sich die einzelnen Stände befinden. Über 50 sind es diesmal. Und Dottermusch ist sich seinem Motto treu geblieben, das da lautet: Aus der Region für die Region. Die regionalen Produkte kommen an. Und der eine oder andere ist gewillt, ein paar Cent oder Euro mehr zu bezahlen, als im Supermarkt um die Ecke.

Gefragter Mann am Wochenende war der Apfel-Experte Ralph Frankenstein aus Halle. Bei ihm konnte man unbekannte Apfelsorten abgeben. Das Ehepaar Hilbig aus Leipzig machte davon Gebrauch, legte einen kleinen, runden Apfel auf den Tisch. Frankenstein blätterte in seinem Büchlein, probierte vom Apfel und Minuten später stand fest: Das ist ein Macaun. Der kam in DDR-Zeiten als Lizenz-Apfel über den großen Teich aus Amerika. Kathrai und Wolfgang Hilbig war dies unbekannt. Sie hatten erst kürzlich einen Garten übernommen und wollten nun wissen, was für eine Apfelsorte bei ihnen heranreift. Rätsel gelöst.

Auch gestern herrschte nochmal Hochbetrieb in Wöllmen. Und wer mehr über Äpfel erfahren möchte, ist am 24. September in Wöllmen richtig. Dann findet eine Obstbörse statt.

Nico Fliegner

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