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Honig, Wolf und Bauernhof – so spannend ist der Unterricht an der Naturparkschule

Doberschütz Honig, Wolf und Bauernhof – so spannend ist der Unterricht an der Naturparkschule

Vor einem Jahr wurde die Grundschule Doberschütz die erste Naturparkschule in Sachsen. Jetzt liegen hinter den 1. bis 4. Klassen schon einige Projekte. In vier Jahren muss der Titel verteidigt werden.

Jan Veit zeigt, wie man den Wassergehalt des Honigs messen kann.

Quelle: Kathrin Kabelitz

Doberschütz. Den 13. Juni 2016 haben Schüler und Lehrer der Grundschule Doberschütz noch gut in Erinnerung. Seit diesem Tag trägt die Einrichtung den Titel Naturparkschule. Ein Name, der verpflichtet, zumal die Heide-Gemeinde die erste in Sachsen ist, die das Zertifikat bekommen hat. Zunächst für fünf Jahre. Ob sie den Titel verteidigen kann, weiß noch keiner. Schulleiterin Ingetraud Reiche und ihr Team wollen deshalb nichts dem Zufall überlassen: „Wir müssen auch was tun.“

Unterricht in der Natur

Einiges haben sie bereits geschafft. Akribisch wird aufgelistet, was in den letzten Wochen und Monaten alles passiert ist. Bei einer Nistkasten-Wanderung in die Winkelmühle entdeckte die 1. Klasse unter Begleitung eines Naturschutzbund-Mitglieds zwei Kinderstuben von Fledermäusen. Im Winter wurde das Futterhäuschen für die Vögel regelmäßig aufgefüllt, eine Lesesafari führte die Schüler gemeinsam mit der Bibliothekarin und Imker Jan Veit rund um den Morellensee. Die 2 a widmete sich verstärkt dem Thema Nutztiere. Sie sahen sich auf einem Bauernhof das Hühnermobil an, waren im Rahmen des Projektes „Bauer für einen Tag“ auf dem Stichel-Hof. Die 2 b säte auf der 2016 angelegten Blumenwiese nach, pflegte dies und goss regelmäßig. Außerdem wurde Erdbeermarmelade gekocht. Die 2. und 3. Klassen zogen zudem bei den Vogelzählung los, sahen sich im Tierpark bei den Haustieren um und waren beim Naturparkfest mit einem Programmbeitrag beteiligt. Die 3. Klasse hatte die Themen Wildkatze und das Projekt Wolf. Die Abschlussarbeit war die Gestaltung eines Kranichbeobachtungs-Wagens bei Wöllnau nach den Entwürfen der Kinder. Die Klassenfahrt in die Dahlener Heide hatte unter anderem die Stationen geführte Wanderung, Besuch auf dem Bauernhof und in einer Molkerei.

Jan Veit zeigt Leon, Konstantin und Philip, wie das Honigschleudern funktioniert (von links)

Jan Veit zeigt Leon, Konstantin und Philip, wie das Honigschleudern funktioniert (von links). Lehrerin Pea Prokein schaut zu

Quelle: Kathrin Kabelitz

Als Bürgermeister Roland Märtz (CDU), der zugleich Vorstandsmitglied im Verein Dübener Heide ist, bei einer Tagung der Naturparke vom Projekt Naturpark-Schulen hörte, dachte er gleich: „Das wär was für uns.“ In der Schule und beim Elternrat kam die Idee gut an. Die Grundschule setzt ohnehin auf Naturthemen, kann, anders als viele andere Schulen, einen eigenen Schulgarten nutzen, hatte bereits eine eigene Bienen-Schaubeute und eine Blühwiese für Insekten angelegt – und trotz der Lage an der viel befahrenen Bundesstraße ein ganz großes Pfund, mit dem sich wuchern lässt: dem Wald quasi vor der Haustür. Beste Voraussetzungen für das, was eine Naturparkschule leisten sollte: Kenntnisse über Natur und Landschaft sowie die Geschichte und die Kultur der Naturparkregion Dübener Heide werden im Unterricht vermittelt, beispielsweise an Projekttagen und bei Exkursionen. Hilfe bekommt die Schule unter anderem vom Verein Dübener Heide.

Neue Pläne

Als Belastung haben Schüler und Lehrer den Titel noch nicht empfunden. Im Gegenteil. Ideen für neue Projekte gibt es immer wieder. Und auch bewährtes wird fortgeführt. Wie die AG Natur und Umwelt von Lehrerin Pea Prokein. Aktuelles Thema ist das Bienenschauhaus und die Honigernte. Imker Jan Veit zeigte kürzlich, wie das Honigschleudern funktioniert. 1,5 bis 2 Kilogramm des süßen Goldes könnten zusammenkommen.

Von Kathrin Kabelitz

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