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Eilenburg Hortneubau in Eilenburg Ost wird teurer – Baustart jetzt erst im März 2017
Region Eilenburg Hortneubau in Eilenburg Ost wird teurer – Baustart jetzt erst im März 2017
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12:47 19.07.2016
Baugrunduntersuchungen ergaben: Der Boden muss erst ausgetauscht werden. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Das Ziel steht weiterhin: 200 Plätze soll der Hortneubau an der Grundschule Ost in Eilenburg bieten. Damit würden dringend benötigte Kapazitäten in den Kindertagesstätten frei. Doch von der Idee, mit der Errichtung des Hauses hinter der Schule bereits im November zu starten, hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag verabschiedet.

Pläne für die Auswirkungen sind gemacht: „Wenn wir im März ordentlich loslegen, wird der Hort eventuell zwei Monate später als gedacht, also im Oktober, fertig. In dieser Zeit könnten die Hortkinder in den Schulräumen betreut werden“, erklärte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos).

Gründe für die Verschiebung: „Es gibt das Risiko unkalkulierbarer Kosten in der Winterphase. Und es sind bessere Vergabekonditionen zu erwarten“, erläuterte Petra Zimmermann, Leiterin des Bereichs Bau in der Stadtverwaltung. Die Hoffnung: Die Baufirmen könnten kostengünstige Angebote machen, weil sie jetzt eher noch Aufträge fürs nächste Jahr suchen, während sie für die letzten Monate 2016 bereits gut gebucht sind. Zudem gibt es Grund zum Sparen: Die nun berechneten Kosten für den Bau liegen statt bei 2,6 Millionen Euro, wie zuerst geschätzt, bei knapp 3 Millionen Euro.

Bodenaustausch nötig

Dabei schlägt allein der nötige Bodenaustausch mit 110 000 Euro zu Buche. Eine Untersuchung des Baugrundes ergab: Er ist nicht tragfähig. Es gibt lockere Auffüllungen, die bis in vier Meter Tiefe reichen. Es wurde geprüft, den Hort an anderer Stelle auf dem Gelände zu bauen, aber alle anderen Varianten sind als unpraktikabel oder teurer verworfen worden. „Fenster und Türen mussten nach dem Brandschutzplan geändert werden. Außerdem gab es nach Gesprächen mit dem Nutzer Flächenvergrößerungen“, erklärte Petra Zimmermann weiter Ursachen der Kostensteigerung.

Kostendeckelung abgeschafft

Entstehen soll ein freistehendes eingeschossiges Gebäude mit acht Gruppenräumen und Mehrweckraum, der gleichzeitig als Aula und Speiseraum der Grundschule dient. Die Trägerschaft wird die Volkssolidarität übernehmen.

Sollte sich der Stadtrat mit dem Beschluss gleich verpflichten, die bisher noch nicht über Fördermittel und Kreditermächtigung gedeckten Bauausgaben im Haushalt 2017 zur Verfügung zu stellen? Immerhin galt bisher ein Entscheid zur Kostendeckelung bei 2,6 Millionen Euro. „Wenn wir jetzt erstmal die Lose eins bis sieben ausschreiben, sind die 2,6 Millionen noch nicht verbraucht. Aber dann sehen wir doch, ob wir unser Sparziel erreichen“, so Volker Enigk (CDU).

Ellen Häußler vom Freien Bündnis argumentiere dagegen: „Ich finde, wir sollten den ersten Schritt machen und beschließen. Ich gehe davon aus, dass die Stadtverwaltung verantwortungsbewusst mit den Kosten umgeht.“ Nach dem Versprechen vom Oberbürgermeister, „alles zu tun, um zum vernünftigen Preis einzukaufen“, konnten sich die meisten Stadträte doch mit der Verpflichtung anfreunden. Beim Baubeschluss für den Hortneubau Grundschule Ost gab es dann mehrheitlich Zustimmung und nur zwei Enthaltungen.

Platten abgewählt

Ebenfalls in kritischer Betrachtung stand die Fassadengestaltung, die der Entwurf des Büros Giersdorff Architekten vorsieht. 34 Quadratmeter farbige Platten sollen den Eingangsbereich akzentuieren, aber auch das Tor des Außenlagers verkleiden. Das Material ist schon von mehreren Bauten, die das Büro betreute, unter anderem am Mehrzweckgebäude Hallesche Straße bekannt. Die theoretische Einsparung ohne Platten liege aber nur bei 2650 Euro, so die Baubereichsleiterin. Im Rahmen der Gesamtausschreibung könnte der Spareffekt gegen Null gehen. Doch auch Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) sprach sich gegen diese Elemente aus: „Ich habe etwas gegen alles, was bei einem Hortbetrieb kaputtgehen könnte. Mir ist ein fester Putz lieber.“ Die extra in Gang gesetzte Abstimmung über diesen Punkt ergab eine Anti-Platten-Mehrheit im Stadtrat.

Von Heike Liesaus

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