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Illegal aufgestellte Altkleidercontainer sorgen für Ärger

Illegal aufgestellte Altkleidercontainer sorgen für Ärger

Sie sind beige und haben eine große Klappe. „Gesammelt wird: Kleidung, Schuhe und Federbetten", ist darauf zu lesen. In die Container, die seit einiger Zeit im Eilenburger Stadtgebiet stehen, kann, wer will, seine Altkleider hineinwerfen.

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Zwei von 26 illegal aufgestellten Containern sind derzeit am Lidl-Markt in Eilenburg zu finden.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Eine gute Sache? Eher nicht. Wer mit dem Einwurf seiner Altkleider Bedürftigen helfen will, sollte sich gegebenenfalls lieber an die Kleiderkammer wenden. Denn der Inhalt der beschriebenen Container wird vermarktet. Je nach Güte lässt sich ein Teil der Textilien in Ländern der dritten Welt verkaufen. Aber auch hierzulande ist Bedarf: Baumwollsachen zum Beispiel, in viereckige Tücher gerissen, sind etwa in hiesigen Autowerkstätten gefragt. Mit der Alttextilverwertung beschäftigt sich ein ganzer Gewerbezweig. In diesen Kanälen landet zwar auch der Inhalt der Container, die der Entsorger Remondis Eilenburg vorhält, doch diese stehen mit Sammel-Genehmigung der Stadt parat. Kenntlich sind sie an der grünen Farbe und an den Remondis-Aufklebern. Währenddessen der Button „Dieser Container ist genehmigt" bei den anderen nicht das hält, was er verspricht. Wer es näher wissen will und die angegebene Nummer wählt, landet bei einem Anrufbeantworter. „Wir sind in diesem Fall Dienstleister für einen Dritten, werden pauschal nach Tonnage bezahlt, holen nur raus, was Müll ist und wir sind fürs Sauberhalten der Stellplätze verantwortlich", erklärt die Eilenburger Remondis-Geschäftsführerin Marion Zapf. Besonders viel werfe das nicht ab, es helfe, die Fahrzeuge besser auszulasten. „Wenn wir an Schulen und Kindergärten sammeln, geben wir ihnen sogar noch etwas ab." Dass hier plötzlich noch jemand anderes mitmischt, sei aber zu spüren und fehle an der Tonnage. Immerhin werden 26 illegale Container im Stadtgebiet gezählt. Remondis selbst hat ebenso viele aufgestellt. „Sie sind nicht nur in Eilenburg aufgetaucht, sondern auch in Wurzen. Allein in Leipzig gibt es 500", weiß Steffen Hüttl von Remondis, der extra beauftragt ist, das Problem im Auge zu behalten. „Die sind wie die Heuschrecken, weil sich damit Geld verdienen lässt." Und zurzeit mehr als sonst. Die Preise für das Recycling-Material sind gestiegen. Das ruft dann schnell weitere Akteure auf den Plan. Damit lässt sich auch erklären, warum es in manchen Wohngebieten jetzt gehäuft Sammlungen gibt, bei denen Wäschekörbe oder Plasteeimer direkt vor die Haustüren gestellt werden. Was nach neuer Gesetzgebung ebenfalls untersagt sein dürfte, so Zapf. Sie kenne Zeiten, in denen für solches Material fast nichts gezahlt wurde. Aber auch da standen die Remondis-Behälter bereit. Die Stadt hat bereits die Bochumer Firma angeschrieben. Die habe mit dem Anwalt gedroht. So lange es keine Entscheidung gibt, wird die Stadt nicht tätig, schätzt Hüttl. Viele Container stehen ohnehin auf Privatgrund, so wie zum Beispiel am Lidl-Markt. In solchen Fällen müsste sich der Eigentümer selbst wehren. In Wurzen allerdings machte die Stadt Ende August kurzen Prozess, sammelte 44 der Illegalen ein und transportierte sie zu einem Verwahrhof. Die Firma hatte die schriftliche Aufforderung zur Beräumung einfach ignoriert.

Heike Liesaus

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