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Immer mehr Dienstfahrräder in Nordsachsens Kommunen

Verwaltung Immer mehr Dienstfahrräder in Nordsachsens Kommunen

Stadt- und Gemeindeverwaltungen müssen mobil sein, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. In welcher Form und in welchem Umfang sie sich einen Fuhrpark leisten, bleibt ihnen selbst überlassen. Eine Umfrage in Nordsachsens Rathäusern ergab dabei: Dienstfahrräder sind offenbar im Kommen.

Landrat Kai Emanuel fährt gern mit dem Liegefahrrad.

Quelle: Wolfgang Sens

Nordsachsen. Stadt- und Gemeindeverwaltungen müssen mobil sein, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. In welcher Form und in welchem Umfang sie sich einen Fuhrpark leisten, bleibt ihnen im Rahmen der Selbstverwaltung selbst überlassen. Eine Umfrage ergab, dass es in den nachgefragten Gemeinden Nordsachsens mindestens einen Pkw gibt. Manche Rathäuser bieten ihren Mitarbeitern aber nicht nur motorisierte Fahrzeuge an: Dienstfahrräder sind offenbar im Kommen und scheinen mehr denn je eine kostengünstige Alternative zu werden.

Delitzsch beispielsweise hat derzeit 17 Fahrräder im Bestand, die unter anderem von Verwaltungsmitarbeitern beispielsweise für Baustellenkontrollen genutzt werden. Aber auch Hausmeister von mehreren städtischen Objekten überbrücken so kurze Entfernungen, genauso wie Tiergartenmitarbeiter und Feuerwehrleute. Außerdem gehören acht Pkw und Kleintransporter zum Fuhrpark. Genutzt werden dürfen sie von allen, nur für das OBM-Auto von Manfred Wilde gibt es einen Fahrer. Alle Fahrzeuge wurden gekauft und werden getauscht, wenn Reparaturen nicht mehr wirtschaftlich vertretbar sind. Im Durchschnitt werden 15 000 bis 20 000 Kilometer im Jahr absolviert.

Vier Fahrräder in Eilenburg

Auch in Eilenburg dürfen Verwaltungsmitarbeiter mit den sechs Pkw und den vier Fahrrädern selbst fahren, auch Vereinen werden sie zur Verfügung gestellt.

Dass private Pkw auch zu Dienstfahrten genutzt werden, ist in allen Verwaltung möglich, verpflichtet werden kann dazu jedoch keiner, hieß es aus dem Eilenburger Rathaus. Vergütet werden die gefahrenen Kilometer nach dem sächsischen Reisekostengesetz mit 30 Cent.

In der Gemeinde Krostitz sind zwei Dienstfahrzeuge im Einsatz. Ein VW Golf der für vier Jahre geleast ist und ein Ford Ka, den die Kommune gebraucht gekauft hat. „Die Autos werden ausschließlich dienstlich genutzt, für kurze Strecken stehen auch Fahrräder zur Verfügung“, sagt Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU). Die Bad Dübener Stadtverwaltung hat zwei Dienstwagen, einen Kleinwagen und einen SUV. Letzterer wurde nach dem Hochwasser 2013 angeschafft, „weil er geländegängig ist“, war aus dem Rathaus zu erfahren. Der Kleinwagen wird vor allem von den Politessen genutzt. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) hat keinen Dienstwagen, fährt mit ihrem privaten Pkw auch zu dienstlichen Terminen und lässt sich diese Kilometer bezahlen.

Ein Golf für den Rackwitzer Bürgermeister

Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) hat in seiner über 20-jährigen Bürgermeistertätigkeit erst Ende 2015 als Dienst-Pkw einen Nissan Qashqai Acenta angeschafft. „Das war das wirtschaftlichste Fahrzeug“, so der Bürgermeister, der nur auf einer Anhängerkupplung bestand. Er versteuert monatlich ein Prozent des Listenpreises und spart sich so die Kilometerabrechnung. Für die Gemeinde sei das Ganze kostenneutral, hieß es. Neben dem Nissan hat die Gemeinde für ihre Mitarbeiter noch einen Opel Corsa.

Die Gemeinde Rackwitz lässt zwei kommunale Volkswagen rollen. Der Golf ist für den Bürgermeister, der Polo für die übrige Verwaltung, deren Mitarbeiter damit wie in vielen anderen Verwaltungen auch zum Beispiel zu Außenterminen oder Schulungen fahren. Dieses System habe sich bewährt, weil es weniger umständlich und bürokratisch sei, als wenn die Mitarbeiter jede Dienstfahrt mit dem Privat-Pkw beantragen und abrechnen. Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) darf den Dienst-Golf auch privat nutzen. Im Gegenzug zahlt er einen Anteil an den Unterhaltungskosten. Dienstfahrräder gibt es in Rackwitz hingegen nicht – dafür ist die Gemeinde mit ihren sieben Ortsteilen zu weitläufig.

Auf einen Dienst-Pkw ist die Wiedemarer Verwaltung bei ihren 17 Orten auch angewiesen. Er wird geleast, alle fünf Jahre getauscht und vor allem von der Bürgermeisterin genutzt. Auf Dienst-Fahrten mit Privat-Pkw soll weitestgehend verzichtet werden.

Von Ditmar Wohlgemuth

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