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In Eilenburg soll am 20. Februar der Weltrekord im 24-Stunden-Kreuzheben fallen

Herr Mette und die glorreichen Zehn In Eilenburg soll am 20. Februar der Weltrekord im 24-Stunden-Kreuzheben fallen

15 Jahre lang hat Marcel Mette auf diesen Tag hingearbeitet. Er hat tonnenweise Gewichte gestemmt, unzählige Gespräche geführt. Am 20. Februar wird sein Wunsch nun endlich Wirklichkeit. Zusammen mit neun Mitstreitern will der Eilenburger im heimischen Bürgerhaus den Weltrekord im 24-Stunden-Kreuzheben knacken und sich im Guinness-Buch verewigen.

Marcel Mette während seines Weltrekordversuchs im Jahr 2011.

Quelle: Daniel Kaiser

Eilenburg. „Das ist etwas für die Ewigkeit, das machst du nur einmal im Leben, total irre“, sagt Mette. „Ich habe solange versucht, eine Mannschaft zusammenzukratzen. Das ist für mich einfach nur ein Traum.“

Diesen Traum zu erfüllen, wird allerdings ein Grenzgang. Der alte Rekord aus dem Jahr 1997 steht bei 3137 Tonnen oder auch 3,137 Millionen Kilogramm. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 80 voll beladenen Sattelschleppern. Von den schwindelerregenden Zahlen lässt sich Mette nicht beeindrucken: „Das ist nicht unrealistisch, sonst würden wir es nicht machen. Wir wollen den Rekord“, sagt der sechsfache Weltmeister im Powerlifting.

Neben Muskelkraft kommt es auf die richtige Taktik an

Neben enormer Muskelkraft kommt es vor allem auf die richtige Taktik an. Das bekamen die Männer im ersten Training zu spüren. Sie legten 100 Kilogramm auf, schafften jeweils sechs bis acht Wiederholungen. Das bedeutet pro Durchgang etwa zweieinhalb Minuten Pause bis Mann wieder an der Reihe ist. Beim nächsten Versuch entschieden sie sich für 85 Kilogramm, kamen nach acht Stunden auf 1100 Tonnen. „Wir tüfteln noch an der Last, tendieren zu 85 Kilo. Da ist das Potenzial größer durchzuhalten. Die Taktik ist das alles Entscheidende“, meint Mette.

Mal zwischendurch hinlegen, wie vielleicht während eines 24-Stunden-Autorennens, funktioniert in diesem Fall also nicht. Eine längere Pause von etwa 15 Minuten soll aber jeder bekommen. Zeit für eine kurze Massage, Zeit für menschliche Bedürfnisse, aber eben auch „Zeit, in der es für die anderen umso härter wird“, sagt Mette. Schließlich muss ein fehlendes Glied in der Kette kompensiert werden.

Und als wäre der sportliche Teil nicht schon anstrengend genug, mussten die Eilenburger auch organisatorisch-technisch alles aufbieten. Sie ließen extra ein Computerprogramm schreiben, um die Daten exakt zu erfassen, Tonnagen und Stundenmittel zu berechnen. Schließlich soll jeder wissen, wie es auf dem Weg zum Rekord aussieht. Sogar live im Internet wird das Event übertragen. Viele Zuschauer vor Ort wären den starken Jungs freilich lieber. „Irgendwann wird das Heben stocklangweilig. Wir sind über Ablenkung, gerade in den Nachtstunden froh. Wir wollen Spaß haben und sind über jeden froh, der vorbeikommt“, erzählt Mette.

Weltrekord-Komitee hat Anmeldung noch nicht bestätigt

Nur die Verantwortlichen von Guinness lassen sich Zeit. Für die Eilenburger Rekord-Anmeldung, immerhin vom September 2015, gibt es immer noch keine offizielle Bestätigung. „Aber das tut der Sache keine Abbruch, wir ziehen das jetzt durch, falls nötig auch ohne Guinness-Bestätigung“, sagt Mette trotzig.

Zu lange hat er auf diesen Moment warten müssen. Und als endlich die Mannschaft stand, sogar der Termin (ursprünglich war das erste Wochenende 2016 geplant), brach er sich im vergangenen Oktober ein Bein – ausgerechnet beim Fußball. Der Hantelmarathon ohne Mette? Unvorstellbar. Der Termin wurde verlegt. Falls jetzt einem der glorreichen Zehn etwas zustoßen sollte, steht ein Ersatzmann bereit. In der unmittelbaren Vorbereitung heißt es für Mette und Co. ohnehin weniger ist mehr. „Fit halten, gesund bleiben, mal eine Stunde mit einer höheren Last trainieren und dann mit einem guten Gefühl rangehen“, sagt Mette.

Wofür die beinharten Kerle all das auf sich nehmen? Für eine Urkunde. Nur mit viel Glück taucht der Rekord tatsächlich eines Tages im Guinness-Buch auf. Denn dort erscheint immer nur eine Auswahl der vielen Tausend Aberwitzigkeiten aus der Welt des Sports. Am 20. Februar kann man eine davon live im Bürgerhaus erleben. Wie sagt Marcel Mette so schön: „Das ist etwas für die Ewigkeit.“

Diese Zehn wollen den Rekord knacken: Thomas Czerwinski, Paul Heddrich, Torsten Kammer, Stephan „Paule“ Strauß, Lion Lowag, Petrik Kaiser, Daniel Ebert, Christopher Görns, Kay Wunderlich, Marcel Mette.

Von Johannes David

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