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In Eilenburg und Bad Düben ist der Berufsnachwuchs knapp

Ausbildungsstart In Eilenburg und Bad Düben ist der Berufsnachwuchs knapp

Das Ausbildungsjahr ist auch in den Unternehmen in der Eilenburger und Bad Dübener Region gestartet. Schulabgänger mit guten Noten haben offenbar die Qual der Wahl, zeigt die Nachfrage. Viele Betriebe engagieren sich für den Berufsnachwuchs. Teilweise konnten mit dem neuen Ausbildungsjahr offene Stellen nicht besetzt werden.

Ein Teil der acht Azubis, die sich bei Schulz Systemtechnik in Doberschütz zurzeit zu Elektronikern qualifizieren, mit Betriebsleiter Thomas Wejda (Mitte) und der Ausbildungsbeauftragten Jana Kaaden (links).

Quelle: privat

Eilenburg/Bad Düben. Mit dem neuen Lehrjahr sind die Chancen für junge Leute, unkompliziert ins Berufsleben einzusteigen, sehr gut. Weniger gut sind geburtenschwache Jahrgänge für Betriebe, die ihr Lehrstellenangebot nicht ausschöpfen können. Und das ist, wie eine kleine Umfrage im Raum Eilenburg und Bad Düben ergab, nicht die Ausnahme wie noch vor Jahren.

Fleischer Krause ist enttäuscht

„Wir bilden seit einigen Jahren nicht mehr aus“, zeigt sich Fleischermeister Volker Krause nach wie vor enttäuscht von der Motivation, die er bislang von jungen Leuten für seine Branche erlebt hat. Der Eilenburger findet „keine geeigneten Bewerber“, wie er sagt. Und seine Mitarbeiter hätten auch nicht die Zeit, sich um Lehrlinge, „die keine Lust zum Arbeiten haben“, zu kümmern. Eine junge Frau begann bei Geißler Reisen im August eine dreijährige Ausbildung zur Reisekauffrau. „Für diese Stelle hatten wir drei Bewerbungen“, so Geschäftsführer Paul-Tilo Geißler. Vielmehr gebe es Bedarf, um die 40 Mitarbeiter zählende Busfahrer-Gruppe aufzustocken. Diese Qualifikation könnte der Nachwuchs aber nur bei einer Verkehrsakademie in Leipzig oder über Umschulungen bei der Arbeitsagentur erwerben. „Für Leute, die nicht nur einen Bus steuern, sondern auch mit Menschen umgehen können, haben wir immer Bedarf“, so der Chef des bekannten Eilenburger Reiseunternehmens.

16-Jährige findet Traumjob

Die Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (EWV) mbH bildet seit 15 Jahren ein bis zwei Studenten der Berufsakademie im Bereich Immobilienwirtschaft aus, ist von Geschäftsführerin Birgit Bendix-Bade zu erfahren. „Im August haben wir zusätzlich eine Auszubildende zur Immobilienkauffrau eingestellt, um beizeiten selbst für Nachwuchs zu sorgen.“ Nach Praktika in verschiedenen Berufen – als Verkäuferin, in einer Kita und in der Gastronomie – freue sie sich jetzt über die Zusage bei der EWV. Ein Bereich, für den sie sich auch durch die TV-Sendung „Mietern, Kaufen, Wohnen“ interessiert habe, so die 16-jährige Eilenburgerin Jenny Golle.

Betriebe wollen Lehrlinge halten

Bei Schulz Systemtechnik in Doberschütz ist die Ausbildungsbeauftragte Jana Kaaden „schon froh, dass wir von vier freien Stellen drei besetzen konnten“. Vor allem beim Handwerk gibt es bei Bewerbern nur noch die eine Wahl: sie möglichst zu binden. „Die Jugendlichen melden sich schon nicht mehr mit dem Abschluss der neunten Klasse, wie mal üblich, sondern erst im zweiten Halbjahr der zehnten“, so die Erfahrung. Für die insgesamt acht Azubis, die hier zurzeit zu Elektronikern ausgebildet werden, gibt es bei erfolgreichem Lehrabschluss eine hundertprozentige Übernahmegarantie. In dem Doberschützer Betrieb, den es seit über 25 Jahren gibt, werden vor allem moderne technische Komplettlösungen für die Landwirtschaft entwickelt.

Beim Maschinen- und Anlagenbauer Kampf LSF in Laußig freut sich Geschäftsführer Dr. André Mecklenburg über zwei künftige Industriemechaniker im ersten Lehrjahr. „Das ist immerhin die Zahl, die wir benötigen. Aber ein oder zwei mehr wäre noch besser.“ Trotz des guten Rufs als Maschinenbauer und trotz des Betriebsklimas hat LSF ein Problem: die Verkehrsanbindung. Schließlich haben 16-Jährige keinen Pkw-Führerschein und der Bus hält hier nicht so oft. „Auf der anderen Seite müssen die Auszubildenden aus der Region in die Berufsschule nach Leipzig“, stellt Mecklenburg fest. „Für ein kleineres Unternehmen ist es zudem nicht einfach, bei großen Ausbildern wie BMW und Porsche gegenzuhalten. Aber wir wollen künftig auch verstärkt die Verbindungen innerhalb der Kampf-Unternehmensgruppe nutzen, um über Kooperationen den Azubis etwas von der Welt zu zeigen.“

Von Karin Rieck und Heike Liesaus

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