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In Eilenburg werden weitere 175 Asylbewerber erwartet

Begleitetes Wohnen In Eilenburg werden weitere 175 Asylbewerber erwartet

In Eilenburg, in der Windmühlenstraße und im Nordring, werden insgesamt weitere rund 175 anerkannte Asylbewerber erwartet. Die 44 Wohnungen wurden von einer privaten Betreibergesellschaft hergerichtet. Um gute Nachbarschaft mit den Einheimischen sollen sich Sozialarbeiter in Kontaktbüros kümmern.

In der Windmühlenstraße 6 bis 12 sollen von den etwa 70 Wohnungen knapp 30 mit Asylbewerbern belegt werden.

Quelle: Alexander Prautzsch

Eilenburg. In den Windmühlenweg 6 bis 12 oder den Nordring 52 und 54 werden die ersten anerkannten Asylbewerber wohl nicht vor Pfingsten einziehen. Das war dieser Tage im Landratsamt zu hören. Das hänge von den nächsten Zuweisungen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in Chemnitz oder Leipzig ab. „Das erfahren wir in der Regel nur wenige Tage vorher“, sagte Dezernentin Angelika Stoye auf Nachfrage. Wenn es soweit ist, werde auch Eilenburgs Oberbürgermeister informiert. Zu den zurzeit 225 Asylbewerbern in Eilenburg kommen dann möglicherweise 175 hinzu.

Die bevorstehende Ankunft der Migranten bewegt die Mieter in den genannten Wohnblocks in Ost sowie in Mitte vor allem. Denn die Nachbarn haben mitbekommen, dass die Flüchtlingsunterkünfte schlüsselfertig sind. Das Angebot des Betreibers und Vertragspartners der Kreisverwaltung, der Riesaer Wohnheimbetriebsgesellschaft, an die Mitbewohner, über zwei Kontaktbüros mit Sozialarbeitern ins Gespräch zu kommen, werde angenommen, ist vor Ort zu hören. Klingelknöpfe mit dem Schildchen „Büro/Office“ weisen in der Windmühlenstraße 9 und im Nordring 54 den Weg. Mit Details hielten sich die Mitarbeiter gegenüber der Lokalpresse allerdings zurück und verwiesen schon wie der Vermieter und neue Eigentümer der Häuser, die Multi Trade Service (MTS) Wohnungsverwaltung mit Sitz in Oschatz auf Landratsamt und Stadtverwaltung. Aufs telefonische Nachhaken lässt sich in Oschatz lediglich in Erfahrung bringen, dass Wohnheim-Betreiber und Vermieter möglicherweise miteinander verflochten sind.

Stoye bestätigte auch diesmal, dass, je nach den konkreten Zuweisungen an den Landkreis, zwar die Belegung mit Familien bevorzugt werde, aber auch einzelne Männer-Wohngemeinschaften möglich seien. „Das Projekt-Modell der Begleitung von Flüchtlingswohnungen verfolgt der Landkreis bereits seit zirka einem Jahr in der Stadt Belgern mit sehr guten Erfahrungen“, versicherte die Dezernentin. Was bedeutet, dass die Neubewohner der knapp 30 Domizile am Windmühlenweg sowie der 16 am Nordring von Anfang an von den Helfern in den Kontaktbüros bei allem, was Integration und gute Nachbarschaft befördern soll, unterstützt werden. Ein Wunsch, der bei Einheimischen genauso wie bei Migranten, die im Bereich Windmühlenweg und Puschkinstraße bereits leben, gleichermaßen Vorrang hat. Hier gehören aber auch Mitglieder und Sympathisanten der örtlichen NPD und der Jungen Nationalen Nordsachsens zu den Mietern, die mit Propaganda-Aktionen sowohl im Internet als auch einem Schild in einem Küchenfenster keinen Hehl daraus machen, dass sie hier gegen ein „Asylantenheim“ sind.

Bislang habe es keine Konfrontationen gegeben, ist zu hören. Das es so bleibt, hoffen die meisten Bewohner in Eilenburg-Ost, wo sich zurzeit die meisten Asylbewerber konzentrieren. Immer mehr, auch das ist zu hören, sitzen deshalb auf gepackten Koffern und sind auf der Suche nach Wohnraum in einem anderen Viertel.

Von Karin Rieck

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Eilenburg
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