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In Eilenburgs Gewerbegebieten ist viel in Bewegung

Nachfrage In Eilenburgs Gewerbegebieten ist viel in Bewegung

Eilenburg will „das Beste von Leipzig“ sein und mit diesem Slogan Neubürger gewinnen. Doch Einheimische wie Zuzügler brauchen auch einen Arbeitsplatz. LVZ hat deshalb gecheckt, wie es in Sachen Ansiedlung von Unternehmen in den drei Industrie- und Gewerbegebieten der Muldestadt bestellt ist.

Eilenburg hat drei Industrie- und Gewerbegebiete.Das Am Schanzberg (1) ist nicht nur am stärksten ausgelastet. Es hat zudem die Besonderheit eines Schienenanschlusses

Quelle: Patrick Moye

Eilenburg. Die Muldestadt gibt sich mit dem Slogan der Wohnstandortkampagne „Eilenburg – Das Beste von Leipzig“ selbstbewusst. Klar, kann sie doch nicht nur mit erschwinglichem Bauland, sondern auch mit guter Kinderbetreuung, Schulen und einer von Schwimmhalle über Tierpark bis Bürgerhaus reichenden Freizeit-Infrastruktur punkten. Kann sie aber auch bei der Wirtschaft überzeugen? LVZ macht den Industrie- und Gewerbegebiets-Check.

Eilenburg weist 5 Prozent seiner Flächen als Industrie- und Gewerbegebiet aus

Die Muldestadt weist mit den drei Industrie- und Gewerbegebieten Am Schanzberg, dem Kunststoffcenter am ECW-Wasserturm und dem in Eilenburg Nord-Ost immerhin rund 240 Hektar Fläche aus, was fünf Prozent der Gemarkung entspricht. Abzüglich Straßen, Rad- und Gehwegen sowie Grünflächen stehen damit knapp 150 Hektar sogenannte Nettofläche für die Investoren zur Verfügung.

Das größte Gebiet befindet sich mit Am Schanzberg am Ortsausgang Richtung Delitzsch mit 92 Hektar Nettofläche. Mit 67 Hektar sind hier inzwischen 73 Prozent der Fläche an 18 Unternehmen verkauft. Dominiert wird das Gebiet, das über einen Gleisanschluss verfügt, nach wie vor von der Papierfabrik Stora Enso, wo allein rund 240 Mitarbeiter einen Job haben.

Statt Bonbons werden hier jetzt Pakete verpackt

Die jüngsten Zuzüge hier erfolgten im vergangenen Jahr mit der Landtechnik Friedrich GmbH, die das alte Mercedes Autohaus übernommen hat und mit Sportspar, einem Outlet-Handel für Sportkleidung und -ausrüstung. Bei Letzterem verschicken inzwischen über 40 Mitarbeiter von einer Liegenschaft, in der früher Bonbons vom Band rollten, täglich bis zu 3000 Pakete. Insgesamt, so schätzt Heiko Leihe, der für die Wirtschaftsförderung der Stadt zuständig ist ein, dürften auf dem Schanzberg um die 500 Leute beschäftigt sein. Sie stellen beispielsweise bei der Alu-Systemtec Fensterbänke und -profile her, fahren für den Regionalverkehr Bitterfeld Bus, produzieren bei Cetelon Nanolacke oder arbeiten bei der Awo Sachsen West in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Viel Bewegung rund um den Wasserturm

Die beiden anderen Industrie- und Gewerbegebiete sind mit jeweils 27 Hektar Nettofläche gleich groß. Im Namen ECW-Kunststoffcenter am Wasserturm spiegelt sich die Tradition des Eilenburger Chemiewerks, in dem einst über 2000 Beschäftigte tätig waren, bis heute wider. Solche Beschäftigungszahlen, so weiß Heiko Leihe, wird es nicht wieder geben. Dennoch ist der Wirtschaftförderer der Stadt froh, dass bei der Polyplast Compound Werk GmbH inzwischen nicht nur schon wieder beachtliche 150 Leuten beschäftigt sind, sondern eben auch weiterhin Granulat produziert wird. Ansonsten sieht er gerade für dieses Gebiet, das sich vor allem für Handwerk eignet, viel Bewegung. „Wir haben in diesem Jahr nicht nur an Polyplast eine 2,3 Hektar große Erweiterungsfläche verkauft. Erst vor wenigen Tagen ist der Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen mit seinen 40 Mitarbeitern hierher gezogen.“ Derzeit würde zudem gleich mit fünf Interessenten verhandelt, die ihre Flächen entweder erweitern oder sich wie eine Metallbaufirma und ein Mobilheimhersteller neu ansiedeln wollen. „Wenn von den fünf nur drei ihre Pläne tatsächlich umsetzen, würde das einen weiteren Schub für den Standort bringen, an dem derzeit etwa 250 Leute auf der Hälfte der verfügbaren Fläche wirken. Hier hat beispielsweise die Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik GmbH ihren Sitz. Die Eilenburger Stadtwerke produzieren mit ihrem Blockheizkraftwerk Fernwärme für die Unternehmen vor Ort und für Wohnungen in der Stadt. Zum Standort gehört übrigens auch das ehemalige Verwaltungsgebäude des Eilenburger Chemiewerkes, das die Stadt nach wie vor verkaufen möchte.

Auch Nord-Ost ist zu schade für Photovoltaik

Noch viel Platz gibt es im Industrie- und Gewerbegebiet Nord-Ost. Hier sind bisher erst fünf der 27 Hektar Fläche verkauft, die an das nicht dazugehörende EBAWE sowie an den Getreide- & Futtermittelhandel Sachsen angrenzt. Insgesamt etwa 80 Mitarbeiter zählen hier das Verteilzentrum der Deutschen Post, TB Elskes, das Fertigbeton mischt und Resitech, das ebenfalls Granulat herstellt.

Heiko Leihe ist optimistisch, dass es auch hier eine positive Entwicklung geben wird. „Die Zeit spielt da für uns“, sagt er. In Eilenburg bleibe es auf jeden Fall dabei, dass erschlossene Gebiete zu schade sind, um sie mit Photovoltaikanlagen zuzupflastern.

Jüngstes Gewerbegebiet so gut wie voll

Nicht unerwähnt lassen möchte Heiko Leihe das 1,5 Hektar große Gewerbegebiet Ecke Kospaer Landstraße / Bergstraße . Seit 2014 ist diese Fläche, in deren unmittelbarer Nachbarschaft Aldi 2018 seine neue Filiale errichtet, als eingeschränkte Gewerbefläche ausgewiesen. Hier will sich Baker&Bean, eine Bäckergastronomie, mit einer Filiale ansiedeln, die von Backwaren bis Pizza alles anbietet. „Damit“, so Heiko Leihe, „sind noch etwa 6000 bis 8000 Quadratmeter offen.“ Doch auch für diese gebe es aber bereits eine konkrete Anfrage.

Von Ilka Fischer

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