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In Eilenburgs Tafelgärten gedeihen die Früchte bereits prächtig

In Eilenburgs Tafelgärten gedeihen die Früchte bereits prächtig

In den Eilenburger Tafelgärten geht es wieder rund. In den Kleingartenanlagen Sewastopol und Schlossaue hat die örtliche Filiale des Technologie- und Berufsbildungszentrums Leipzig (TBZ) in der zweiten Saison die Bewirtschaftung der Gärten von einem Projekt im vergangenen Jahr in der Sewastopol-Anlage auf ein zweites in der Schlossaue ausgebaut.

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Rudolf Roll hat einen grünen Daumen unter anderem für Kartoffelpflanzen. Dabei muss er auch hinterher sein, dass ihm die Schnecken nicht die Ernte wegfuttern.

Quelle: Karin Rieck

Eilenburg. Und zwar zwischen April und September vom Jobcenter gefördert. Die gemeinnützige Gesellschaft tritt damit quasi in die Fußstapfen des Zweckverbandes Beschäftigungsförderung Nordsachsen. Den hatten die Mitgliedskommunen Eilenburg und Doberschütz vor etwa drei Jahren aufgelöst.

"Im vergangenen Jahr haben wir sechs Tafelgärten urbar gemacht. Die lagen, seit der Zweckverband hier schon einmal ein solches Projekt betreut hatte, fünf Jahre lang brach", berichtet Peter Heinemann, Vorsitzender der Sewastopol-Anlage. Darauf können die elf Frauen und Männer, die sich hier zurzeit zum Arbeitslosengeld II noch 1,50 Euro die Stunde hinzuverdienen, aufbauen. Auf rund 1600 Quadratmetern Nutzfläche sind die ersten Früchte bereits geerntet und über die Tische der Partner in der Tafelvereins-Außenstelle in Eilenburg gegangen: Rhabarber, Rettich, Radieschen und anderes mehr waren darunter. "Die elf Projektteilnehmer sind fleißig und pünktlich", lobt Peter Heinemann.

Auch René Wagner, TBZ-Mitarbeiter, Projektbetreuer und Vereinsvorsitzender in der Schlossaue in Personalunion, zeigt sich zufrieden mit dem Lauf der Dinge und der Arbeit vor Ort. Seit April bewirtschaften neuerdings auch hier 14 Langzeitarbeitslose elf Tafelgärten, die ihren Zustand seitdem schon gründlich gewandelt haben und in diesem Bereich nunmehr das jüngste TBZ-Projekt sind. Von den jeweils zwischen 250 und 300 Quadratmeter großen Parzellen im bereits 1907 gegründeten ältesten Gartenverein der Muldestadt sind sechs ohne Stromanschluss und deshalb für Pächter weniger interessant. "So können wir von den etwa 20 leeren Gärten, die es zurzeit bei uns gibt, einen Teil sinnvoll nutzen. Zudem hoffen wir, dass das Jobcenter auch für das nächste Jahr eine neue Tafelgärten-Saison bewilligt." Das Thema Hochwassergefahr sei für die Schlossaue weniger als im außerhalb der Stadt gelegenen Sewastopol ein Problem. Weil bekanntlich mit Nachbesserungen auf den Flutschutzmauern im Stadtgebiet die Gefahr weiter gebannt werde.

Jeder der Tafelgärtner weise spezielle Fähigkeiten und Talente auf, hebt Wagner hervor. Diese zeigen in der Schlossaue schon deutliche Formen. Rudolf "Rolli" Roll zum Beispiel habe einen grünen Daumen, ist für alle höher wachsenden Pflanzen wie Kartoffeln oder Bohnen zuständig. "Ich komme vom Dorf, habe mal in Bunitz gelebt und hatte auch schon einen Garten", so der 58-Jährige, der übrigens im Eilenburger Obdachlosenheim eine Bleibe hat und in der Schlossaue zu den engagiertesten Helfern zählt. "Sobald ein solches Projekt wieder startet, bin ich gern dabei", ergänzt der gelernte Maurer und nach über 16 Jahren beim Gleisbau eher einer, der gern an frischer Luft anpackt. Auch bei der Beseitigung von Flutschäden hat er schon fleißig geholfen. Für die gelernte Facharbeiterin für Textiltechnik Kerstin Purschwitz ist Büroarbeit auch nicht das Richtige, erzählt die 48-Jährige, während sie das Beet mit den jungen Zwiebeln von Unkraut frei hackt. Die Gartenarbeit sei für sie trotz diverser gesundheitlicher Probleme gut und vier Stunden am Tag letztlich auch machbar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2014
Von Karin Rieck

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