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Eilenburg In Eilenburgs altem Umspannwerk entstehen Wohnungen
Region Eilenburg In Eilenburgs altem Umspannwerk entstehen Wohnungen
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00:28 29.03.2018
Letzte Arbeiten beim Umbau: Marian Wydra behandelt in einer der kleineren Wohnungen einen Kaminabzug, der als dekorative Säule im Raum steht. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Was wird wohl aus dem alten Umspannwerk auf dem Eilenburger Berg? Das war lange Zeit eine spannende Frage. Denn das Objekt stand viele Jahre leer, es fand sich niemand, der etwas damit anfangen konnte. Nun sind ins technische Baudenkmal acht 50 bis 150 Quadratmeter große Wohnungen eingebaut worden, die für die Muldestadt ein Novum darstellen. Passend zur Wohnstandortkampagne „Eilenburg – das Beste an Leipzig“ sollen hier im April die ersten Mieter einziehen.

Bautrupp am Werk

Dank des etwas erhöhten Standpunkts ist das Umspannwerk vielen täglich vor Augen. In den letzten Monaten umringt von Baufahrzeugen. Früher rückte es den Passanten auf der B 87 sogar direkt vor die Kühlerhaube, denn die Bundesstraße bog am Grundstück vorbei ab. Alles längst Geschichte. Seit mehr als sieben Jahren schon gibt es den neuen Teil der Umgehung. Und aus der alten Trasse ist bis zum Umspannwerk eine Anliegerstraße geworden. Der weitere Teil wurde zum Radweg, der sich zwischen alten Bäumen gen Wölpern schlängelt. Statt Stromspannung herab zu transformieren, ist künftig also eher menschliche Entspannung angesagt. Außen sind Balkone angebaut, die Gestaltung der Außenanlagen und der Terrassen läuft noch. Im Inneren haben Bauleiter Kurth-Joseph Möslein und seine neun- bis elfköpfige Bautruppe in den vergangenen Monaten die Wohnqualitäten des Objekts im Auftrag der Firma BK Bau-Konzept mit Sitz in baden-württembergischen Waldbronn und im nordsächsischen Schönwölkau und entsprechend der Vorgaben des Architekten zu Tage gefördert.

Derzeit laufen die letzten Arbeiten. Maler wie Sylvester Lewko sind dabei, die Wände in Weiß erstrahlen zu lassen, Marian Wydra behandelt die Ziegel eines Kamins, der sich durch eine der Wohnungen zieht, sodass sie eine gleichmäßig antike Färbung erhalten. Im Dachgeschoss behielten dort, wo es sich anbot, Holzbalken ihren natürlichen Auftritt.

Nähe zur Stadt

An anderen Stellen sind die alten Strukturen der Betondecken aus den 1920er-Jahren erhalten geblieben. Eine der Wohnungen zieht sich über zwei Stockwerke bis ganz nach oben. Wo nötig wurden zusätzliche Fenster oder große Terrassentüren im passenden Stil eingefügt. Erhaltene Gitter-Werkstatt-Fenster wurden aufgearbeitet. Die eisernen neu verglasten Rahmen sind nun vor eine wärmedämmende Mehrfachverglasung gesetzt. „Hier haben wir zirka 1,50 Meter breite Öffnungen im Fußboden verschlossen. Irgendwo müssen die Transformatoren und Leitungen gewesen sein. Aber als wir anfingen, war schon alles weg“, zeigt der Bauleiter. Nebenan laufen Parkettarbeiten. „Derartige Objekte hat man in der Region nicht so oft. In Leipzig eher. Das ist sicher ein Alleinstellungsmerkmal für Eilenburg“, schätzt der Delitzscher Enrico Mühlner, der hier mit seinen Mitarbeitern gerade die Echtholzstäbe verlegt, die später noch ökologisch mit Holzöl versiegelt werden. Einen Lift gibt’s ebenfalls. Und eine Photovoltaik-Anlage, welche die Energiebilanz des Gebäudes positiv beeinflussen soll.

„Die Eigenständigkeit im Grünen und die Nähe zur Stadt haben mich gereizt“, erklärt Matthias Riedel, Geschäftsführer der Baukonzept GmbH, der bisher vor allem mit Neubauten befasst war, warum er sich des Kulturdenkmals annahm. Das Umspannwerk wurde 1920 gebaut, um den Strom für Kospa und Rödgen zu verteilen. Die Aufgabe hat längst eine moderne, viel kleinere und unauffällige Trafo-Station übernommen.

Von Heike Liesaus

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