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Eilenburg In Jesewitz hat der „alte Russe“ ausgedient
Region Eilenburg In Jesewitz hat der „alte Russe“ ausgedient
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07:48 10.01.2019
Der Jesewitzer Bauhof-Chef Lothar Band (57) vor dem neuen Traktor. Die Gemeinde investierte 59 262 Euro. Quelle: Nico Fliegner
Jesewitz

Lothar Band und seine Kollegen vom Jesewitzer Bauhof freuen sich auf die Arbeit im neuen Jahr ganz besonders. Denn in der Garage steht ihr neuer Schatz: ein roter Traktor des Typs Case, blitzblank gewienert, ohne Dreck an den Rädern. Den hat die Gemeinde noch im alten Jahr für 59 262 Euro von einem Händler aus Elsnig bei Torgau gekauft – eine längst überfällige Anschaffung.

Belarus MTZ-82 im Einsatz

„Den alten hatten wir seit 1998“, weiß der 57-jährige Bauhof-Chef. Dabei handelte es sich um einen Belarus MTZ-82, auch „alter Russe“ genannt. Die werden seit 1974 im Minski Traktorny Sawod in Serie produziert. Die DDR importierte die Traktoren ab 1977 aus der Sowjetunion. Ende 1988 befanden sich 7922 Exemplare im Bestand der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der DDR. Aber auch in anderen Betrieben kamen sie zum Einsatz.

Bis heute werden sie noch in Russland hergestellt, wobei die alten Traktoren noch immer vereinzelt herumtuckern, aber eher schlecht als recht. Das musste auch der fünf Mitarbeiter zählende Bauhof in Jesewitz in den vergangenen Jahren erfahren. „Zuletzt hatten wir nur noch Reparaturen“, erzählt Lothar Band, der seit 2007 im Bauhof beschäftigt ist. Und ständige Reparaturen bedeuten immer wieder Kosten. Die kann sich die Gemeinde nunmehr sparen.

Moderne Technik hält Einzug

Der „alte Russe“ soll jetzt verkauft, der neue Traktor gehegt und gepflegt werden, und natürlich zum Einsatz kommen. Die ersten Probefahrten hat er hinter sich. „Der fährt sich gut“, sagt Lothar Band. Alles funktioniert. Der Traktor ist beweglicher als der alte und natürlich viel moderner ausgestattet. „Der ist sogar schön warm drin“, weiß der Bauhof-Chef.

Jetzt kommt er möglicherweise erstmals zum Einsatz, wenn Schnee von den Haltestellen geräumt werden muss. Das übernimmt der Bauhof, wobei der reguläre Winterdienst von der Gemeinde an ein Unternehmen vergeben worden ist. In anderen Monaten wird der neue Traktor beim Grasmähen und Mulchen eingesetzt oder wenn Äste beseitigt werden. Der Vorteil: Das neue Fahrzeug verfügt über einen Frontlader, ist dadurch vielseitig einsetzbar – so vielseitig wie auch der kleine Bauhof. Ohne die fünf Mitarbeiter geht vieles nicht in der Gemeinde Jesewitz. Sie gelten als schnelle Eingreiftruppe. Und der Einsatz moderner Technik, egal welcher, erleichtert den Männern die Arbeit.

Von Nico Fliegner

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