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Eilenburg In Pfarrhaus soll neues Leben einziehen
Region Eilenburg In Pfarrhaus soll neues Leben einziehen
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19:21 05.04.2018
Das Pfarrhaus Langenreichenbach ist marode. Mit Leadermitteln soll es saniert werden. Quelle: Bärbel Schumann
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Langenreichenbach

Traurig schlummert das Langenreichenbacher Pfarrhaus unbewohnt vor sich hin. Dabei ist es ein geschichtsträchtiger Ort. Eine Tafel an der Grundstücksmauer kündet davon. In ihm war der Generalstab des Preußenkönigs Friedrich II., auch der Große genannt, einquartiert. Im November 1756 entwarf er hier den Plan für die historische Schlacht bei Torgau auf den Süptitzer Höhen.

Seitdem die Langenreichenbacher Pfarrstelle nicht mehr besetzt ist, wird das Gebäude kaum noch genutzt und steht leer. Einer kontinuierlichen Nutzung standen zudem eine fehlende Heizungsanlage für das gesamte Haus, die veraltete Elektroanlage und fehlende Sanitäranlagen entgegen. Lange wurde von der örtlichen Kirchgemeinde gemeinsam mit dem Ortschaftsrat nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit gesucht. Das Ergebnis: Beide erarbeiteten ein Nutzungskonzept für das gesamte Areal unter dem Titel „Begegnungshaus Heide-Pfarre“. Für die Sanierungsarbeiten wurden rund 200 000 Euro veranschlagt und ein Antrag auf Mittel aus dem Leader-Förderprogramm durch die Kirchgemeinde Langenreichenbach gestellt. Das Konzept für das Haus sieht unter anderem vor, im Erdgeschoss Räume für die kirchliche Gemeindearbeit wie beispielsweise Probemöglichkeiten für den Kirchenchor zu schaffen. Der Ortschaftsrat wünscht sich unter anderem einen Raum, der Platz für Bewegungsangebote für die Mädchen und Jungen aus der benachbarten Kita hätte und auch von anderen Gruppen im Ort mitgenutzt werden könnte. Für Ortsvorsteher Detlef Bölke ist vorstellbar, dass Klöppelfrauen, Landfrauen, eine Reha-Gruppe, im Winterhalbjahr die Mini-Kinderfeuerwehr und andere Interessensgemeinschaften hier ein Domizil finden. Weitere Ideen – auch um den Unterhalt finanzieren zu können – gibt es. Die sollen aber noch nicht öffentlich werden, so Bölke, um die Machbarkeit nicht zu gefährden.

Um das Vorhaben auf den Weg zu bringen, gab der Ortschaftsrat eine Erklärung ab, 12 500 Euro an Eigenmitteln für das Projekt aufzubringen. Wie hoch der Einsatz an finanziellen Mitteln durch das Kirchspiel sein wird, darüber soll am 19. April beraten werden. „Wir haben vom Kirchenbezirk die Zusage erhalten, dass er die Zwischenfinanzierung übernehmen würde. Das würde uns bei der Umsetzung helfen“, so der Vorsitzende des Kirschspiels Schildau Matthias Schulze. So sehr er sich über die erhaltene Zusage für das Projekt im Rahmen einer 80-prozentigen Leader-Förderung freut, der Anteil an Eigenmitteln sei immer noch hoch und müsse deshalb innerhalb des Kirchspiels mit seinen acht Kirchgemeinden genau abgewägt werden. „Und alle müssen im Kirchspiel dann die entsprechende Entscheidung mittragen“, ergänzt Schulze. Hier sieht er eine Hürde, die dazu führen könnte, das Vorhaben so nicht vollumfänglich umzusetzen. Zudem müsse geklärt werden, wie nach der Sanierung der Unterhalt für Gebäude und Grundstück abgesichert sind.

Von Bärbel Schumann

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