Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg In der Bergstraße in Eilenburg kracht es immer wieder
Region Eilenburg In der Bergstraße in Eilenburg kracht es immer wieder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:31 07.04.2018
An der Ecke Marienstraße/Bergstraße kracht es immer wieder. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Eilenburg

An der Einmündung der Marienstraße zur Bergstraße in Eilenburg kracht es offenbar öfter als anderswo. Stopp-Schild und Verkehrsspiegel stehen schon. Das Linksabbiegen in die Bergstraße ist verboten und Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Offenbar hilft das alles nicht. Immer wieder kommt die Stelle als gefährlich ins Gerede. Im vorigen Jahr sprach der Bericht der Unfallkommission des Landkreises Nordsachsen davon, dass die Marienstraße in Eilenburg ein Beispiel dafür ist, dass menschliches Fehlverhalten in dieser speziellen Verkehrssituation eine Rolle spielt: Wer nach links auf die Bergstraße auffahren will, hat kaum Sicht. Deshalb das Verbot. Aber die Regelung wird immer wieder missachtet. Im Berichtsjahr, also 2016, hatte es immerhin zwei relevante Unfälle an dieser Stelle gegeben. Es blieb glücklicherweise bei Blechschäden.

Schwer einsehbar

Dieter Bednarz hat von seinem Kürchentisch aus den besten Blick übers Geschehen. „Ich habe hier schon viele Unfälle erlebt“,erzählt er, als die LVZ bei ihm klingelt. Und jeder vierte biegt seiner Beobachtung nach trotz des Verbotes nach links in die Bergstraße ab. Gerade wieder. Die Sicht ist wegen der Stützmauer unter der Marienkirche eingeschränkt. „Vor etwa drei Jahren gab es einen Unfall mit einem Motorradfahrer. Der flog 50 Meter weit. Damals ist sogar der Rettungshubschrauber hier gelandet“, sagt Bednarz.

Soll die Marienstraße wieder Einbahnstraße werden, um Unfälle zu vermeiden?

Die Einmündung der Marienstraße in die Bergstraße in Eilenburg ist unübersichtlich und gilt als Unfallschwerpunkt. Das Linksabbiegen ist verboten, doch Autofahrer halten sich nicht dran.

Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Soll die Marienstraße wieder Einbahnstraße werden, um Unfälle zu vermeiden?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Zwei junge Frauen mit Kinderwagen versuchen gerade die Straße zu überqueren. Sie müssen lange warten. Weil sich die Bergstraße hier sowohl nach oben als auch zur Seite wölbt, scheint es hier besonders schwierig, den Verkehrsfluss im Blick zu haben. „Zu den Berufsverkehrszeiten ist natürlich noch viel mehr Betrieb. Außerdem ist der Spiegel vielleicht auch ein bisschen klein, um genau zu sehen, was da kommt“, schätzt der Mann im Ruhestand. Einen Unfall im Monat sieht er vom Küchenfenster aus. Manchmal auch zwei. Meist bleibt es bei geringen Schäden. Oder die Beteiligten einigen sich, ohne die Polizei zu holen.

Die Unfallkommission Nordsachsen tagte dieser Tage erneut. Und im nächsten Jahresbericht soll diese Stelle voraussichtlich keine Rolle als Unfallschwerpunkt spielen. In diesen Bericht fließen statistische Daten ein. Als Schwerpunkt wird ausgewiesen, wo die Zahl gleicher Unfallarten, -typen oder -ursachen einen bestimmten Wert überschreiten. „Was nicht ausschließt, dass es dort keine Unfälle gibt. Denn die Polizei erfährt nicht alles“, erklärt Harald Schmich, Leiter des Eilenburger Reviers. „Wir können auch nicht ständig überwachen, ob die Verkehrsregeln an dieser Stelle eingehalten werden.“

Ausbau mit Fördermitteln

Was wäre aus Sicht der Stadtverwaltung an dieser Stelle zu tun, um die Situation zu entschärfen? Sollte die Marienstraße nicht besser wieder als Einbahnstraße ausgewiesen werden? Denn genau diese Regelung wurde aufgehoben, nachdem die Einmündung vor sieben Jahren ausgebaut worden war. „Diese Idee hatte ich auch schon angesprochen“, erklärt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). „Aber es wäre widersinnig, alles zurückzudrehen: Die Straße ist doch extra mit Fördermitteln so ausgebaut worden, dass der Gegenverkehr möglich ist.“ Um die nötige Straßenbreite zu ermöglichen, wurde das angrenzende Grundstück erworben, das Haus neben dem von Dieter Bednarz abgerissen, der Hang stabilisiert.

Das 380 000-Euro-Projekt wurde damals im Rahmen der Stadtsanierungs- und -Umbauprogramme und somit auch mit Mitteln von Bund und Freistaat gefördert. Zuvor war der Zustand der mit Schlaglöchern übersäten Gasse mehr als ein Jahrzehnt immer wieder in der Kritik, unter anderem, weil sie für Kranke, die per Rettungswagen in die Eilenburger Klinik gebracht werden, eine Tortur darstellte. Die zwei Spuren waren dann auch deshalb freigegeben worden, um die Rödgener und die Brunnerstraße vom Verkehr zu entlasten.

Von Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Freitagabend wurden im Eilenburger Bürgerhaus die Mühlenpreisträger 2018 ausgezeichnet. Drei Frauen und ein Mann aus Nordsachsen machten das Rennen.

06.04.2018

Auf der Verbindungsstraße zwischen den Dörfern Kupsal und Behlitz (Landkreis Nordsachsen) ist am Freitagvormittag ein Transporter im unbefestigten Bankett versunken.

06.04.2018

Sie wird auch in diesem Jahr wieder zwischen Leipzig und Lutherstadt Wittenberg durch die Dübener Heide pendeln – die Heide-Bahn. Allerdings nicht jedes Wochenende wie 2017, sondern zu saisonalen Anlässen.

06.04.2018
Anzeige