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Eilenburg In die Wanne, fertig, los! - Gaudi-Rennen mit handfestem Skandal
Region Eilenburg In die Wanne, fertig, los! - Gaudi-Rennen mit handfestem Skandal
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13:53 19.05.2015
Mit Spaßbooten auf Punkte-Fang. Quelle: Steffen Brost
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Doberschütz

Die Kultregatta an der B 87 in Doberschütz fand zum achten Mal statt. Und die Anhänger kamen wieder in Scharen. 15 Teams beim Volleyball, sieben beim Badewannenrennen. "Es darf alles starten, was schwimmt und mit Muskelkraft bewegt wird", so Frömmichen.

Schon Stunden vor dem Start hatten die Teams ihre Plätze am schattigen Ufer bezogen. Denn Klärchen war an diesem Tag erbarmungslos und schickte fast 35 Grad zur Erde. Der Morellensee war eine willkommene Abkühlung. Nach und nach wurde sichtbar, was in den vergangenen Wochen in Garagen entstanden ist. Es wurde getüftelt, gebohrt und gehämmert. Nur die Doberschützer ließen es ruhig angehen. Bei beiden Teams wurde nicht viel gebaut, vielmehr repariert.

Die Frauen von Süd I. waren die Titelverteidiger aus dem Vorjahr und wollten auch diesmal ihre Männer alt aussehen lassen, die alle auf Süd II paddelten. "Wir setzen auf altbewährte Technik. Unsere schwimmende Styropor-Ente ist erst vergangenes Jahr vom Stapel gelaufen. Da haben wir lange gebaut und sogar Welttraumtechnik verarbeitet", verriet Frank Walther.

Mittlerweile hatte die Jury am Ufer Platz genommen. Wurstexperte Wilfried Naumann, Gastgeber Sigmar Frömmichen, Tüv-Mann Volkmar Tschiersch und Andreas Mählmann vom Heimatverein bildeten die Jury. Sie bewerteten Schönheit, Eleganz und Fahrtauglichkeit. Bis zu fünf Punkte konnten vergeben werden. "Bestechungsversuche werden abgelehnt", sagte Frömmichen.

Erste Disziplin: Vorbeifahrt an der Jury. Und gleich hatte der Wettbewerb seinen ersten Skandal mit einem Bestechungsversuch. Die Besatzung von Doberschütz II wedelte mit einem Geldschein. Doch die Jury blieb hart, bestrafte das Gebaren mit Abzug in der B-Note.

Nach und nach schwammen die Konstruktionen vorbei. Vor allem die elfjährige Prisca Voigt aus Lengefeld im Erzgebirge punktete. Sie saß in einer venezianischen Gondel und hatte auch noch die passende Bekleidung an. "Das hat alles mein Opa gebaut", erzählte das Mädchen stolz. Dietmar Voigt stand derweil am Ufer und beobachtete den perfekten Auftritt der Enkelin. "Ich baue in meiner Freizeit Schiffsmodelle. Die Gondel ist Marke Eigenbau", so der ambitionierte Fast-Rentner.

Die Herren von der Jury notierten eifrig Punkte. Dazu kam die Publikumswertung mit dem sogenannten Nöllometer. Doch Experte Michael Nölle fehlte und so musste Jury-Mann Volkmar Tschiersch, Spitzname Zyllo, kurzfristig das in Zyllometer umbenannte Nöllometer bedienen. Am Ende hatte beim Schönheitswettbewerb Prisca Voigt mit ihrer Gondel die Nase vorn. Auf die Plätze kamen Doberschütz Süd II und Marias Fischerboot.

Beim Schnelligkeitswettbewerb gewann Doberschütz I. Von Anfang ging die Besatzung in Führung. Ihre schnittige Konstruktion jagte förmlich durch das Wasser und absolvierte den Slalomkurs um die ausgelegten Bojen souverän. Den Zuschauern gefiel der Spaß. " Tolle Sache. Ich hätte mir nur gewünscht, dass vielleicht der eine oder andere mit seiner Konstruktion baden geht", sagte Werner Jost aus Leipzig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2014
Von Steffen Brost

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