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Eilenburg Initiative setzt sich für Handel am ehemaligen Marktkauf-Standort ein
Region Eilenburg Initiative setzt sich für Handel am ehemaligen Marktkauf-Standort ein
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17:24 31.03.2017
Per Facebook und mit Flyern macht die Bürgerinitiative für den Standort Schondorfer Mark, wo nach wie vor Toom ansässig ist, mobil. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
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Eilenburg

Der Zug ist in Bewegung: Die Edeka-Ansiedlung auf dem ehemaligen Kraftwerks-Gelände an der Ziegelstraße ist in Fahrt, wenn auch nicht ganz so schnell wie gedacht. Doch dagegen geht nun erneut die Bürgerinitiative zum „Erhalt der Schondorfer Mark als Einzelhandelsstandort“ in die Offensive.

Edeka hat das Gelände gekauft. Das Rathaus arbeitet daran, Baurecht zu schaffen. Als Voraussetzung dafür wird ein neuer Flächennutzungsplan (FNP) erstellt. Der soll unter anderem das ECW-Kraftwerks-Areal als neuen Handelsstandort und die Schondorfer Mark, wo Marktkauf 2014 auszog und nach wie vor der Toom-Baumarkt und Einzelhändler ansässig sind, nur noch als Gewerbegebiet ausweisen.

Flächennutzungsplan

Die Bürgerinitiative hatte bereits in den vergangenen Monaten 800 Unterschriften gesammelt. Dieser Tage werden erneut Flyer in Doberschütz und in Eilenburg verteilt. Außerdem gibt es jetzt eine Seite der Bürgerinitiative auf Facebook. „Wir wollen die Eilenburger Stadträte dazu bewegen, Verantwortung wahrzunehmen und ihre Zustimmung zum Flächennutzungsplan zu versagen“, erklärt Carsten Ott, der mit Sigrid Thiemecke und Susanne Ferl zu den Sprechern der BI gehört, das Anliegen. Der Flächennutzungsplan habe das Ziel, die Schondorfer Mark als Handelsstandort kalt zu stellen. „Der Kaufvertrag für die Fläche des neuen Handelsstandorts wurde sicher unter Vorbehalt geschlossen“, schätzt er ein, dass die Stadträte noch Spielraum für eine Kehrtwende haben. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass dort etwas Vorhandenes kaputt gemacht wird, was anderswo erst wieder aufgebaut werden muss. Hier gibt es Infrastruktur, die schließlich mal Geld gekostet hat. Für uns ist die Schondorfer Mark kein Standort an der Peripherie. Er hatte die Umgebung mit Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Dort, wo Edeka hin soll, ist bereits genug an Nahversorgung vorhanden.“ Zudem sei die Verkehrsanbindung an der Schondorfer Mark optimal, so die Argumentationen auf dem Flyer. Ein Gewerbegebiet beeinträchtige dagegen die Wohnqualität im Umfeld. Eine Ansiedlung von Einzelhandel-Lebensmittelanbietern würde dagegen mit dem Flächennutzungsplan zukünftig ausgeschlossen.

Leitlinie

Im Stadtrat im Dezember war das jedoch anders zu hören: Der FNP sei eine Leitlinie der Stadt für die kommenden 10 bis 15 Jahre. Im Verfahren für den Bebauungsplan an der Ziegelstraße wird er zwar gebraucht, „er schafft aber kein Baurecht“, hatte Petra Zimmermann, Leiterin des Bereichs Bau in der Stadtverwaltung, damals erklärt. Nach wie vor seien deshalb ebenfalls der Vorhaben- und Erschließungsplan für die Schondorfer Mark sowie die Baugenehmigung gültig. Diese war noch von den ehemaligen Eigentümern im Jahr 2015 beantragt worden. Zwischenzeitlich wurde die Marga Center GmbH Eigentümerin, die den Standort nach dem Marktkauf-Weggang wiederbeleben wollte. Mittlerweile soll es aber von einem weiteren Eigentümerwechsel gegeben haben. Mit der aktuellen Baugenehmigung könne sofort ein Lebensmittelmarkt auf 3500 Quadratmetern Fläche einziehen, hatte Zimmermann damals erläutert.

Vermietung

Doch möglicherweise kann mit der Deklarierung als Gewerbegebiet nur schwer vermietet werden, zumal wenn zwei Kilometer entfernt Konkurrenz in ähnlicher Größenordnung etabliert werden soll. „Wir begrüßen und freuen uns über die Initiative der Eilenburger Bürger für den Erhalt der Schondorfer Mark als Einkaufszentrum. Wie Sie wissen, lehnen wir die Umwandlung in ein Gewerbegebiet ab und haben uns auch im Rahmen der Auslegung der geplanten FNP-Änderung entsprechend anwaltlich geäußert. Wir führen intensiv konkrete Mietverhandlungen“, antwortet Georg Sehling, als Vertreter der Eigentümer, auf eine Anfrage der LVZ.

Mit den Flyern der Bürgerinitiative sollen erneut Unterschriften gesammelt werden. Diesmal nicht allein für den Erhalt des Standortes, sondern um die Stadträte aufzurufen, den Änderungen des Flächennutzungsplanes pro ECW-Gelände nicht zuzustimmen. Es sei nicht alles korrekt, was im Flyer steht, ist aus dem Rathaus zu hören. Dort wird nun eine Erwiderung vorbereitet. Der Beschluss zum Flächennutzungsplan soll voraussichtlich im Mai-Stadtrat auf der Tagesordnung stehen.

Von Heike Liesaus

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