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Inventur bescheinigt Nordsachsens Wäldern einen guten Zustand

Sachsenforst Inventur bescheinigt Nordsachsens Wäldern einen guten Zustand

Ulrich Escher, Thomas Ropte und Felix Heubaum führen seit Mai in der Dübener und Dahlener Heide die Forsteinrichtung im 13 500 Hektar umfassenden Landeswald des Forstbezirkes Taura durch. Die drei Forsteinrichter des Staatsbetriebes Sachsenforst legen für den Zeitraum von 2017 bis 2026 fest, wie sich das Gesicht des Waldes entwickeln soll.

Thomas Ropte, Ulrich Escher und Felix Heubaum (von links) sammeln Daten zum Zustand des Waldes.

Quelle: Saskia Petzold

Nordsachsen. Gibt es im Supermarkt eine Inventur, wird der Warenbestand gezählt. Doch wie lässt sich erfassen, wie viele Bäume im Wald stehen? Zählen? Schätzen? Berechnen? Messen? Letztlich ist es etwas von jedem und mehr. Die Fachleute nennen das Erfassen und Auswerten von vielen Daten Forsteinrichtung und eine solche wurde 2015 im 13 500 Hektar umfassenden Landeswald des Forstbezirkes Taura durchgeführt. Rund 3200 Stichproben-Punkte wurden gesetzt. Anhand der Daten wird ein Plan erstellt, der dem zuständigen Revierförster für die nächsten zehn Jahre den roten Faden für die Bewirtschaftung vorgibt.

Kiefer dominiert

Ulrich Escher, Thomas Ropte und Felix Heubaum sind seit Mai in dieser Mission unterwegs. Die Referenten des Referates Forsteinrichtung, Waldbewertung, Waldinventuren der Sachsenforst-Geschäftsleitung in Pirna legen gemeinsam mit den Revierförstern für den Zeitraum ab 2017 fest, wo und in welchem Umfang die Wälder der Dübener und Dahlener Heide gepflegt und durchforstet werden, wie viele Hektar mit Eichen, Rotbuchen oder Kiefern bepflanzt und wie viele Kubikmeter des nachhaltig nachwachsenden Rohstoffes Holz dabei genutzt werden. Aktuell sind die Forsteinrichter in der Dahlener Heide in den Revieren Reudnitz und Schmannewitz anzutreffen. Die Inventur, so erklärt Ulrich Escher, dient dabei der Bestandsaufnahme der Bäume im Wald und liefert wertvolle Daten zu Baumartenzusammensetzung, Strukturvielfalt und nicht zuletzt auch zur Ermittlung von Holzvorrat und Zuwachs der Wälder. Derzeit, so Escher, sei die Kiefer mit 72 Prozent die dominierende Baumart im Forstbezirk, was einer Fläche von 9100 Hektar entspricht. Daneben seien aber auch Baumarten wie Eiche, Rotbuche und Lärche auf 2000 Hektar vertreten. Unter Berücksichtigung des prognostizierten Klimawandels sollen verstärkt Stiel- und Traubeneichen, Rotbuchen sowie Roteichen und Douglasien das Waldbild bestimmen. „Diese Baumarten sind deutlich besser an die Standorte und die sich entwickelnden klimatischen Bedingungen angepasst und werden den Wald der Zukunft prägen“, sagt der Forstreferendar. Jedoch werde die heimische Kiefer auf den trockensten und ärmsten Waldstandorten wieder etabliert, so dass auch diese Baumart in den künftigen Waldgenerationen der Heidelandschaften Nordsachsens zu finden sein wird.

Mehr Holz genutzt

Den Ergebnissen der Inventur kann Jan Glock, Leiter des Forstbezirkes Taura, durchaus viel Positives abgewinnen: „Wir haben anhand der Daten die Bestätigung erhalten, dass unser Wald in einem guten Zustand ist. Der Holzvorrat ist gestiegen, der Anteil mehrschichtiger Bestände – das heißt, es gibt nicht nur Bäume eines Alters oder einer Art – hat sich weiter erhöht.“ Nordsachsen liegt damit im bundesweiten Trend. Ereignisse wie die Stürme Kyrill und Emma, Schneebruch oder der Tornado 2010 haben zwar teilweise große Schäden hinterlassen, dank der Förster und Waldarbeiter seien die Wunden im Waldbild aber geschlossen. Schon jetzt zeichne sich ab, dass in den kommenden Jahren deutlich mehr Holz genutzt wird. „Das wird der Bürger auch merken, für zeitweise Einschränkungen, die möglich sind, erhoffen wir uns auch Verständnis“, sagt Jan Glock. Eine Zunahme der Holztransporte heißt dann aber auch, dass Wegebau- und instandsetzung mehr Bedeutung zukommt, die einen wesentlichen Teil der Arbeit ausmachen und kostenintensiv sind. „Auch das wird aber wichtig sein, um die Attraktivität des Waldes für Erholungssuchende gerade in den von Besuchern stark frequentierten Teilen der Dübener und Dahlener Heide zu erhalten.“

Schäden durch Wild

Glock macht zudem klar: „Wir werden mehr jagen müssen“, um so den derzeit noch unverhältnismäßig hohen Einfluss des Wildes durch Knospenverbiss und Rindenschäle auf die Waldverjüngung auf ein verträgliches Maß zu bringen. Um die Abnahme des Rohstoffes macht sich der Forstexperte übrigens keine Sorgen: „Das unterliegt zwar Schwankungen, aber die Nachfrage ist da. Und das wird auch so bleiben.“

Der Landeswald des Forstbezirkes Taura ist in acht Forstreviere aufgeteilt. Jährlich werden auf 800 Hektar Durchforstungen und Nachlichtungen über gepflanzten Baumarten durchgeführt sowie 85 Hektar Wald mit fast einer halben Million Bäume neu bepflanzt.

Von Kathrin Kabelitz

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Nordsachsen
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