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Eilenburg Irmchens Streuselkuchen ist der Hit: Wie Kerstin Nickl zu ihrem Café in Eilenburg kam
Region Eilenburg Irmchens Streuselkuchen ist der Hit: Wie Kerstin Nickl zu ihrem Café in Eilenburg kam
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00:16 02.02.2016
Kerstin Nickl ist mit ihrem Wohlfühlcafé in die alte Drogerie Klemm eingezogen. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Viele Gäste kommen durch die Tür und fragen: „Ist hier Verkauf oder Café?“ Dann sagt Kerstin Nickl: „Beides.“ Denn in der ehemaligen Drogerie Klemm in Eilenburg schenkt sie Kaffee aus, hat aber auch nette Kleinigkeiten im Sortiment. „Wohlfühlcafé“ steht an den Schaufenstern. „Und ich fühle mich wohl hier“, stellt die 54-Jährige fest.

Mit der Drogerie, deren Inhaber den 120 Jahre alten Familienbetrieb aufgaben, weil sie in Rente gingen und keinen Nachfolger fanden, verband die Mörtitzerin das Wohlfühlen schon immer. „Hier war es freundlich. Ich war bestürzt, als ich gehört habe, dass es nicht weitergeht. Hier konnte man Sachen bekommen, die es sonst nicht gab.“

Das, was ihr gefiel, hat sie deshalb beibehalten. So gibt es das „Brommley-Bad“ eines englischen Herstellers immer noch. Die Pflegeprodukte stehen noch auf der Kassenseite in den Regalen, die sie kurzerhand aus der Drogerieausstattung übernahm und die nun spiegelnd das Ambiente des Cafés prägen. Dass sie sich wohlfühlt, liege auch an ihren Nachbarn in der Straße: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Selbst als ich mal Hilfe in der Bauphase brauchte.“ Deshalb sorgt die Mörtitzerin mit ihrem Café nicht allein dafür, dass ein Geschäft weniger leer steht, sie plant Vorträge von Eilenburgern, die in der weiten Welt unterwegs waren, ebenso wie Ausstellungen von Hobby-Malern und -Fotografen. Gleich am kommenden Mittwoch steht von 14 bis 16 Uhr „Wir heizen ein, Rezepte zur kalten Jahreszeit“ im Programm. Und sie nahm auch Plätzchen aus der Biskuitmanufaktur in Laußig, Fruchtaufstiche und Liköre aus dem Heidelbeerhof Mörtitz und der Schokoladenmanufaktur Heidenau ins Sortiment. Für den Apfelkuchen werden die Früchte auch gleich in der Nachbarschaft bei Klepels gekauft. „Ich habe viele Ideen. Da ist viel zu organisieren. Ich lerne jeden Tag dazu“, sagt sie. Demnächst soll ein Bücherkorb im Café Platz finden: eine Station zum Schmökern und Tauschen.

Eigentlich ist Kerstin Nickl die nun gewählte Profession in Wiege gelegt: Der Vater war Konditormeister. Ihre erste Berufung hatte sie aber als Sekretärin gefunden, arbeitete im Eilenburger Chemie Werk und bei Stora Enso. Stellen fielen weg. Sie lernte um. Trotzdem stand sie irgendwann wieder vor der Neuorientierung. Da wurde das Café-Projekt konkret. Sie hat sich nicht unüberlegt in die Sache gestürzt, sondern Seminare für Existenzgründung, Businessplan und Rentabilität belegt. Dort nahm sie mit: Es kann funktionieren. So sind die Öffnungszeiten auf die Haupt-Kaffeezeiten beschränkt: montags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr und dienstags und donnerstags, an den Markttagen, von 10 bis 12 Uhr. Alles ist so ausgerichtet, dass sie es selbst händeln kann. Die Kuchen-Auswahl ist nicht groß, aber selbst gebacken: Apfel-Zimt-Muffins, Kirsch-Schokotorte oder Zitronenschnitten. Da macht die Mutter noch mit. Die Spezialität: Irmchens Streuselkuchen. Freunde und Familie haen in der Bauphase geholfen, wo sie nur konnten. In der Vorweihnachtszeit war richtig Betrieb, in den ersten Wochen des neuen Jahres ist der Zustrom der Gäste erwartungsgemäß geringer. Doch an den Sonntagen war schon manchmal kaum ein Platz zu finden.

Von Heike Liesaus

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