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Eilenburg Jeden Morgen Stress vor Eilenburgs Schulen
Region Eilenburg Jeden Morgen Stress vor Eilenburgs Schulen
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19:15 27.09.2017
Morgens ist auch vor der Berg-Grundschule etwas Geduld gefragt: Viele Kinder und viele Autos kommen zusammen. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Das Schuljahr ist schon einige Tage alt. Zu Beginn laufen jeweils Aktionen, um den Verkehr zu überwachen. Doch wie sieht es an einem ganz normalen Tag in Eilenburg aus? Schließlich kommen jeden Morgen innerhalb weniger Minuten Hunderte Kinder, Eltern, Autos und Busse an einem Ziel zusammen.

Beispiel Berggrundschule: Kurz nach sieben steht Uta Scherbacher vorm Eingang auf dem Fußweg. Die Schulleiterin hat von dort aus die Bushaltestelle etwa 40 Meter weiter im Blick: Klappt es wirklich mit dem selbstständigen Aussteigen aus dem Bus? Die Kinder absolvieren den kurzen Weg, denn dass sie wie üblich eine Lehrerin abholt, wird dieser Tage für den letzten Bus jeweils zu knapp. Das neue Ticketsystem führt zu Verzögerungen. Statt der Sichtkontrolle sind Karten einzulesen. Das dauert länger, führt zu Verspätungen. Zwar sind’s nur Minuten, aber dann verpassen nicht nur Schüler, sondern selbst Abhol-Lehrer den Unterrichtsstart. Ansonsten ist die Schulchefin eher zufrieden mit den Abläufen: „Vor zwei Jahren war es schlimmer.“ Doch mittlerweile haben sich die Eltern daran gewöhnt, die Autos in den Nebenstraßen abzustellen und die Kinder bis zum Eingang zu bringen. Was trotzdem bei Anwohnern manchmal Kopfschütteln auslöst, weil sie zu hohes Tempo oder Rücksichtslosigkeit beobachteten.

Kritische Situationen

„Wenn hier alles zusammenkommt, wird es auf der Straße schon eng“, so die Schulleiterin. „Wir hatten uns deshalb schon für eine verkehrsberuhigte Zone mit Tempo 30 eingesetzt. Aber das war nicht möglich, wegen der Rettungsstelle an der Klinik. Wir bekommen auch keinen Fußgängerüberweg direkt vor die Schule, weil es hier den Kreisverkehr gibt.“ Dort müssen Autofahrer zwar anhalten, um Fußgänger passieren zu lassen. Aber nicht alle Kinder, die nehmen diesen Weg tatsächlich. „Es geht“, fand auch Nicole Graßhof, die gerade ihre Zwillinge an der Schule verabschiedete. „Allerdings wenn dann doch mal jemand in der zweiten Reihe vor der Schule hält und dann ein Bus kommt, ist es kritisch.“ Manchmal halten auch mehrere Eltern hintereinander auf der Schulseite, was eigentlich nicht erlaubt ist, und dann kommt der Bus nicht weiter. In der Bülow-Straße nebenan habe es neulich gekracht. Glücklicherweise blieb es beim Blechschaden. „Es ist wohl das alltägliche Morgenchaos. Nun haben wir die vier Jahre Grundschule bald geschafft. Aber an der nächsten Schule ist es sicher ähnlich.“

Umgestaltung erwartet

So wird auch von der Tschanter-Oberschule berichtet, dass morgens und nachmittags in der Dorotheen- und in der Breitscheidstraße Schüler zu Fuß und per Rad sowie Autos stauen. Aber vor allem am Gymnasium, der größten Schule in der Stadt, wird die Situation kritisch gesehen: „Das ist nicht nur Stress, sondern schon fast gefährlich. Ich gehe deshalb lieber schon spätestens zehn nach sieben zur Schule“, sagt Andreas Fromm, stellvertretender Schulleiter. Der Unterricht am Gymnasium startet 7.40 Uhr. Direkt vor der Schule ist Halteverbot. Andererseits könne es auch nicht Ziel sein, dass die Eltern auf den Parkplatz des benachbarten Supermarktes herumkurven, um Kinder dort aus dem Auto zu lassen. Am Gymnasium wird deshalb sehnsüchtig auf die Umgestaltung des Außenbereichs im kommenden Jahr gewartet. Dann sollen die Verkehrsflächen für Bus, Auto und Fußgänger besser entflochten werden.

Nicht nur bei größeren Kindern sind Rushhour und damit verbundene Probleme angesagt, sondern auch an den Kitas. Beispiel ist die Heinzelmännchen-Einrichtung an der Friedrichshöhe, wo deshalb vorgeschlagen wurde, die benachbarte leerstehende Gaststätte für Parkplätze abzureißen. An der Berggrundschule indessen kam der 7.20-Uhr-Bus am Mittwoch vier Minuten zu spät. „Trotzdem zu knapp. Gerade wenn es bald Winter wird und es länger mit dem Ausziehen dauert. Um 7.30 Uhr ist Unterrichtsbeginn“, so die Schulchefin. „Dann müsste doch etwas bei den Fahrzeiten geändert werden.“

Von Heike Liesaus

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