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Jesewitz legt bei den Einwohnern zu

Bürgermeister zieht Bilanz Jesewitz legt bei den Einwohnern zu

Die Gemeinde Jesewitz kann nicht klagen, aber die finanzielle Lage ist nicht besonders prächtig. Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV) freut sich im Rückblick aufs Jahr 2015 besonders, dass gerade für Kita und Grundschule auf dem Jesewitzer Kinder-Campus etwas getan werden konnte. Auch 2016 hat die Kommune einiges vor.

In der Jesewitzer Kita fährt jetzt die Holz-Eisenbahn auf dem erweiterten Gelände ab.

Quelle: Heike Liesaus

Jesewitz. Die Planungen für den Finanzhaushalt der Gemeinde Jesewitz fürs kommende Jahr sind längst angelaufen. In der letzten Januarwoche sollen die Vorschläge öffentlich im Gemeinderat besprochen werden. Die großen Investitionen stehen aber nicht bevor. „Uns geht’s nicht übermäßig gut, aber wir können nicht klagen“, erklärt Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV), der im Sommer mit großer Mehrheit erneut ins Amt gewählt wurde. Auch der Rückblick auf 2015 zeigt: Der Investitionsschwerpunkt der Gemeinde lag in diesem Jahr erneut auf dem Kinder-Campus, der Grundschule und Tagesstätte in einem Gebäudekomplex vereint. Dabei hatte das Dach auf der Kinderkrippe den größten Anteil. Außerdem haben die Kinder der Kita jetzt mehr Platz zum Spielen. Denn am Gelände wurde der Zaun versetzt. Ein neues Spielgerät ist auch da: Eine hölzerne Eisenbahn kreuzt jetzt über die Wiese. Große Freude nicht allein für Anna, Lucas, Theo und die anderen 54 Krippenkinder, sondern auch für die 90 Mädchen und Jungen im Kindergartenalter, die ebenfalls hier spielen. „Wir sind fast voll belegt“, sagt Leiterin Verena Charras.

In den letzten Wochen des Jahres rückten noch die Baumaschinen an, um die Straße vor dem Gelände zu erneuern. Das Gefälle wurde gedreht. Damit soll nun künftig verhindert werden, dass sich Schlammmassen, die bei Starkregen die Straße hinabfließen, in die Buddelanlage der Kita ergießen.

Gerade mal fünf Wochen in den Sommerferien standen zur Verfügung, um die Grundschule brandschutztechnisch auf den neuen Stand zu bringen. Unter anderem waren da 750 Quadratmeter Wand und Decken mit neuer Farbe versehen, Fußbodenbelag wurde erneuert und selbst die große Eingangstür des Gebäudes aus den 1970er Jahren. Mit der Umsetzung der neuen Sicherheits-Bestimmungen geht es auch darum, zu verhindern, dass sich ein Feuer im Fall des Falles vom Treppenhaus in die Flure ausbreitet. Es wurden deshalb Wände mit Brandschutztür eingezogen.

Einen ganzen Satz neuer Laptops gab es fürs Computerkabinett. Das Geld dafür hat die Gemeinde selbst aufgebracht: „Fördermittel gab es nicht. Aber die Kinder brauchen nun mal neue Computer, ebenso wie die nötige Software“, berichtet Tauchnitz. Schließlich hat die Gemeinde Zuzüge zu verzeichnen. Die Zahl der Einwohner liegt gut über 3000. „Tendenz steigend“, merkt der Gemeindechef an. Der S-Bahn-Anschluss habe dabei weitere Nachfragen nach Grundstücken angeschoben. „Deshalb weisen wir auch im neuen Flächennutzungsplan eine weitere Fläche für ein neues Wohngebiet aus.“ Andererseits arbeite die Gemeinde daran, das Grundstück am Bahnhof zu erwerben, um die Parkfläche zu gestalten, auf denen die Pendler ihre Pkw abstellen können. Allerdings rechnet Tauchnitz nicht damit, dass der Kauf bereits im kommenden Jahr über die Bühne geht.

Gerüchten, dass es eine Vereinbarung mit Doberschütz gibt, nach der diese Gemeinde die Jesewitzer oder Zscheppliner Flüchtlinge aufnimmt, tritt er entgegen: „Wir haben einfach keine gemeindeeigenen Wohnungen. Es gibt aber private Anbieter, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollen. Das läuft noch. Bisher gab es aber in der Gemeinde noch keine Aufnahmen.“

Ein Projekt in Sachen Hochwasserschadensbeseitigung ist in der Gemeinde im kommenden Jahr noch abzuarbeiten: Die Straße zwischen Groitzsch und Kossen soll repariert werden. Allerdings gelte es dabei, die Stillstandszeiten zu berücksichtigen, die aus Rücksicht auf Nestbau- und Brutzeiten des Seeadlers einzuhalten sind.

Im kommenden Jahr will Jesewitz sogar Bäume pflanzen: An den Straßenrändern zwischen Liemehna und Ochelmitz sowie Bötzen und Gostemitz sollen wieder Obstgehölze wachsen. In den vergangenen Jahren hatten die Bestände immer weiter abgenommen, weil sie alt waren und die Bäume gefällt wurden.

Von Heike Liesaus

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