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Jesewitzer Kita „Mäuseland“ kann nicht wachsen

Kein Geld Jesewitzer Kita „Mäuseland“ kann nicht wachsen

Es wird eng im Mäuseland. Die Jesewitzer Kindertagesstätte hat ihre Kapazität derzeit zwar per Ausnahmegenehmigung erweitert. Doch auch diese Plätze sind besetzt. Und es sollen noch mehr Kinder kommen. Deshalb sollte ein Anbau her. Aber Fördermittel dafür sind abgesagt.

Am Krippenbereich des Jesewitzer Mäuselands sollte angebaut werden. Nun fehlt das Geld.

Quelle: Heike Liesaus

Jesewitz. Kein Geld für die Erweiterung des Jesewitzer Mäuselands. Dabei ist es jetzt schon überbevölkert. Die Kindertagesstätte wird derzeit mit einer Ausnahmegenehmigung betrieben. Sie kann 280 Kinder aufnehmen, das sind schon 20 Plätze mehr als die ursprünglich vorgesehene Kapazität. Und derzeit ist alles belegt.

Undankbarer vierter Rang

Die Gemeinde plante deshalb einen Erweiterungsbau des Krippenbereiches, der 40 zusätzliche Plätze schaffen sollte. Doch nun musste Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV) im Gemeinderat eine unerfreuliche Nachricht überbringen: Auf der Liste des Landkreises steht Jesewitz auf Platz vier fürs Förderprogramm. Mit den neuesten Planungen werden nun zwar die ersten drei Stellen mit höheren Förderquoten bedacht, aber Jesewitz ist damit erst einmal raus. Die Fördermittel kommen nicht und die Erweiterung rückt in die Ferne. Denn deren Kosten werden auf 792 000 Euro geschätzt. Geld, das die Gemeinde nicht hat. Schon vorher wäre die Finanzierung ein Kraftakt gewesen. „Wir werden nun mit Wartelisten arbeiten müssen“, so Tauchnitz. Trotzdem wurde in der jüngsten Ratssitzung die Auftragsvergabe für ersten Planungsschritte beschlossen, um sie startbereit in der Schublade zu haben, falls sich eine Finanzierungsmöglichkeit auftun. Denn die Kinder, für die die neuen Plätze gebaut werden sollten, „sind im Prinzip schon da“, erläuterte Michael König, der Vorsitzende des Verwaltungsverbandes Eilenburg-West, zu dem auch Jesewitz gehört.

„Aber haben Eltern nicht inzwischen Klagemöglichkeiten, wenn ihren Kindern keine Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden?“, wurde gefragt. Die Gemeinde sieht sich da nicht angreifbar, schließlich habe sie alle Möglichkeiten ausgeschöpft, so Tauchnitz.

Keine Ausnahme

In diesem Kontext lehnten die Räte die Betreuung eines Kindes aus Leipzig rundweg ab. Die Eltern hatten den Antrag gestellt, weil sie beide beim Fensterhersteller Höning beschäftigt sind. Und auch in der Pleißestadt sind Kitaplätze rar. Nur das Gemeindeoberhaupt befürwortete den Antrag, auch um den Arbeitgeber zu unterstützen, der sich in den vergangenen Jahren zum Hauptsteuerzahler in der Gemeinde entwickelte: „Die beiden arbeiten somit auch für Jesewitz“, argumentierte Tauchnitz. Doch die anderen waren dagegen. Es sollte kein Präzedenzfall geschaffen werden, der weitere Aufnahmen nach sich zieht. „Es gibt den Beschluss, dass wir keine weiteren Kinder von außerhalb aufnehmen“, so Daniela Koch (CDU). „Und wir hatten schon Eltern hier sitzen, wo es um die Aufnahme von Geschwisterkindern ging. Da hat es mir schon das Herz zerrissen, aber wir haben es abgelehnt“, erinnerte der Ochelmitzer Andreas Kahle.

Fortsetzung in der Grundschule

„Es ist schlimm, dass der Staat Gesetze beschließt, aber nicht das entsprechende Geld dafür hergibt. Der Landkreis hat einen Bedarf für den Kita-Ausbau in Höhe von 7,1 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2020 gibt der Bund 2,4 Millionen“, stellte Tauchnitz fest. Der Antrag für eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung sei gestellt. Doch das wird nicht reichen. „Wir werden mit Wartelisten arbeiten müssen.“ Die Pehritzscher Ortsvorsteherin Andrea Herold sah schon ein Stück in die Zukunft: „Das gleiche Problem kommt dann mit der Grundschule auf uns zu.“

Von Heike Liesaus

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