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Eilenburg Jesewitzer wollen Bäume am Straßenrand
Region Eilenburg Jesewitzer wollen Bäume am Straßenrand
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15:30 18.05.2016
An Straßenrändern in der Gemeinde Jesewitz sollen wieder mehr Obstbäume blühen. Quelle: pro
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Jesewitz

Mehr Bäume an Straßenrändern. Das hat sich die Gemeinde Jesewitz vorgenommen. Für dieses Jahr war bereits Geld für die Bepflanzung zwischen Liemehna und Ochelmitz und zwischen Bötzen und Gostemitz im Haushalt eingeplant. Doch das allein genügt nicht, wurde in der Sitzung des Gemeinderates deutlich. Veronika Leißner, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Nordwestsachsen (LPV), war eingeladen, um Lösungsansätze zu erläutern. Um Bäume an der Straße zu pflanzen, sei ein Abstand von drei Metern zwischen Straßen- und Feldrand nötig. An den ausgewählten Bereichen ist der Feldrain derzeit zwischen 1,5 und 3 Metern breit. „Wir unterstützen sie. Aber wir können nur pflanzen, nicht pflegen“, erklärte Leißner. Immerhin wachse bei Privatleuten Interesse daran, solche Bäume zu nutzen, zeigte sie eine Möglichkeit auf. In Zschepplin gebe es bereits drei solcher Pflegeverträge.

Und weil die Gemeinde das Geld für die Pflanzungen nicht allein aufbringen kann, würde der LPV auch Fördermöglichkeiten prüfen: „Über den Naturschutz geht das nicht. Das ist nur an Feldwegen und nicht an Gemeindestraße möglich.“ Wenn dafür Geld aus den Öko-Konten genutzt werden soll, gehört wiederum eine langfristige Absicherung dazu. Die Gemeinde muss das in ihrer Baumschutzsatzung festlegen.

Jede Menge Bedenken kamen aus den Reihen der Räte: Wenn Pachtgeld für Land nicht mehr fließen könne, weil es mit Bäumen bepflanzt sei, müsse doch der Eigentümer entschädigt werden, so der Hinweis von Günter Kroke (WV). Es müsse zudem genau geprüft werden, ob der Weg „auch wirklich dort ist, wo er im Grundbuch eingetragen ist, sonst wird am Ende auf Privatgelände gepflanzt“, so Eberhard Haacke (WV). „Wir haben noch nie ohne entsprechende Genehmigung Bäume gepflanzt“, betonte Leißner. „Egal wie, es gilt immer, sich an einen Tisch zu setzen.“ Die Umstände müssten stets neu geprüft und Lösungen gefunden werden. Schließlich habe die Gemeinde aber auch die Verpflichtung, etwas für die Nachwelt zu tun. Wenn es so weiter geht wie bisher, ist das Landschaftsbild, das viele noch kennen, bald endgültig verloren. Viele Bäume verschwanden von den Straßenrändern, weil das die Verkehrssicherungspflicht erforderte oder weil sie einfach zu alt waren.

Erstes Pflanzprojekt soll nun die nördliche Seite der etwa 500 Meter langen Gemeindestraße zwischen Liemehna und Ochelmitz sein. „Wollen wir nun, dass sich Frau Leißner darum kümmert?“, fragte Bürgereister Ralf Tauchnitz (WV) in die Runde. Trotz Zweifel hieß es dann: Sie soll’s versuchen.

Von Heike Liesaus

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