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Kameraden aus Eilenburg gehen in Schweden durchs Feuer

Heißausbildung Kameraden aus Eilenburg gehen in Schweden durchs Feuer

Auf den langen Weg nach Skandinavien machten sich Feuerwehrleute aus Eilenburg, um dort unter sehr realistischen Bedingungen zu trainieren, wie Brände in Gebäuden gelöscht werden. Das ganze nannte sich Heißausbildung. Jetzt sind sie wieder zurück.

Dicker Rauch fürs Training: Im schwedischen Rosersberg kann in mehrstöckigen Gebäuden Feuer für Übungszwecke gelegt werden.

Quelle: Feuerwehr Eilenburg

Eilenburg. Schweden ist nicht das Reiseland, von dem in erster Linie besondere Hitze erwartet wird. Das war für sechs Eilenburger Feuerwehrleute anders. Kein Wunder: Sie fuhren die 1200 Kilometer lange Strecke nicht zur Erholung. Ihr Ziel war die Feuerwehr- und Rettungsschule Rosersberg. Und das, was dort abläuft, nennt sich Heißausbildung.

Was bringt die Aktion?

Dafür wird jeweils ein Team aus zwei Ausbildern, zwei fortgeschrittenen Kameraden und zwei Neulingen zusammengestellt. Die anderthalbtägige Fahrt im Mannschaftswagen mag zwar gut für Gespräche sein, denn sie ist natürlich zeitintensiver als ein Flug, aber vor allem ist sie preiswerter. „Wir sind froh, dass uns die Stadt das nach wie vor finanziell ermöglicht“, sagt Wehrleiter André Zimmermann. Eilenburg ist die einzige Wehr in Nordsachsen, die einmal im Jahr Kameraden zum Training in den Norden schickt. Doch was bringt eine solche Aktion? „Sicherheit im Einsatz. Wissen, worum es geht. Warum man wie reagieren muss. Wie einem das Feuer gegenübertritt, wie zum Beispiel die Farbe von Rauch zu deuten ist“, zählt Zimmermann auf.

Routine ist gefragt

Es ist zum Beispiel wichtig, vorauszusehen, ob das gefürchtete Durchzünden, ob der sogenannte Flashover eintritt. Dabei entzünden sich bei einem Entstehungsbrand freigewordenen Rauchgase schlagartig und der Raum steht plötzlich vollkommen in Flammen. Ein Phänomen, das Zimmermann selbst noch nicht im realen Einsatz erlebte. „Wir hatten es vor einigen Jahren bei einem Wohnungsbrand einmal vermutet. Es stellte sich aber heraus, dass das Geräusch von einer herabstürzenden Zimmerdecke kam.“ Doch auch in diesem Fall war es gut, dass sich niemand mehr im brennenden Raum aufhielt. In einem brennenden Haus, unter Schutzausrüstung, die Bewegungen und Sichtfeld einschränkt, und mit sengender Hitze konfrontiert, Personen zu suchen, oder zu löschen, will deshalb geübt sein.

Training minimiert Risiken

Training in Schweden gab’s für André Zimmermann (r) und André Müller (hockend) sowie Jörg Klose, Ronny Köpl, Florian Prause und Andreas P

Training in Schweden gab’s für André Zimmermann (r.) und André Müller (hockend) sowie Jörg Klose, Ronny Köpl, Florian Prause und Andreas Petzold (stehend von links).

Quelle: Feuerwehr Eilenburg

In einem Brandfall kann alles Mögliche und immer Unvermutetes passieren, jedes Training bedeutet also nicht nur bessere Fähigkeiten für die Rettung anderer, sondern auch Risikominimierung für die freiwilligen Retter. „Und das geht in Schweden unter realistischen Bedingungen“, fasst der Wehrleiter zusammen. Das Trainingszentrum ermöglicht verschiedene Szenarien: Kellerbrand zum Bespiel, Menschenrettung und Feuer in mehreren Stockwerken. Schiffscontainer und Betonbauten bilden die Übungslandschaft, auf der mit Strohballen eingeheizt wird.

Nun können bei einer 80-köpfigen Wehr nicht alle nach Schweden. Doch jeder der aktiven Kameraden muss einmal im Jahr mit Atemschutz und im Brandcontainer üben. Auch muss sich jeder jährlich einer Tauglichkeitsuntersuchung unterziehen. Ohne diese ärztliche Bescheinigung darf er nicht für Einsätze herangezogen werden.

Auslandseinsatz in Tschechien

Die Eilenburger hatten während der Herbstferien aber noch einen zweiten „Auslandseinsatz“. 13 Mann machten sich auf nach Hejnice. Es ging um einen Besuch der tschechischen Partnerwehr und damit natürlich mehr um den „Spaß an der Freude“. Trotzdem war auch Feuerwehrsport dabei. In Hejnice war ein Feuerwehr-Wettkampf angesagt. Die Kräfte aus der Muldestadt schlugen sich am Flüsschen Smeda wacker, landeten im Mittelfeld. Schließlich waren einige Teams dabei, die als regelrechte Wettkampf-Mannschaften trainieren.

Von Heike Liesaus

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