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Kanalbau in Hohenprießnitz fordert von Bewohnern und Besuchern bis 2018 Geduld

Serie: Unterwegs in ... Kanalbau in Hohenprießnitz fordert von Bewohnern und Besuchern bis 2018 Geduld

Beim Rundgang durch sein Heimatdorf Hohenprießnitz zeigt Ortsvorsteher Erhard Naumann die Dinge, die ihn zurzeit bewegen und kommt mit Bewohnern ins Gespräch. Die Schwerpunkte: Abwasserbau, Grünpflege sowie die Neugestaltung des Dorfplatzes.

Der Vorplatz am Vereinshaus Hohenprießnitz dient zurzeit als Abstellfläche für Baustellen-Equipement beim Abwasserbau. Das ehemalige Schulhaus benötigt weitere Investitionen, wofür Mittel knapp sind.

Quelle: Karin Rieck

Hohenprießnitz. Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ- Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Wer den 700-Seelen-Ort Hohenprießnitz ansteuert, muss sich zurzeit auf immer neue Sperrungen einstellen. Wohl noch bis 2018, vermutet Erhard Naumann, wird der Abwasserleitungsbau die Hohenprießnitzer samt Besucher Nerven kosten.

Bäume sollen erhalten werden

Auch wenn der Ortsvorsteher für die Abläufe Verständnis zeigt: „Der erst vor wenigen Jahren sanierten Ortsdurchfahrt sieht man die Wunden an. Vor allem in der Dübener Straße musste nachgebessert werden“, zeigt der 77-Jährige beim Dorfrundgang auf Reparaturbedürftiges. „Es ist gut, wenn die Anwohner vor ihren Häusern schnell wieder Ordnung schaffen, wenn die Bauleute weiterziehen.“ Denn auf gepflegtes Grün legt der Ortschef wert. Zeigt sich aber weniger glücklich mit dem Zustand der Rabatten auf dem Dorfplatz. „Die in den 1990er Jahren gebauten Anlagen sind nur mit viel Aufwand in Ordnung zu halten. Dafür fehlen der Gemeine mittlerweile Kraft und Mittel.“ Deshalb, so plant der Ortschaftsrat, sollen Bäume zwar erhalten bleiben, doch Rondelle und Borde weichen, um in der Dorfmitte mehr Platz für Veranstaltungen zu schaffen, für die es im nahen Bauerndorf zu eng wird.

Hinweisschilder für Arzt und Einkaufsladen

Das benachbarte Umfeld der alten Schule, die als Vereinshaus genutzt wird, ist zurzeit mit Baucontainern zugestellt. „Wenn die fort sind, wollen wir hier einen Wegweiser aufstellen, der zeigt, wo sich die Grundschule, die Bank, Arztpraxen, Einkaufsmarkt, Schloss, Heimatscheune und Park befinden. Dafür nutzen wir die 400 Euro vom Dorfwettbewerb und die Hilfe örtlicher Firmen“, erzählt der Ortsvorsteher. Um dann in der Schulstraße, dem eigentlichen Ortsmittelpunkt, erneut die Kanalbauten ins Visier zu nehmen. „Die von Baumwurzeln verursachten Unfallquellen auf dem Fußweg werden hoffentlich gleich mit beseitigt.“ Doch vorher dürften Baugeschehen und die Wege zu Einkauf, Arzt, Bank und Schule noch ein kompliziertes Durcheinander bedeuten. „Die Abstimmung mit den Tiefbauern von STE Eilenburg funktioniert aber“, lobt Naumann. Und bleibt wiederum auf der Grünfläche stehen, die dank EU-Förderung samt Parkflächen entstand, wo mal das alte Gemeindeamt war. Angrenzende Fassaden könnten eine Auffrischung vertragen, um dieses Areal zu vollenden. Erhard Naumann baut auch hier auf die Hilfe örtlicher Betriebe, hat selbst privat schon Geld in die Bepflanzung gesteckt. „Für die Wand der alten Garage wäre noch Farbe da. Am ehemaligen Speiseraum müsste der Putz repariert werden, damit gemeinsam mit der Schule eine Wandmalerei umgesetzt werden kann“, überlegt der rüstige Senior.

Engagierte Rosenpflege

In der Noitzscher Straße – hier lobt er die engagierte Rosenpflege durch Heike Vogt – wirft die Absperrung der früheren Feuerwehrzufahrt Fragen auf. Damit solle mehr Rücksicht beim Parken auf dem und beim Befahren des Geländes der privaten Mehrfamilienhäuser erreicht werden“, erklären die Anwohnerinnen Ingeborg Müller und Kerstin Kaaden. Die Frauen genießen mit Nachbarn den Sommerabend in einer Sitzecke und verweisen auf eine andere Zufahrt, die auch für die Feuerwehr geeignet sei. Denn bekanntlich wurde in diesem Bereich schon gezündelt. Und was mögen die Hohenprießnitzer an ihrem Heimatort? „Unser schönes Schloss, den Park und die Heimatscheune“, kommt es einhellig.

Birkendörfchen

Zurück an der Ortseinfahrt aus Richtung Eilenburg wirbt ein Schild um Bauherren auf einer großen privaten Fläche. 240 Quadratmeter gehören am Rand der Gemeinde, auf der Naumann genauso wie am Zaun zur Heimatscheune gern weitere fünf Birken wachsen sehen würde. Symbolisch für die Pflanzen, die im Namen Hohenprießnitz verewigt sind: hochgelegenes Birkendörfchen.

Bisher erschienen: „Wölkaus rollende Nachrichten-Zentrale“, 7. Juli

Von Karin Rieck

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