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Eilenburg Karl Dall kommt nach Eilenburg: „200 Zuschauer sind eine satte Kulisse“
Region Eilenburg Karl Dall kommt nach Eilenburg: „200 Zuschauer sind eine satte Kulisse“
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10:09 07.04.2016
Das sprichwörtliche Augenzwinkern von Karl Dall ist am Sonnabend auch im Eilenburger Bürgerhaus zu erleben. Quelle: dpa
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Eilenburg

Karl Dall ist auf Tour. Und macht am Sonnabend mit seiner Schlagfertigkeit und mit dem sprichwörtlichen Augenzwinkern in Eilenburg Station. Vorab bot sich die Gelegenheit, den Altmeister des gehobenen Nonsens am Telefon ein wenig auszufragen.

Sie haben im Februar das 75. Lebensjahr vollendet. Ein großer Feiergrund?

Das ist so eine Schwelle, da ist einem das schon egal. Die größten Depressionen hatte ich mit 21 und dann mit 50. Aber zwei befreundete Ehepaare haben mich und meine Frau mit einer Einladung in ein Nobelrestaurant hier in Hamburg überrascht, was noch zu akzeptieren war. Überraschungspartys mag ich eigentlich nicht. Wir haben schon zu viel mit Sektgläsern auf roten Teppichen rumgestanden. Das ist nichts Besonderes mehr.

Was fällt Ihnen spontan zu Eilenburg ein?

Ganz ehrlich: Da war ich noch nicht und bin auch noch nicht daran vorbeigefahren. Ich war schon in vielen Orten der Neufünfländer, kann mich an Eilenburg aber nicht erinnern. Aber wenn wir am Nachmittag ankommen, gucke ich mir immer ein bisschen die Tourstädte an. Und dann übernachten wir meistens auch in diesen Orten und schauen mal, was das Nachtleben macht. Am Samstagabend werden in Eilenburg die Bürgersteige hoffentlich noch nicht hochgeklappt ...

Es gibt hier schon ein paar nette Kneipen und vielleicht auch ein paar Fans, die vielleicht auch nach dem Programm gern noch eine Weile mit Karl Dall Spaß haben würden ...

Mit Sicherheit. Ich bin ja auch sehr kommunikativ.

Ihr aktuelles Programm nennt sich „Der alte Mann will noch mehr“ und manchmal steht auch „Mehr“ geschrieben. Was ist nun richtig?

Das kann man auslegen, wie man will: Er will noch mehr Anteil haben, noch mehr Erfolg, mehr Geld. Das kann man negativ oder positiv sehen. Ich nutze die Verklausulierung der Novelle von Ernest Hemingway, um Highlights und Lieder aus meiner Zeit mit Insterburg & Co. aufleben zu lassen. Die schließlich das Talent in mir geweckt haben, mit ein paar Leuten zu telefonieren. Oder um spontane Fragen zu beantworten oder mit ausgesuchten Filmschnipseln an eine Zeit zu erinnern, als Fernsehen und Kino noch was Besonderes waren. Mit diesem Programm fühle ich mich sehr wohl und in zwei Stunden kommt keine Ernsthaftigkeit auf.

Müssen die Fans in der ersten Reihe damit rechnen, dass sie mitspielen dürfen oder anderweitig überrascht werden?

Wer Klavier spielen kann, ist gern gesehen. Aber keiner wird mit Wasser bespritzt. Das sogenannte Happening – dass ich mit nassen Lappen agiere oder eine Torte rumschmeißen würde – das war mal. Ich dementiere überhaupt nichts. Ich bin froh über jedes dumme Gerücht.

Was sagen Sie zu Leuten, die der Meinung sind, dass nicht jeder bis Ultimo auf der Bühne rumspringen muss?

Denen sage ich gar nichts. Zu mir kommen die Absolut-Fans. Die finden eigentlich alles großartig, was ich mache. Mein Publikum ist ein Fan-Publikum. Jeder kann umschalten, so viel er möchte. Keiner muss sich heute mehr aufregen.

Sind Sie trotzdem traurig, wenn der Saal mal nicht so voll wird wie früher?

Damit muss man leben. In meinem Alter ziehe ich nicht mehr die Masse wie vor 30 Jahren. Die Leute sind schließlich mit mir gealtert. Mich erfreut aber, dass die Älteren auch ihre Kinder und Enkel zum Familienabend mitbringen. 200 Zuschauer sind schon eine schöne, satte Kulisse, vor der ich gern spiele. Nach fast 50 Jahren ist dieses Programm auch so eine Art Abschluss. Ich mache noch ein bisschen Fernsehen, spiele ein paar Rollen. Aber die Zeit der großen Touren ist dann vorbei.

Interview: Karin Rieck

Von Karin Rieck

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