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Eilenburg Katerstimmung im Eilenburger Tierheim:
Region Eilenburg Katerstimmung im Eilenburger Tierheim:
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08:14 19.10.2017
Drei von über 60 jungen Katzen, die derzeit im Eilenburger Tierheim auf neue Besitzer warten. Ein Video sehen Sie unter www.lvz.de. Quelle: Foto: Kathrin Kabelitz
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Eilenburg

Es wird eng auf der Katzen-Baby-Station in Eilenburgs Tierheim. 64 der schnurrenden Wegbegleiter haben Am Färberwerder ein vorläufiges Zuhause gefunden. Meist sind es junge Vierbeiner, um die vier bis fünf Monate alt. Das Tierheim-Team kennt diese Situation. Die Anzahl der Tiere ist es nicht mal, die Kopfzerbrechen bereitet. Neu aber ist: Anders als in den Vorjahren gibt es diesmal kaum Interessenten, die Katze oder Kater bei sich aufnehmen wollen. Diese Tatsache bringt das Tierheim zunehmend in Schwierigkeiten. Zur aktuellen Situation sprachen wir mit Tierheim-Leiterin Annett Albrecht (30).

Tierheim-Leiterin Annett Albrecht. Quelle: Karin Rieck

Seit wann ist die Lage so angespannt?

Wir kennen das eigentlich schon aus den Vorjahren. Das fängt etwa im Mai an, entspannt sich meist nach den Ferien, weil es immer wieder Nachfragen gibt. Diesmal hält es aber bis weit in den Oktober an. Die Katzen, die hier sind, sind meist um die vier bis fünf Monate alt, es handelt sich dabei um die Würfe von frei lebenden Tieren, also Fundtieren, die von Anwohnern gebracht werden. Dass um die 60 Tiere hier sind, ist eigentlich auch nicht das Problem. Genau genommen sind es sogar weniger als in den Vorjahren.

Warum hat sich dann die Lage so zugespitzt?

Weil es diesmal kaum Interessenten für die Tiere gibt. Warum das so ist, wissen wir nicht. In anderen Tierheimen ist es aber ähnlich. Die Nachfrage nach Jungtieren ist nicht da, meist werden nur ältere genommen. Und seit längerem kann man die Tiere ja auch bei ebay kaufen. Das ist dort leider sehr einfach.

Können derzeit überhaupt noch Katzen aufgenommen werden?

Momentan müssen wir sagen, dass es nicht geht. Wir haben schon jetzt eine Warteliste für Fundkatzen, die bei uns aufgenommen werden, wenn wieder Platz ist. Natürlich müssen wir in Notfällen Lösungen finden. Wir haben auch schon Kontakt zu anderen Einrichtungen aufgenommen, die Tierhilfe Leipzig-Land e.V. nimmt uns einen Wurf ab. Aber wie gesagt, auch dort sind Grenzen erreicht. Mit der Enge wächst zudem die Infektionsgefahr, viele Katzen, die zu uns kommen, haben Katzen-Schnupfen oder Durchfall und stecken sich untereinander immer wieder an.

Warum sind es ausgerechnet jetzt so viele junge Katzen?

Bekommt eine Katze Junge, sind es in einem Wurf gleich vier bis fünf Tiere. Daran denken viele nicht, wenn sie freilaufende Katzen haben, diese zeitweise oder über einen längeren Zeitraum füttern. Wer das tut, sollte unbedingt darauf achten, dass die Tiere kastriert werden. Das ist auch unser Appell an die Bevölkerung.

Wie läuft bei Ihnen die Vermittlung von Fundkatzen ab?

Wer Interesse hat, wendet sich am besten telefonisch oder persönlich an uns.

Welche Anforderungen stellen Sie an die neuen Besitzer?

Wir achten schon darauf, dass die Tiere in gute Hände gelangen, hören uns an, wie sie gehalten werden können. Wir passen zudem auf, dass ängstliche und scheue Katzen nicht in Familien kommen, in denen es kleine Kinder gibt. Balkons und Fenster sollte man sichern. Die Babys sind in der Regel schon einmal geimpft, müssen noch ein zweites Mal geimpft werden. Jeder neue Besitzer bekommt von uns eine Kastrationsauflage für die Tiere mit. Wer einen Vierbeiner in der Wohnung oder im Haus hält, macht das übrigens meist automatisch. Die meisten kastrierten weiblichen Tiere schreien in der Rolligkeit sehr viel, die männlichen sind sehr unrein.

Interview: Kathrin Kabelitz

www.tierheim-eilenburg.de

Von Kathrin Kabelitz

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