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Kaum Bedarf: Eilenburg will Obdachlosenheim schließen

Haus an der Mulde Kaum Bedarf: Eilenburg will Obdachlosenheim schließen

In der Diskussion ist zurzeit das Eilenburger Obdachlosenheim im Haus an der Mulde. Dort übernachten derzeit nur noch jeweils zwei bis drei Nutzer, so die Stadtverwaltung. Deshalb soll auch für sie eine andere Wohnform gefunden werden.

Das Haus an der Mulde beherbergt seit mehr als 20 Jahren Obdachlose in Eilenburg.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Soll das Haus an der Mulde künftig nicht mehr Eilenburger Obdachlosenheim sein? „Alle müssen sich bis zum Jahresende eine eigene Wohnung suchen“, so ein Gerücht, das in der Stadt die Runde machte. Was ist dran? „Auf Grund der aktuellen Belegungszahlen und des prognostizierten Bedarfs überprüft die Stadtverwaltung momentan die derzeitigen Abläufe in der Obdachlosenunterkunft und sucht nach möglichen Alternativen“, so die Information aus dem Rathaus auf die Nachfrage der LVZ. Selbstverständlich würden für die derzeitigen Bewohner jederzeit Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. „Vor allem soll es auch eine weitere Betreuung geben“, betonte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) im Gespräch. Die von der Stadt aufgebrachten Kosten und der Nutzen für die Betroffenen müssten aber auch in einem richtigen Verhältnis stehen.

Betriebskosten gestiegen

Die Gesamtausgaben waren 2014 gegenüber denen im Jahr 2013 etwas gesunken: von 111 980 auf 110 880 Euro. Doch generell werden die Kosten für die Unterkunft pro Tag mit 305 Euro veranschlagt, pro Bett 30,51 Euro. Die Betriebskosten für Strom und Heizung sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Das waren die Daten, als Ende des vorigen Jahres über die Erhöhung von Gebühren von 5 auf 10 Euro pro Nacht im Stadtrat beschlossen wurde. Damit sollte sich zwar für die Nutzer nichts ändern, weil für die Bedürftigen dieser Betrag noch vom Jobcenter getragen wird. Aber der Zuschuss in Höhe von zirka 51 000 Euro, den die Stadt dem Betreiber jährlich überweist, sollte sich um rund 15 000 Euro reduzieren.

Nicht ausgelastet

Allerdings sollen noch zum Ende des Jahres die zehn Betten mit nahezu 100 Prozent ausgelastet gewesen seien. Mittlerweile habe sich das aber geändert, ist von Katharina Eidner aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit des Rathauses zu erfahren: „Bewohner zogen weiter, oder in eigene Wohnungen.“

Weitere Nutzung

Das Haus an der Mulde, wo es die Unterkunft für Obdachlose seit den 90er-Jahren gibt, beherbergte früher auch noch ein Beratungsbüro und einen Versammlungsraum des Erwerbslosentreffs.Das ist aus Brandschutzgründen nicht mehr der Fall. Auch Büros der Stadtverwaltung hatte es schon einmal dort gegeben. Doch nun würde das Haus vollständig leer stehen. Die weitere Verwendung sei zwar bereits intern angesprochen worden. Aber auch da sei nichts entschieden, so Scheler.

Notwohnungen

Betrieben wird das Eilenburger Obdachlosenheim bisher von der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig. Die Nutzer werden auf Einweisungsverfügung von Polizei oder Stadtverwaltung im Obdachlosenheim beherbergt. Aber sie sind auch nicht verpflichtet, dort zu übernachten. Die Notunterkunft ist vor allem für alleinstehende Personen gedacht. In Delitzsch gibt es bereits seit vielen Jahren kein Obdachlosenheim mehr. Der Grund: Es lohnte sich nicht. Doch sogenannte Notwohnungen, wie sie in der Loberstadt üblich sind, gab es bisher in Eilenburg noch nicht. Wenn auch im Fall von Familien, die zum Beispiel nach einem Brand obdachlos wurden, auf Ferienwohnungen der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft zurückgegriffen wurde.

Von Heike Liesaus

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