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Keim-Alarm: Brunnenwasser in Eilenburger Planschbecken birgt Gefahren

Keim-Alarm: Brunnenwasser in Eilenburger Planschbecken birgt Gefahren

Das Grundwasser in der Region Eilenburg weist, wie berichtet, nicht nur zu hohe Nitratwerte auf. Der Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR) warnt nach seiner jüngsten Stippvisite mit dem Labormobil auf dem Eilenburger Markt jetzt zudem: Das Wasser jedes zweiten Brunnens, mit dem zumeist auch der Gartenpool gefüllt wird, sei auch zum Planschen nicht geeignet.

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Harald Gülzow, Experte des VSR-Gewässerschutzvereins, untersucht Proben im Labormobil.

Quelle: privat

Eilenburg. 18 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen im Raum Eilenburg wurden mittlerweile diesbezüglich ausgewertet. "Wir haben dabei festgestellt, dass nur die Hälfte der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet sind. Das Ergebnis zeigt, dass es wichtig ist, Gesundheitsrisiken auszuschließen. Alle drei Jahre sollte man sein Brunnenwasser überprüfen lassen. Das Grundwasser bleibt nicht starr an einer Stelle, sondern fließt langsam weiter. So kommen auch Belastungen aus weiteren Entfernungen im Brunnen an", so Diplom-Oecotrophologin Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende des VSR-Gewässerschutzvereins. Eltern und Großeltern könnten mit der Verwendung oberflächennahen Grundwassers zwar Geld sparen und dazu beitragen, dass mit kostbaren Trinkwasservorräten sparsam umgegangen wird. Als häufigster Grund, das geförderte Nass aber auch kritisch zu sehen, nannte der Verein mögliche Verunreinigungen durch Altlasteinflüsse sowie von landwirtschaftlicher Nutzung. Davon seien 28 Prozent der beprobten Brunnen betroffen gewesen. In 22 Prozent der Brunnen fanden die Gewässerschützer eine hohe bakteriologische Belastung mit coliformen Keimen. Deshalb warnen sie: Das Wasser sei auch mit Desinfektionsmitteln nicht fürs Planschbecken geeignet.

Eisenhaltiges Brunnenwasser stelle dagegen keine Gesundheitsgefahr dar, könne aber wegen der Verfärbung den Badespaß vermiesen. Der VSR-Gewässerschutz rät daher - sollte das Nass nicht wie in kleinen Planschbecken häufig gewechselt werden - zu einer günstigen Sandfilteranlage für Pools. Mit einem Flockungsmittel ließe sich Eisen aus dem frisch gefüllten Pool zügig herausfiltern. Der VSR rät zudem, für kleine Kinder eher kleine Planschbecken anzuschaffen. Und anstatt Desinfektionsmittel zu verwenden, das Becken je nach Temperatur und Nutzung jeden oder maximal nach drei Tagen frisch zu befüllen. Das genutzte Wasser leiste schließlich zum Gießen noch gute Dienste. Eine einfache Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt kann dabei helfen. "Wenn allerdings im Planschbecken Biozide wie Desinfektionsmittel oder Mittel zur Algenbekämpfung eingesetzt wurden, eignet sich das Wasser nicht mehr zum Bewässern von Pflanzen. Es muss dann in die Kanalisation geleitet werden", so Bareiß-Gülzow.

Indem Regenwasser versickern kann, könne jeder zusätzlich dazu beitragen, dass Grundwasservorräte trotz Brunnennutzung stabil bleiben. Der VSR-Gewässerschutz rät, hierzu das Regenwasser vom Dach im Garten zu versickern und nicht über die Kanalisation zu entsorgen. Am besten eigne sich dafür die Muldenversickerung, da diese sich gut in den Garten eingliedert und dafür sorgt, dass das Regenwasser durch die Bodenschichten optimal gereinigt wird.

Weitere Informationen zu Grundwasserbelastungen in der Region und zur Nutzung von Brunnenwasser ohne Gesundheitsgefahren finden sich auf der Homepage der Gewässerschützer unter http://www.vsr-gewaesserschutz.de/12.html. Freitags berät Harald Gülzow, Experte im VSR-Gewässerschutz, zu Fragen von Belastungen des Grundwassers zwischen 9 und 12 Uhr unter der Telefonnummer 02831 976523.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2015
Karin Rieck

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