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Eilenburg Kindstötung in Eilenburg: Verteidiger kritisiert Staatsanwaltschaft
Region Eilenburg Kindstötung in Eilenburg: Verteidiger kritisiert Staatsanwaltschaft
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10:02 09.09.2010
Hätte Lion mit sofortiger medizinischer Hilfe gerettet werden können? Der Verteidiger des in Untersuchungshaft sitzenden Stiefvaters bezweifelt das. Quelle: Dirk Knofe
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Eilenburg

“ Roland Ulbrich bezieht sich auf ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Leipzig.

Demnach könne aufgrund der hohen Sterblichkeit von etwa 6 bis 50 Prozent nach schweren Bauchverletzungen bei Kindern nicht mit der erforderlichen Sicherheit bewiesen werden, „dass Lion auch bei sofortiger adäquater medizinischer Behandlung

länger gelebt oder überlebt hätte.“ Die Staatsanwaltschaft Leipzig verdächtigt, wie berichtet, die Mutter Christin G., „trotz der durch die Misshandlungen aufgetretenen Schmerzen ihrem Kind über einen längeren Zeitraum nicht geholfen und einen Arzt

konsultiert zu haben.“ Aufgrund dieses Unterlassens sei der Junge mitursächlich zu Tode gekommen. Christin G. sitzt deshalb seit Donnerstag in Untersuchungshaft. „Insofern könnte der Kindesmutter schlimmstensfalls eine gefährliche Körperverletzung durch Unterlassen vorgeworfen werden, so Ulbrich.

„Wir gehen davon aus, dass sich Christin G. durch ihr Handeln strafbar gemacht hat“, so Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig. Wäre rechtzeitig ein Notarzt geholt worden, hätte das Kind „unserer Auffassung nach eine deutlich bessere Überlebenschance gehabt und weniger Schmerzen gelitten.“ Deshalb sei das Unterlassen dieser sofortigen medizinischen Hilfe als mitursächlich für den Tod des Jungen zu sehen. Die ebenfalls vom Verteidiger geäußerte Auffassung, „beide Verdächtige durch Untersuchungshaft unter Druck zu setzen, um so einen von beiden zum Geständnis zu bringen“, bezeichnete Schulz als „fernliegend“. Die Staatsanwaltschaft bejahe gegenüber beiden Personen den dringenden Tatverdacht und dieser rechtfertige auch die Untersuchungshaft. Dies habe das Amtsgericht Leipzig genauso gesehen. „Wir gehen davon aus, beide haben sich strafbar gemacht und haben sich darum auch strafrechtlich zu verantworten“, so Schulz.

ka

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