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Eilenburg Kirchengemeinden Eilenburg und Bad Düben diskutieren über künftige Pfarrstellen
Region Eilenburg Kirchengemeinden Eilenburg und Bad Düben diskutieren über künftige Pfarrstellen
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09:15 27.02.2017
Gerry Wöhlmanns (rechts) Dienstzeit geht im Sommer zu Ende. Viele Gemeindemitglieder, so auch Torsten Pötzsch überlegen, wie es weitergeht. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg/Bad Düben

„Wir bieten ein klares Konzept: Rettung in Zeit und Ewigkeit, für ein Leben, das diesen Namen verdient.“ Wer so denkt, für den mögen sich die personell beengteren Verhältnisse, mit denen die evangelischen Christen in Eilenburg und Bad Düben zurechtkommen müssen, relativieren. Was aber nicht heißt, dass er nicht nach Lösungen sucht. Der Hallenser Gerry Wöhlmann fungiert seit vorigem Sommer als Pfarrer für die Kirchengemeinden in Eilenburg und Bad Düben. Doch sein Dienst war von Anfang an als Interimslösung für ein Jahr gedacht. In einigen Monaten ist die Zeit vorüber. Es muss entschieden werden, wie es personell weitergeht. So gehört es auch zu seinem derzeitigen Arbeitsfeld, diesen Prozess zu begleiten.

Ganz oder halb

Denn die Stelle, die Wöhlmann jetzt in einer Person und zu 100 Prozent besetzt. Ist jeweils zur Hälfe den Gemeinden Bad Düben und in Eilenburg zugeordnet und dort werden für die Zukunft jeweils unterschiedliche Lösungen favorisiert. Die Kurstädter würden die Zuständigkeit lieber wieder teilen. Ihr „halber“ Pfarrer, oder die halbe Pfarrerin könnte mit dem Dienst für Religionspädagogik verbunden werden. In Bad Düben gibt es diesen Bedarf, denn dort gibt es das evangelische Schulzentrum mit einer weiterführenden Schule. „Unsere Gemeinde favorisiert diese Variante. Weil sie dann einen eigenen Pfarrer hätte, jemanden, der vor Ort sein kann“, erklärt der Bad Dübener Kantor Norbert Britze. Er weiß als Mitglied des Stellenausschusses aber auch um die Decke, an der von allen Seiten gezogen wird, die immer zu kurz ist.

Die evangelische Nikolaikirche in Bad Düben. Quelle: LVZ

Langsamer Prozess

„Die Eilenburger würden lieber weiter eine gemeinsame Pfarrstelle ausschreiben. Dann müsste natürlich geklärt werden: Wo wird sich der oder die niederlassen. Doch egal ob Eilenburg oder Bad Düben. Näher als bisher würde er oder sie auf alle Fälle an ihrer Wirkungsstätte wohnen können“, stellt indessen Torsten Pötzsch, Vorsitzender des Eilenburger Gemeindekirchenrates fest.

Die evangelische Nikolaikirche Eilenburg. Quelle: Heike Liesaus

„Es ist ein langsamer Prozess, mit verschiedenen Positionen. Wir müssen sehen, wie wir diese zusammenbekommen“, schätzt Superintendent Christian Imbusch ein. „Ich habe auch eine und ich bin einer von vielen. Am Ende wird abgestimmt.“ Er sieht zum Beispiel wenig Chancen, dass eine halbe Stelle besetzt werden kann: „Die Leute sollen davon leben können und bleiben.“ Und die Variante in Kombination mit zweiten Arbeitgeber umzusetzen, ist kompliziert. Würde eine sogenannte Projektstelle für Eilenburg geschaffen, würde die Gemeinde dort nur in einigen Jahren wieder vor demselben Dilemma stehen. Das dann noch schwieriger zu lösen wäre.

Weitere Sitzungen

Die Gemeinden haben sich positioniert und ihre Vorschläge in einer gemeinsamen Sitzung der Gemeindekirchenräte mit dem Kreiskirchenrat vorgestellt. Die Entscheidung soll nun in der Synode fallen, die am 8. April tagt. Trotzdem ist das Thema weiter in der Diskussion, so Imbusch. Es gibt zuvor noch weitere Sitzungen des Kreiskirchenrates und noch eine des Stellenplanausschusses.

Nichts ist für immer

„Lösungen sollen gefunden und gelebt werden, ohne sich für immer damit abzufinden und einzurichten“, richtet Torsten Pötzsch den Blick auch darüber hinaus. Müssen denn die Prognosen zu den Mitgliederzahlen, die zum aktuellen Stellenplan geführt haben, auch künftig nur den Trend nach unten haben? Gerry Wöhlmann ergänzt: „Wir haben uns im Negativen eingerichtet. Wir sollten wieder ins Positive denken.“ Dafür gebrauchen sie den Begriff „Mission“. Pötzsch hat Verständnis dafür, dass Wort einen negativen Beiklang hat. Ihm geht es um Überzeugung ohne Druck, „darum, vorzuleben, was der Glaube für uns bedeutet, in dem wir zeigen, wie wir miteinander umgehen. Und warum sollte sich der Trend nicht umkehren lassen? Vor einigen Jahren hatte auch keiner gedacht, dass wir mal mehr Leipziger und mehr Eilenburger haben.“

Von Heike Liesaus

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