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Klein, aber fein - und mittlerweile gut ausgelastet

Klein, aber fein - und mittlerweile gut ausgelastet

Sie ist eine von fünf Werkstätten mit über 1000 Beschäftigten in der Region Leipzig und im Verbund der Awo-Werkstätten Sachsen-West die zweitkleinste - die Eilenburger Einrichtung im Gewerbegebiet Schanzberg.

Eilenburg. Von über 900 Menschen mit Behinderung, die in diesem Bereich berufliche Rehabilitation erfahren, werden in der Muldestadt 135 Beschäftigte von 22 Fachleuten betreut. "Klein, aber fein", beschreibt Werkstättenleiter Jörg Zschörnig den modernen Betrieb, der im nächsten Jahr am Gustav-Adolf-Ring seit zehn Jahren besteht. "Wir haben die Grenzen der Auslastung mittlerweile erreicht", zeigt sich der 30-Jährige, der hier seit 2009 die Fäden in der Hand hält, zufrieden. Wie und wann das runde Datum, das sich im Januar jährt, aber im Sommer begangen werden soll, im Detail abläuft, sei noch offen. Es werde aber einen Tag der offenen Tür geben und alles andere rechtzeitig bekannt gegeben.

Seit Ende 2012, zieht Zschörnig eine kleine Bilanz, sei die Auslastung des Betriebes sehr gut, gebe es kaum Ruhezeiten. "Unsere Mitarbeiter sind motiviert, wollen nicht rumsitzen." Allein 20 Prozent des Jahresumsatzes werde mit Aufträgen eines langjährigen Partners, des europäischen Marktführers bei der Türen- und Torherstellung Hörmann KG mit seiner Niederlassung in Brandis bei Wurzen, erwirtschaftet. "Dafür wurde im vergangenen Jahr eine neue Produktionslinie aufgebaut, die der Verpackung von Montage-Zubehör für Haustüren dient", erklärt Zschörnig. Das sichere seit eineinhalb Jahren 30 Beschäftigten die tägliche Arbeit. Um auch anderen Aufgaben, darunter Verpackung und Montage, logistisch gerecht zu werden, wurde ebenfalls 2013 das Außenlager erweitert. "Die Qualitätsstandards sind hoch. Unsere Mitarbeiter werden von Fachpersonal vor Ort geschult. Für einen Kunden aus Österreich beispielsweise, ein Tochterunternehmen der bekannten Swarovski-Gruppe, werde für hochwertige Beleuchtungstechnik zugearbeitet. Aufträge kämen außerdem von Siemens, BMW und anderen, meist in geringeren Stückzahlen, die nicht automatisiert hergestellt werden können. "Die Werkstätten sind gut vernetzt. In der Regel kommen die Auftraggeber auf uns zu, um ihre gesetzlichen Auflagen bei der Beschäftigung von Behinderten zu erfüllen", erklärt der Werkstattleiter. Bei konkreten Umsatzzahlen hält er sich zurück, weil das zu falschen Interpretationen führen könne. Von den Arbeitserlösen könnten 70 Prozent für die Löhne der Mitarbeiter und 30 Prozent für Investitionen in der Einrichtung, die nicht gewinnorientiert ist, getragen werden. Personal und Gebäude finanziert der Freistaat. In der Töpferei oder der Tierpension gelten marktübliche Preise.

"Wir wollen uns nicht unter Wert verkaufen, gegenüber anderen Mitwettbewerbern aber auch fair sein", so Zschörnig. Zum gewöhnlichen Arbeitsalltag gibt es einen wichtigen Unterschied: mehr Zeit, weniger Druck, kein Akkord, die stärkere Abbildung der Arbeit als soziale Komponente. Und so gehören zum Ausgleich Kurse für Alphabetisierung, Entspannung, Bildung und Bewegung zum Tagespensum für Menschen, die zu etwa 80 Prozent als geistig Behinderte von den entsprechenden Gremien für eine solche Werkstatt bestätigt werden. Zschörnig: "Unser Ziel ist im günstigsten Fall die Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dafür müssen wir die Suche nach Außenarbeitsplätzen in örtlichen Firmen weiter intensivieren."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.12.2014

Karin Rieck

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