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Klitzschener beharren auf S-Bahn-Halt

Klitzschener beharren auf S-Bahn-Halt

Die Bürgerinitiative "Halt für Klitzschen" bleibt dran, bis sich für das Problem der Wiederbelebung des Klitzschener Haltepunktes zwischen Mockrehna und Torgau auf der S-Bahn-Linie S 4 Geithain-Hoyerswerda eine Lösung findet.

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Quelle: Foto privat

Klitzschen. Dafür pflegen die BI-Aktiven weiter Kontakt mit politischen Entscheidern verschiedener Ebenen von der Gemeinde bis zum Land. Und sie planen darüber hinaus neue öffentlichkeitswirksame Aktionen in diesem Jahr.

 

 

Zum zweiten Mal hat Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) jüngst Post von den Klitzschenern bekommen. Czupalla reagierte mit einer Einladung der BI-Sprecher ins nahe Torgauer Schloss, dem Sitz der Kreisverwaltung. Ein Treffen wurde für den 15. April anberaumt. Denn die wiederum ablehnende Antwort - die die BI auch schon vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie vom Verkehrs-Zweckverband bekommen hatte - sowie der Verweis auf das Straßenverkehrsamt in Leipzig wollen die Klitzschener nicht akzeptieren. "Wir erwarten eine politische Entscheidung, die den berechtigten Interessen der Bürger gerecht wird", heißt es in dem Schreiben an Czupalla. Seine Argumentation beziehe sich ausschließlich auf wirtschaftliche Aspekte bei der Umsetzung der Forderung. "Verstehen Sie bitte, dass wir uns als Bürger mit Wohnsitz in einem Ort im ländlichen Raum mit Ihren rein verwaltungstechnisch geprägten Aussagen nicht abfinden werden." Die von der Bürgerinitiative bislang gesammelten 750 Unterschriften, nicht nur aus Klitzschen, sondern auch dem Umfeld bis nach Leipzig, seien ein gewichtiges Argument, "dass Sie als unser Landrat mit uns gemeinsam gegen Widerstände angehen, die es natürlich immer dann gibt, wenn etwas Geld kostet". Die BI habe aber weder den Neubau einer Strecke noch eine Erweiterung des bestehenden Verkehrsnetzes gefordert, sondern die Forderungen "auf die reale Möglichkeit der Nutzung der bestehenden Struktur gegründet".

Die Kreisverwaltung wiederum lieferte BI-Sprecher Herold Fritzsche bislang verschiedene Fakten, weshalb die Reaktivierung des Klitzschener Haltepunktes nur "auf den ersten Blick" berechtigt sei. So müsse gründlich abgewogen werden, ob eine entsprechende Nachfrage den Einsatz öffentlicher Mittel rechtfertigt. Deshalb sei der Bahnhof Klitzschen ab Fahrplanwechsel im Dezember 2003 nicht mehr bedient worden, weil nach Zählungen im zweiten Halbjahr 2002 an einem mittleren Werktag durchschnittlich nur 15 Ein- und Aussteiger registriert worden wären. Zudem seien Siedlungsschwerpunkte in diesem Bereich zu weit weg. Auch ein Bus-Shuttle zum Bahnhof Mockrehna sei 2004 wegen kaum vorhandener Nachfrage wieder eingestellt worden. Auch über zehn Jahre später hätten sich die Rahmenbedingungen nicht verändert. Selbst ein zwischenzeitlich errichteter Rad- und Gehweg sei zwar ein Sicherheitsgewinn, würde zusätzliche Verkehrsnachfragen aber nicht befördern. Schließlich wird eine Investitionssumme von insgesamt 0,5 Millionen Euro genannt, um unter anderem Bahnsteige instand zu setzen und barrierefrei auszubauen.

Die Bürgerinitiative Halt für Klitzschen beharrt auf dem Bedarfshalt. Denn in Pönitz sei dieser auf der Linie S 4 im Landkreis ebenfalls zwei Fahrminuten vom Bahnhof Taucha entfernt. Und wird damit wohl Teil des Fragenkatalogs sein, mit dem die Klitzschener Czupalla Mitte April konfrontieren wollen. Mit Aufklebern, die neuerdings bei Lothar Hähnel, Herold Fritzsche, Dieter Petersohn, Olaf Zenker, Thomas Schneider und Fritz Beck im Ort zu haben sind, wollen sie die Problematik auch visuell nach Außen tragen. Außerdem wird über ein Bürgerfest auf dem Bahnhofsgelände nachgedacht. "Wenn ich mit der S-Bahn von Mockrehna nach Torgau fahre, kommt mir in Klitzschen die Wut hoch", so Beck.

iwww.klitzschen.com

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2014
Karin Rieck

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