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Eilenburg Kommt die Bibo in Eilenburgs Roten Hirsch? Stadtrat vertagt Entscheidung
Region Eilenburg Kommt die Bibo in Eilenburgs Roten Hirsch? Stadtrat vertagt Entscheidung
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00:21 10.11.2017
Die Bibliothek soll in Eilenburgs Roten Hirsch ziehen. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Kauft die Stadt Eilenburg das ehemalige Restaurant „Zum Roten Hirsch“ und siedelt dort die Bibliothek an? Nach intensiver Beratung hat der Stadtrat die Entscheidung auf Dezember vertagt. Zunächst wird der Stadtausschuss wird erneut beraten.

Stadt will Sparkassen-Anteil kaufen

Dass die Stadt, der bereits 60 Prozent des Gebäudes gehören, das Teileigentum der Sparkasse Leipzig übernehmen will, war bekannt. Die Pläne wurden angesichts des immer wieder anstehenden Leerstandes verfolgt und intensiviert, als sich abzeichnete, dass die seit Ende 2014 dauernde Suche nach einem Pächter erfolglos bleibt. Im Oktober hatte der Stadtausschuss den Vorschlag, den Lager- und Küchentrakt für 160 000 Euro zu kaufen, einstimmig befürwortet. Eine Mehrheit, wenn auch mit Enthaltungen, fand sich für die Idee, aus dem Lokal eine Bibliothek zu machen. Dafür gäbe es einige Argumente, so Heiko Leihe, Leiter der Kulturunternehmungen. Man verspreche sich von einer gemeinsamen Nutzung von Museum, Touristinfo und Bibliothek Synergie- und Einspareffekte. Zudem wäre die Fusion der Archive Schrecker- und Belian-Straße im Objekt Bibo möglich, was weitere Kosten spare. Aus rein räumlicher Sicht gäbe es keinen Umzugsgrund, aber, so Leihe, die Bibo sei seit Jahren ein Zuschussgeschäft – Tendenz steigend.

Umbaupläne

Bereits in der Einwohnerfragestunde hatte sich abgezeichnet, dass die Pläne nicht nur auf Zustimmung stoßen. Karin Fischer, einst selbst Stadträtin in CDU-Reihen, sieht aus Gesprächen wenig Unterstützung in der Bevölkerung und zweifelte an, ob sich die Räume für eine Bibo eignen: „Der Hirsch ist wie eine Gruft.“ Eine Machbarkeitsstudie läge vor, ein barrierefreier und denkmalschutzgerechter Umbau und die Ertüchtigung der Lager- und Küchenräume wäre für eine Umnutzung Voraussetzung, so Leihe. Rund eine halbe Million Euro ist grob veranschlagt, für die eine 55-prozentige Förderung in Aussicht gestellt ist.

Museum zu klein

Stadträte wie Jürgen Clauß (Die Linke) befürworten eine Umnutzung, wichtig sei, dass das Haus öffentlich zugänglich bleibe. Stadträte wie Steffi Schober (CDU) zeigten sich dagegen enttäuscht, dass die Stadt nur einen Nutzungsvorschlag gebracht habe. Auch stelle sich angesichts des Geldes, das investiert werden müsste, gerade angesichts der Erhöhungen von Kita-Beiträgen, Turnhallen-Gebühren oder Garagen-Mieten schon die Frage: „Können wir und diesen historischen Luxus leisten?“ Schober erinnerte an das 2012 erstellte Museums-Konzept, in dem Museums-Chef Andreas Flegel Platzbedarf anmeldete. Es gäbe, so Schober, schon jetzt viele Schätze, die nicht gezeigt werden könnten: „Das Museum ist aus meiner Sicht zu klein und müsste ausgebaut werden.“ Dies sieht auch Christiane Prochnow so (Die Linke): „Ich halte das Gebäude für zu repräsentativ, als das dort etwas rein kommt, was nicht unbedingt eine 1-A-Lage braucht.“ Eine Expansion müsse zum einen politisch gewollt sein und sei nur mit mehr Personal zu stemmen. Käme dann noch die einstmals diskutierte Variante Anbau der Bibo an das Bürgerhaus ins Spiel, würden die Kosten in die Höhe schnellen, warnte OBM Ralf Scheler. „Wir sehen keine andere sinnvolle öffentliche Nutzung und können auch keine Alternative zur Bibliothek bieten“, sagte Leihe dazu.

Vorwürfe, die betroffenen Mitarbeiter seien nicht ausreichend in die Pläne involviert gewesen, wies die Verwaltung zurück. Nun soll das Thema erneut im Stadtausschuss beraten werden. Er habe keine Probleme damit, dass Mitarbeiter von Museum und Bibliothek teilnehmen, reagierte Scheler auf Forderungen aus den Stadtrats-Reihen und signalisierte Kompromiss-Gedanken in der Hinsicht, dass geprüft werden könne, ob die Bibo weniger, das Museum damit zusätzlichen Raum bekommen könnten. Er stellte aber auch klar die Bedingung, dass dies weder zu einer Flächenerweiterung noch zu einem personellen Mehraufwand oder Maßnahmen führen dürfe, die bestehende Defizite vergrößern.

Von ka

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