Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Konfliktgebiet Schwarzbach bei Wöllnau: Agrarchef fürchtet weiteren Flächenverlust

Presseler Heidewald- und Moorgebiet Konfliktgebiet Schwarzbach bei Wöllnau: Agrarchef fürchtet weiteren Flächenverlust

Das Presseler Heidewald- und Moorgebiet hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Naturrefugium entwickelt. Doch Landwirte und Anlieger sagen: Bis hierher und nicht weiter. Denn sie bekommen nasse Füße. Dabei soll die Kernzone um das Naturschutzgebiet Schwarzbachniederung erweitert werden.

Idyllische Landschaft entwickelt sich am Schwarzbach. Doch nasse Keller und Landwirtschaftsflächen führen zu Konflikten.

Quelle: Heike Liesaus

Doberschütz. Gerade sind zwei große Vögel aufgeflogen. Kraniche? Das Presseler Heidewald- und Moorgebiet entfaltet gleich hinter Wöllnau seine Reize. Doch die idyllische Landschaft ist Konfliktgebiet. „Wir wollen kommenden Generationen zeigen, was so eine ursprüngliche Landschaft ausmacht. Doch bis hierher und nicht weiter. Der Schwarzbach soll die Grenze sein“, zeigt Bürgermeister Roland Märtz (CDU) die Fläche, die seit zirka 25 Jahren zur Kernzone des Presseler Heidewald- und Moorgebietes gehört.

Morastige Wasserpfützen

Morastige Wasserpfützen.

Quelle: Heike Liesaus

Der Doberschützer Bürgermeister und Karsten Ittner, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Heideglück, der angrenzende Flächen gehören, hatten sich zum Vorort-Termin mit Landrat Kai Emmanuel (parteilos) und Uta Schladitz von der Wirtschaftsförderung des Landkreises getroffen. Die Vernässung der Flächen und somit der Konflikt, der sich zwischen der Entwicklung eines Naturrefugiums und der vom Menschen besiedelten und genutzten Landschaft auftut, sollten vorgeführt werden. Das ist gerade besonders anschaulich, weil das Wasser im Schwarzbach hoch steht. Auf der dem Wald zugewandten Fläche, die zum Kerngebiet gehört, ist zu erleben, was der Grundwasseranstieg bewirkt: Bei jedem Schritt zwischen den wintergrauen Grasbüscheln bilden sich morastige Wasserpfützen rund um die Gummistiefel. Gut fürs Moor. Weniger gut für Anlieger im Einzugsgebiet.

Rad zurückgedreht

In den 70er-Jahren wurde die Landschaft mit Melorationskanälen durchzogen, somit entwässert und als Ackerfläche nutzbar. Seit 1992 wurde das Rad zurückgedreht. „Und das war richtig. Denn auf dem Kies im Untergrund liegt nur die Moorschicht. Der Boden wäre nicht fruchtbar geblieben. Doch mit dem Grundwasseranstieg kann die Ortskanalisation nicht mehr richtig entwässern“, verdeutlicht Märtz. „Keller werden nass. Landwirtschaftsflächen unbrauchbar, die außerhalb des Presseler Heidewalds liegen. Da können Entschädigungen fällig werden.“ Das Miteinander gestaltet sich nicht einfach, deutet Ittner an: „Da wird die Drainage gekappt, die Fläche vernässt und dann wird gesagt: Na, verkauft sie uns mal.“ Nicht allein seinem Betrieb werden über den Naturschutz Produktionsgrundlagen entzogen.

Anlieger gegen Erweiterung

Als nun das Kerngebiet des Presseler Heidewald- und Moorgebietes, in das Bund und Land bereits Millionen Euro investierten, mit dem Naturschutzprojekt Schwarzbachniederung um 1600 Hektar erweitert werden sollte, hatte es voriges Jahr 400 Einwände gehagelt. Nicht allein aus Wöllnau, sondern auch aus Battaune sowie Görschlitz, das zur Nachbargemeinde Laußig gehört. Das Verfahren liegt vorerst auf Eis. Im Auftrag des Landratsamtes läuft eine hydrologische Untersuchung.

Kommunikation und Kompromissbereitschaft zwischen den Beteiligten sei gefragt, mahnte Emmanuel an. Das gilt selbst innerhalb seines Hauses zwischen Naturschutz und Wasserbehörde. Landwirt Ittner sieht wenig Spielraum: „Die Landwirtschaft hat, denke ich, bereits viel Kompromissbereitschaft gezeigt. Mit einer Gebietserweiterung würden die Wasserprobleme noch zunehmen.“

Abfluss-Forderungen

Nicht allein die Grenze am Schwarzbach, auch die des Grundwasseranstiegs sieht Märtz erreicht. „Das Wasser muss wegkönnen. Und der Schwarzbach sollte wieder als Vorflutersystem nutzbar sein.“ Wegen der zirka einen Meter hohen Sedimentschicht sei der Querschnitt eingeschränkt. Der 20 Kilometer lange Graben müsste grundlegend entschlammt werden. Die Kosten werden auf 400 000 Euro geschätzt. „Wenn jedes Jahr ein Kilometer dran ist, dann sind das 20 000 Euro jährlich. Und dann ist man in 20 Jahren auch durch.“ Außerdem sei das Bachbett zu hoch angelegt worden, wo Straßenbrücken gebaut wurden. Auch das wäre eigentlich zu nivellieren.

Von Heike Liesaus

wöllnau dorfstraße 51.542796572567 12.700515631738
wöllnau dorfstraße
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Eilenburg
Eilenburg in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 46,85km²

Einwohner: 15.452 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 330 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04838

Ortsvorwahlen: 03423

Stadtverwaltung: Marktplatz 1, 04838 Eilenburg

Ein Spaziergang durch die Region Eilenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Fußball in Nordsachsen
  • Fußball in Nordsachsen
20.11.2017 - 14:33 Uhr

Kreisliga A (Süd): Waldheim muss bittere 0:3-Pille in Hohnstädt schlucken

mehr
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr