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Eilenburg Konsum schließt Filialen - Eilenburg betroffen
Region Eilenburg Konsum schließt Filialen - Eilenburg betroffen
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22:00 16.07.2010
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. Zeitgleich trat der vom Insolvenzverwalter Michael Schoor mit dem Betriebsrat ausgehandelte Sanierungsplan in Kraft. Demnach müssen elf Filialen schließen, damit das Unternehmen überleben kann.

Michael Schoor wirkt erleichtert. Er kann sogar lächeln. Endlich ist das Insolvenzverfahren der Konsum Sachsen-Nord in Kraft, seitdem es vor rund zwei Monaten beantragt wurde. Endlich steht das Sanierungskonzept, über das der Insolvenzverwalter in den vergangenen zwei Wochen verhandelt hat. Der Leipziger Anwalt kann den Mutmaßungen, wie viele und welche Filialen geschlossen werden müssen, ein Ende setzen – und sorgt erst einmal für eine Überraschung: Nur elf Ladenlokale werden ihr Geschäft einstellen, eines weniger als ursprünglich geplant. „Eigentlich wollten wir auch die Filiale in Torgau schließen, aber der Vermieter ist uns bei den Verhandlungen sehr weit entgegengekommen", sagt Schoor. Die Miete wurde – wie auch in den anderen 29 Standorten, die erhalten bleiben – deutlich gekürzt. Bei den Geschäften, die nun abgewickelt werden, gab es nach Aussagen von Schoor und seiner Mitarbeiterin Ute Sambale keine andere Wahl. „Wir haben uns nur davon leiten lassen, wie viel Ertrag, die einzelne Filiale macht", sagt Sambale. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich dabei um Eigenobjekte der Genossenschaft handelte oder nicht. Der Gewinne musste hoch genug sein, damit der Gesamtkonzern überleben konnte. „Viele Bürgermeister haben bei uns angerufen und versucht, für die bedrohten Geschäfte vor Ort zu werben", so Schoor. „Manche wollten uns auch neue Häuser zu Verfügung stellen. Aber selbst, wenn sie uns die Ladenfläche kostenlos überlassen hätten, hätten wir jede der elf Filiale schließen müssen." Die Betriebszahlen waren zu schlecht, es kauften nicht genügend Leute ein.

Einen fixen Termin, zu dem alle elf Märkte den Verkauf einstellen, gibt es aber nicht. Es wird je nach Ort sehr unterschiedlich gehandhabt. 77 Mitarbeiter des Unternehmen wird im Zuge der Insolvenz nun fristgerecht gekündigt. Darunter ist auch Personal, das in der Firmenzentrale in Eilenburg eingesetzt war. Alle erhalten eine Entschädigung.

Nachverhandlungen über das Sanierungskonzept schließt Schoor aus. Es könnte höchstens sein, dass sich ein privater Investor finde, der einzelne der geschlossenen Standorte übernehmen wolle. Bei zwei Märkten – einer in Treben, der andere in Dobitschen – ist dies bereits gelungen. Dass der Erhalt des Unternehmens mit dem Insolvenzverfahren gesichert ist, ist fraglich. „Die Chancen stehen bei 50:50", sagt Schoor. „Es hängt davon ab, wie die Kunden sich jetzt verhalten."

Die Konsumgenossenschaft Sachsen-Nord trennt sich von elf unrentablen Märkten.

Im Detail sind es die Filialen: in der Breite Straße in Eilenburg, die Ladenlokale in Großtreben, Sitzenroda, Welsau, Trossin Döbrichau, Langenreichenbach, in der Albert-Kuntz-Straße in Wurzen, Trebsen, Söllichau und Burkartshain. Alle Standorte stellen den Verkauf in den nächsten drei Monaten ein. Solange laufen zum Teil noch die Mietverträge für die Objekte. In der ersten Zeit nach dem Eingang des Insolvenzantrages beim Amtsgericht Leipzig war der Insolvenzverwalter Michael Schoor noch davon ausgegangen, dass mehr als zwanzig Standorte nicht gehalten werden könnten. In den vergangenen Tagen war von zwölf Märkten die Rede gewesen, die aufgrund des Sanierungskonzeptes schließen müssten.

Kai Kollenberg

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