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Eilenburg Kossen: "Ist die Juni-Flut schon vergessen?"
Region Eilenburg Kossen: "Ist die Juni-Flut schon vergessen?"
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14:40 19.05.2015
Hier fließt nichts mehr. Das Grabensystem bei Kossen ist verstopft. Bei Starkregen drohen Überschwemmungen im Ort. Aber vor Juli darf nichts gemacht werden. Quelle: Heike Liesaus

" Genauer: Die Untere Naturschutzbehörde hatte dem Vorhaben, die Entwässerungsgräben bei Kossen zu bereinigen, vorerst einen Riegel vorgeschoben. Begründung: Der Seeadler darf nicht gestört werden. Wie berichtet, finden sich die Paare dieser geschützten Art bereits in den Wintermonaten zusammen, bauen am Nest, paaren sich und beginnen für Nachwuchs zu sorgen. Möglicherweise sind bereits Eier gelegt, aus denen eventuell Adler-Küken schlüpfen könnten.

Anderseits besteht aber auch die Gefahr von Wetterlagen, die das Oberflächenwasser oberhalb des Örtchens Kossen zusammenlaufen lassen, die Gräben wiederum könnten das Wasser nicht ausreichend abtransportieren, erläutert der Bürgermeister: "Das staut sich dann bis Kossen hinein." Schon jetzt ist zu sehen: Das Wasser fließt nicht ab. "Die Sohle der Gräben ist zu hoch. Und das Hochwasser hat das alles noch verstärkt", ist von Anwohnern zu hören. Gerade die Einwohner dieses Jesewitzer Ortsteils hatten in den vergangenen Jahren oft genug gegen Fluten kämpfen müssen, die mal aus der einen, mal aus der anderen Richtung kamen. Zuletzt waren sie vom Hochwasser im Juni betroffen. Das ist auch für den schlechten Zustand der Gräben verantwortlich, in denen sich nun noch angeschwemmtes Gesträuch gesammelt habe.

Eigentlich sollte die Grabenunterhaltung bereits seit Anfang des Monats laufen, in der Sitzung des Gemeinderates Ende Januar war bereits ein Beschluss zur Vergabe des Auftrages geplant. "Die Fördermittel im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung sind zugesagt. Wir wollten es längst gemacht haben. Das geht uns aber nicht alleine so", weiß Tauchnitz um Verzögerungen aus ähnlichen Gründen in anderen Gemeinden. "Das ist doch, als wäre das Hochwasser vor ein paar Monaten überhaupt nicht gewesen." Das müsse aber mit betrachtet werden.

Wegen des in der Muldeaue bei Kossen brütenden Seeadlers war auch das Zeitfenster für den Bau des Flügeldeichs, der das Dorf vor einem HQ-100-Hochwasser von der Seite des Flusses schützt, gefährdet. Denn jeweils im November, wenn sich die Adler-Paare finden, sowie im Frühjahr darf nichts in der Aue passieren. Diese Arbeiten wurden aber im Herbst rechtzeitig abgeschlossen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2014
Von Heike Liesaus

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