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Kosten steigen aufs Dreifache: Hat Neumann-Schule noch eine Chance?

Kosten steigen aufs Dreifache: Hat Neumann-Schule noch eine Chance?

Eilenburg. Wie weiter mit der Karl-Neumann-Schule in Eilenburg? Der Träger, die Kreisverwaltung, prüft zwei Varianten für die Fördereinrichtung für geistig behinderte Kinder und Jugendliche, wie Hauptdezernent Horst Winkler dieser Tage auf Nachfrage informierte.

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Die Karl-Neumann-Schule ist wegen des Wasserschadens nicht nutzbar. Die Schüler sind im Rinckart-Haus und in der Schule am Bürgergarten untergebracht.

Quelle: Wolfgang Sens

rage informierte. Denn seit der Havarie einer Wasserleitung im Dachgeschoss der Villa in der Halleschen Straße, just an dem Wochenende im Sommer, bevor der Brandschutz auf den vorgeschriebenen aktuellen Stand gebracht werden sollte (wir berichteten), überlegen Träger, Schulleitung, Förderstelle, Sächsische Bildungsagentur, Planer und Gutachter, welche Investitionen an welchem Ort künftig sinnvoll sind.

Bekanntlich war das Gebäude im Stadtteil Berg vom Dach bis zum Keller erheblich beschädigt worden. Beim Öffnen der Decken für die Trocknung hätten sich weitere Mängel ergeben, die den Aufwand für den Brandschutz zusätzlich in die Höhe treiben würden. Winkler nannte eine Gesamtsumme in Höhe von gegenwärtig 1,6 Millionen Euro. Die Kosten des Wasserschadens sind zusätzlich und werden durch die Versicherung getragen. Ursprünglich war die Instandsetzung mit einer halben Million Euro sowie knapp 40-prozentiger Fördersumme veranschlagt worden. Eine Kostensteigerung auf gut das Dreifache steht nunmehr zur Debatte.

"Der zusätzliche Aufwand, der sich für die Brandschutz-Anpassung ergibt, verschlechtert gar die Bedingungen für Behinderte." Winkler nannte beispielsweise die schweren Brand- und Rauchschutztüren, die für Rollstuhlfahrer ein Problem wären. Das alles sei "sehr unbefriedigend", räumte er ein. Und weiter: "Die vorhandenen Flurwände müssen darüber hinaus brandschutztechnisch aufgedoppelt werden. Bei vorherigen Brandschutzbegehungen im Objekt mussten beispielsweise die vorhandenen Garderobenstandorte vom Flur in die Klassenzimmer verlegt werden. Mit der Realisierung der Brandschutzmaßnahme ist auch da keine Änderung möglich."

Rund eine Million Euro zusätzlich für 40 bis 50 Kinder - es müsse genau abgewogen werden, was perspektivisch sinnvoll ist, zumal in Sachsen die EU-Richtlinien der Inklusion, sprich, der Integration förderfähiger Kinder und Jugendlicher in normale Bildungseinrichtungen zu berücksichtigen seien. In diese Kategorie fallen die 46 Kinder und Jugendlichen im Alter von 7 bis 18 Jahre, die zurzeit in der Karl-Neumann-Schule gefördert und betreut werden, zwar nicht. Sie lernen zurzeit vorübergehend im Rinckart-Haus am Külz-Ring sowie in der Förderschule am Bürgergarten, die sich ebenfalls in der Trägerschaft des Landkreises befindet. "In letzterer werden durch die Inklusion in absehbarer Zeit aber Kapazitäten frei", vermutet Winkler, bezeichnet das momentan aber noch als "Stochern im Nebel", weil frühestens Ende des Monats alle Beteiligten eine Entscheidung treffen könnten, welche der beiden Varianten zum Tragen kommt und wie sich das finanziell darstellt. Stellt sich damit die Frage: Hat die Hallesche Straße doch noch eine Perspektive oder bietet diese auch der Bürgergarten-Komplex an der Belian-Straße? Für seine Entscheidungen benötige die Kreisverwaltung zudem Rückendeckung vom Land, dem Fördermittelgeber. Den Gesprächen mit Elternvertretern und Mitarbeitern, die demnächst anstünden, wollte Winkler mit weiteren Details nicht vorgreifen.

Sicher ist aber, dass das Ziel, die Sanierung der Neumann-Schule zum zweiten Halbjahr des Schuljahres 2014/2015 am Standort Hallesche Straße 19A abzuschließen, nicht erreicht wird. Im Februar kann es höchstens Auskunft darüber geben, ob die Schule dort überhaupt eine Zukunft hat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.01.2015
Rieck, Karin

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